Biden oder Trump? Darüber stimmen die US-Amerikaner am dritten November ab. (Bild: Keystone)
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Biden oder Trump – Welcher US-Präsident wäre besser für die Schweiz?

Am 3. November wählen die Amerikaner ihren Präsidenten. Dabei wäre Trump-Herausforderer Joe Biden wohl der bessere Kandidat für die Schweizer Wirtschaft.

Joe Biden oder Donald Trump: Am 3. November entscheiden die Amerikaner darüber, wer ihr Land für die nächsten vier Jahre regieren wird. Egal, wie man es dreht und wendet: Die Entscheidungen der US-Politik haben einen grossen Einfluss auf die Schweiz und ihre Unternehmen. Doch welcher Präsident wäre besser für die Schweizer Wirtschaft? Und wann konkretisiert sich das vom Bundesrat angestrebte Freihandelsabkommen mit den USA?

Für die Schweiz wäre ein Präsident Biden wirtschaftlich gesehen wohl besser, sagte die SGKB-Anlageexpertin Caroline Hilb im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Denn im Gegensatz zu Trump verfolge Biden beim Handel eher einen multilateralen Ansatz und keinen bilateralen. Daher würde wohl die Welthandelsorganisation WTO unter Biden wieder gestärkt, wovon die Schweiz profitieren könnte.

Trump wiederum könnte im Falle eines Erfolgs seine aggressive Handelspolitik von China auf Europa ausweiten. «Die exportorientierte Schweizer Wirtschaft ist dafür vor allem im aktuell geschwächten Konjunkturumfeld sehr anfällig», sagte Hilb.

USA «müssen» aus Corona-Krise herausfinden

Der nächste US-Präsident steht aber vor allem vor der Herausforderung, die von der Corona-Pandemie geschüttelte Wirtschaft auf die Beine zu bringen. Für Jan Atteslander vom Wirtschaftsverband Economiesuisse ist darum die zentrale Frage nicht die nach dem nächsten Präsidenten, sondern wie schnell die USA aus der aktuellen Corona-Krise herausfinden kann.

«Der Einfluss der US-Wirtschaft auf die Schweiz ist sehr gross, den Einbruch des Bruttoinlandsproduktes in den USA spüren wir als Exportnation auch hier», sagte der Economiesuisse-Experte im Gespräch mit AWP.

Sowohl Biden als auch Trump würden versuchen, mit einer expansiven Fiskalpolitik für wirtschaftlichen Schwung zu sorgen, fasst die DZ Bank ihre Analyse zusammen. Das bedeutet in beiden Fällen tiefe Zinsen für eine lange Zeit.

Doch Biden und Trump unterscheiden sich in ihrer Herangehensweise, wie die US-Wirtschaft auf die Beine kommen soll. Trump stehe für Steuersenkungen, Biden für hohe Staatsausgaben.

Mehr vom Gleichen?

Welche Massnahmen der künftige US-Präsident umsetzen kann, hängt aber insbesondere auch vom Resultat der parallel stattfindenden Kongresswahl ab. Denn nur mit der Rückendeckung beider Kammern im Kongress sind grössere Reformen umsetzbar.

Als wahrscheinlichsten Wahlausgang erachtet die CS-Ökonomin Nannette Hechler-Fayd’herbe einen Präsidenten Biden mit einem «geteilten» Kongress. Also mit einer Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus und einer republikanischen Mehrheit im Senat.

Eine Fortsetzung der Blockadepolitik in Washington zeichnet sich also ab und Biden müsste wie sein Vorgänger stark auf Präsidialverordnungen zurückgreifen.

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