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Der Telebasel News-Beitrag vom 3. September 2020.
Basel

Verteilt der Kanton minderwertige Masken an Bedürftige?

Der «Kassensturz» berichtete diese Woche, dass viele Hygienemasken schlecht oder falsch angeschrieben sind. So auch die Gratismasken des Kantons.

Die Verpackung der Masken ist praktisch nur mit chinesischen Schriftzeichen bedruckt und die europäische Norm «EN14683» für medizinische Masken ist auch nirgends auffindbar.

Gemäss der SRF-Sendung «Kassensturz» vom Dienstag hat der Student und JUSO-Präsident Nino Russano nicht mehr 100% Vertrauen in die Hygienemasken, die er vom Kanton bekommen hat. «Mittlerweile muss ich sagen, finde ich es schwierig. Aber ich habe das Gefühl, ich ziehe lieber die Masken an, die ich bezogen habe, als gar keine, logischerweise.»

Weitere Telebasel-Zuschauer meldeten sich in dieser Woche mit Bedenken, ob die durch den Kanton abgegebenen Masken wirklich Schutz bieten.

30’000 Personen erhielten Gutschein für Masken

Seit dem 10. August 2020 und noch bis Ende September können Personen mit beschränkten finanziellen Mitteln Masken mit einem Gutschein vom Kanton in allen Apotheken und Drogerien beziehen. Die Masken hat der Kanton bereits im März eingekauft. «Die erste Charge, die wir dort bekommen haben, ist tatsächlich nicht korrekt angeschrieben. Wir wussten das», sagt Anne Tschudin vom Gesundheitsdepartement.

Aber: «Wir haben die Masken, die wir jetzt abgeben der Empa, der eidgenössischen Materialprüfungsanstalt, gesendet, damit sie Tests machen.» Die Empa hat die Masken dann mit verschiedenen Tests überprüft. Zudem wurde auch der Tragekomfort getestet. Bei beiden Tests haben die Masken offensichtlich überzeugt.

Der Kanton hat also keine minderwertigen Masken an Bedürftige verteilt. Die ganze Diskussion zeigt, dass die Verunsicherung beim Thema Maske nach wie vor gross ist.

3 Kommentare

  1. Auch in der Apotheke zur Rose redet man sich heraus bezüglich der nicht deklarierten Masken.
    Sie seien trotzdem wirksam…..
    Ein Prüfbericht ist bisher nicht verfügbar.
    Ich als Kunde muss die volle Packung zurück senden, damit mir der Betrag erstattet wird.
    Das nagt wirklich am Vertrauen in sogenannte anerkannte Institutionen.
    Keine gute Entwicklung!Report

  2. Seit dem letzten März hat der Kanton also falsch deklarierte („falsch angeschriebene“ 😩) Masken in Umlauf gebracht.
    Das gibt Anne Tschudin gegenüber Telebasel zu.
    Es soll mir niemand erzählen, dass dies während fünf Monaten niemandem der für die Beschaffung, die Verteilung und/oder den Einsatz dieser Masken Verantwortliche aufgefallen ist!

    Und nun, da der Kassensturz den Riesenskandal aufgedeckt hat und Telebasel die Fehlleistung des Kantons aufs Tapet bringt, heisst es plötzlich, man habe die Masken beim EMPA testen lassen, notabene im August, als die Abgabe an die Armutsbetroffenen schon lief.

    Die Abgabe begann am 10. August, also vor drei Wochen und zwei Tagen. Zunächst wurden falsch deklarierte abgegeben.
    Dann sandte man diese der EMPA zur Überprüfung. Diese nahm laut dem Kanton „verschiedene Tests“ vor, auch zum „Tragekomfort“.
    Und dies alles soll sich binnen 19 Werktagen ereignet haben, obwohl das EMPA laut Website extrem ausgelastet ist??
    Und den Aufwand hat man exklusiv für die Armutsbetroffenen betrieben, nicht aber für medizinische Einrichtungen?!
    Darum will ich den Prüfungsbericht der EMPA einsehen.Report

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