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Die Krise in der Eventbranche hält an

Die Corona-Krise ist in der Eventbranche trotz Lockerungen nicht überwunden. Musikmanagerin Astrid van der Haegen erzählt von den aktuellen Herausforderungen.

Bis im März 2021 habe die im Booking von Musikern tätige Astrid van der Haegen alle Auftritte absagen müssen. Seit dem Anfang der Corona-Krise sei in der Eventbranche Quartal um Quartal gestrichen worden. «Wir haben schon sieben Monate keine Arbeit und so wie es aussieht, haben wir nochmals weitere sieben Monate keine Arbeit», so van der Haegen.

Finanzhilfen für die Branche gebe es bisher nur wenige, weil kleine Veranstaltungen wieder erlaubt sind. Nur verlangen die nordwestschweizer Kantone – anders als beispielsweise der Kanton Bern – schon ab 100 Besuchern ein aufwändiges Schutzkonzept. Das sei für viele Veranstaltungen zu viel Aufwand. Das Arbeiten in dieser Branche werde so schier verunmöglicht, sagt van der Haegen. Betroffen seien nicht nur die Künstler, sondern auch Bühnenbauerinnen, Lichttechniker, Tontechnikerinnen oder Autoren.

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger verteidigt den Entscheid, bereits ab 100 Besuchern ein Schutzkonzept zu verlangen. Die Regierungen hätten die lockere Regelung mit bis zu 300 Personen pro Sektor als zu riskant erachtet. Und bisher sei man mit der 100er-Regelung auch gut gefahren.

Das Zulassen von Grossanlässen bringe keine Entspannung

Zwar können schweizweit ab dem 1. Oktober auch wieder Anlässe mit mehr als 1’000 Besuchern erlaubt werden. Falls es die Lage erfordert, können die Kantone diese Bewilligung aber kurzfristig wieder entziehen. Astrid van der Haegen glaubt deshalb, dass viele Veranstalter vor dieser Gefahr zurückschrecken: «Welcher Veranstalter nimmt so etwas auf sich?»

Lukas Engelberger zeigt zwar Verständnis, dieser Vorbehalt sei jedoch unumgänglich: «Es könnte beispielsweise eine zweite grosse Welle von Ansteckungen oder Spitalfällen auf uns zukommen. Und dann müssen wir sagen können: Es tut uns leid, wir müssen die Bewilligung widerrufen.»

Astrid van der Haegen gehe es aber nicht darum, Kritik zu üben. Eigentlich wünsche sie sich vor allem, dass die Kantone in Zukunft zusammen mit der Eventbranche an einen Tisch sitzen und zusammen schauen, was möglich ist. Denn die Veranstalter würden sich schon immer auch stark mit Sicherheitsaspekten beschäftigen und könnten so einbringen, was möglich ist und was nicht.

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