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Der Telebasel News Beitrag vom 9. September 2020.
Baselland

Baselbieter Regierung plant Velobahn zur E-Bike Förderung

Der Kanton Basel-Landschaft plant eine Velobahn zwischen Pratteln und Augusta Raurica. Die Bahn soll im August 2022 in Betrieb gehen.

Die Baselbieter Regierung und das Bundesamt für Strassen (Astra) möchten zwischen Pratteln BL und der Römerstadt Augusta Raurica als Pilotprojekt eine Velobahn aus Holz bauen. Damit sollen E-Bike-Fahrende schneller zum Ziel gelangen.

Die sogenannte Velohochbahn soll bis zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Pratteln im August 2022 in Betrieb gehen. Vorgesehen ist eine E-Bike-Schnellroute zwischen Pratteln und Augst BL. Die genaue Route, die zwischen zwei und drei Kilometer umfasst, muss noch definiert werden.

Der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektor Isaac Reber (Grüne) bezeichnete das Projekt am Mittwoch vor den Medien als «ambitioniert und gewagt». «Aber unsere Verkehrsinfrastruktur ist am Anschlag. Deshalb braucht es Mut und neue Ideen.» Zudem passe das Pilotprojekt auch zum Ziel der Regierung, die E-Mobilität als umweltfreundliche Verkehrsform zu fördern.

Die Velobahn soll in Brückenlage und aus Holz der Firma «Häring» in Muttenz gebaut werden. Sie soll etwa fünf Meter über dem Boden zu stehen kommen und vier bis fünf Meter breit werden. Vorgesehen sind pro Richtung zwei Fahrspuren – eine Schnellspur und eine langsame Spur. Auch ist für die Stromproduktion der Einsatz von Photovoltaikmodulen in den Geländern geplant.

Kosten liegen bei 2 Millionen Franken pro Kilometer

Für die Erstellung der Velobahn bei Pratteln hat die Bau- und Umweltschutzdirektion nebst «Häring» die Firma «Urb-X» mit einem Studienauftrag mit Kosten von insgesamt 130’000 Franken beauftragt. Hinter dem Startup-Unternehmen steckt Klaus Kirchmayr, der noch bis Ende November Fraktionschef der Baselbieter Grünen ist.

Kirchmayr geht davon aus, dass die Velobahn, die eine Kapazität von mehr als 3000 Velos pro Stunde und Richtung bieten soll, «mit wenigen Eingriffen schnell gebaut» werden kann.

«Der Belag wird rutschfest sein und eine Belagsheizung wird sicherstellen, dass bei Blitzeis und Schnee keine Unfälle passieren», sagte Kirchmayr. Dafür müsste die Bahn nur 100 Stunden pro Jahr beheizt werden. Zudem würden 90 Prozent der Strecke aus lokalem Holz bestehen.

Wie hoch die Kosten des Pilotprojekts sein werden, ist wegen der unbekannten Streckenführung noch unklar. Der Preis bewegt sich laut Kirchmayr aber für eine «reine Strecke» bei rund 2 Millionen Franken pro Kilometer.

Unterstützung von Pratteln und dem Astra

Das Astra will das Pilotprojekt finanziell unterstützen. Eine Velobahn in Hochlage sei sehr interessant, sagte Martin Urwyler, der beim Astra Bereichsleiter für den Langsamverkehr ist. Würden mehr Menschen aufs Velo umsteigen, würde dies zu einer Entlastung von 2 bis 4 Prozent auf den Nationalstrassen führen. «In den Morgen- und Abendspitzenstunden kann dies entscheidend dafür sein, ob der Verkehr fliesst oder nicht», sagte Urwyler.

Laut Volkswirtschaftsdirektor Thomas Weber (SVP) bildet das Pilotprojekt ein Lückenschluss zwischen dem Veloroutennetz Pratteln und Frenkendorf. Er begrüsse das Projekt zudem als OK-Präsident des ESAF, weil es zu 100 Prozent dem Mobilitäts- und Nachhaltigkeitskonzept des ESAF entspreche.

Auch die Gemeinde Pratteln steht dem Projekt gemäss einer Mitteilung wohlwollend gegenüber.

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