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Der Telebasel News Beitrag vom 8. September 2020.
Basel

Gespaltene Zuversicht für Fasnacht 2021

Während aktive Fasnächtler skeptisch sind, freut sich die Gastrobranche. Die Fasnacht 2021 soll laut Comité stattfinden, nur in anderer Form.

Die Plakette 2021 wurde bereits in Produktion gegeben. Das Basler Fasnachts-Comité will auf jeden Fall eine Fasnacht 2021 durchführen. Nur neun Stunden Cortège, wie man es kennt, wird es nicht geben. Jetzt sucht das Comité Ideen, um möglichst viele ähnliche Aktivitäten für eine ausserordentliche Fasnacht zu finden.

Keine Zuversicht bei den Fasnächtlern

«Sagt auch die Fasnacht 2021 ab», äussert sich ein User von Telebasel.ch zu den Plänen des Comités am Dienstag. Die Fasnacht würde von Menschenansammlungen bei Morgenstraich, Cortège und Guggenkonzert leben. So sieht das auch Johannes Barth, Vorstandsmitglied des Comité 1914 und selbst Schnitzelbänggler: «Es geht eigentlich darum, in eine volle Beiz zu kommen, wo gelacht wird, bevor man rein kommt, wo sich die Leute freuen, dass wir da sind», so der Bänggler.

Laut Barth wird es einige Schnitzelbänggler geben, die eine Fasnacht auf anderem Weg nicht begrüssen. «Es gibt welche, die gesagt haben, das machen sie auf keinen Fall. Andere haben gesagt, dass sie, wenn es eine Vorfasnacht gibt, gerne dort auftreten und dann so Fasnacht machen», sagt Barth am Dienstag gegenüber Telebasel.

«Schutzmassnahmen sind kompliziert und werden kaum eingehalten», schrieb der Telebasel-User weiter. Doch bei Schnitzelbänken sei das noch kontrollierbar, da in Restaurants und grossen Lokalen Schutzkonzepte besser umsetzbar seien, als auf der Gasse. Wer also noch mehr leiden würde, seien die Fasnachtscliquen und Guggenmusiken. Der Kanton könnte eine genehmigte Fasnacht bei steigenden Zahlen im letzten Moment absagen. «Dann war alles für die Katz», so der User.

Wirteverband begrüsst Idee einer dezentralen Fasnacht

Der Telebasel Newsbeitrag vom 8. September 2020.

Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt, reagiert positiv auf die Pläne des Comités. Seine Branche litt am stärksten unter dem Lockdown und leidet teilweise immer noch. Die Situation ist prekär. Besonders die Betriebe in der Innenstadt und die Hotels müssten Einbussen von bis zu 70 Prozent hinnehmen. Da würden auch die ausfallenden Messen eine tragende Rolle. Gastronomie-Betriebe die auf Bankette setzen und einen Grossteil ihres Umsatzes mit Events machen, stünden schlechter da als andere.

Die Fasnacht dezentral stattfinden zu lassen, ergebe Sinn, findet Ebneter. So könne das Infektionsrisiko gering gehalten werden. Grundsätzlich sei immer willkommen, wenn das Comité versuche Lösungen zu finden, die Fasnacht in irgendeiner Form stattfinden zu lassen.

Der Winter naht

Doch nicht alle Betriebe sind gleich stark von der Fasnacht abhängig. Grössere Sorgen bereiten ihm die Wintermonate. Wer sonst schon wenig Plätze im Warmen anbieten kann, wird durch die Corona-Regelungen noch stärker eingeschränkt. Der Wirt der L‘esquina Tapas Bar am Tellplatz, Vedat Kirmizitas, sagt: «Wir haben nur begrenzt Platz drinnen. Mit den Corona-Regelungen könnten wir nur rund 16 Personen bewirtschaften.» Er hofft deshalb auf Lösungen, die das Draussensitzen auch im Winter möglich machen. «Wir denken da an Windschutz, Wärmelampen oder kleine Hütten, die wir draussen aufbauen könnten.»

Ohne Veränderungen oder Hilfe werde der Winter vielen Betriebe zum Verhängnis, so Ebneter. Doch Hilfe ist auf dem Weg. Eine Motion, die von allen Fraktionspräsidenten unterschrieben wurde, fordert ein Hilfsprogramm für das Basler Hotel- und Gastgewerbe. Diese zehn bis 15 Millionen sollen den kompletten Kahlschlag verhindern.

2 Kommentare

  1. Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt, reagiert positiv auf die Pläne des Comités, weil er seine Beiz füllen will. Sollen wir Fasnacht wegen Beizen mit larschem Konzept machen, nur weil er meint seine Gilge habe am meisten gelitten?
    Sollen wir beim Pfeifen Beizensponsoring mittragen?

    Nein!

    Dann freue ich mich auf eine normale Fasnacht im 2022.Report

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