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Telebasel Report vom 2. September 2020.
Region

Report: Findet die Fasnacht 2021 statt?

Abwarten oder absagen? Viele Fasnächtler wollen die Fasnacht 2021 nicht bereits jetzt abzusagen. Andere warten auf einen schnellen Entscheid.

«Warten wir doch lieber ein wenig, anstatt aus reiner Vorsicht abzusagen», sagt etwa Ruth Ludwig-Hagemann, Mitglied der Grottegyggser-Clique aus Basel.

Auch Der BSG-Bangg Giftspritzi spricht sich dezidiert gegen eine vorschnelle Absage der Fasnacht aus: «Ich bin guter Dinge, dass wir da einen Weg finden, wie die Fasnacht oder Teile davon in irgendeiner Form stattfinden könnten». Sie sprechen wohl vielen Fasnächtlern aus der Seele: Wenn doch die Chance besteht, dass sich die Situation bis Ende Februar irgendwie verbessern könnte, brauche man die Fasnacht ja auch noch nicht abzusagen.

Mit Abstand die beste Lösung: Proben der Grottegyggser in Corona-Zeiten. (Bild: Telebasel)

Fasnachts-Gewerbe hält dagegen

Ein wenig anders sieht das, wessen Umsatz von einem solchen Entscheid abhängt. Larvenmacher, Schneiderinnen, Restaurants – sie alle leben mal mehr, mal weniger von den schönsten Tagen des Jahres: «Alleine diese vier Fasnachtstage bringen uns einen ganzen Monatsumsatz», sagt Grischa Cassini vom Restaurant Kohlmanns Basel.

Noch extremer ist die Situation bei Larvenmachern und Schneiderinnen: «Drei Tage entscheiden für mich über ein ganzes Jahr mit oder ohne Lohn», sagt etwa Jörg Hell vom Larvenatelier Hell in Laufen: «Ich arbeite das ganze Jahr nur für diese drei Tage – somit hängt von diesem Entscheid ein ganzes Jahresgehalt ab». Entsprechend froh wäre er, wenn er möglichst bald wüsste, wie es weitergeht.

Haben harte Zeiten vor sich: Larvenmacher in der ganzen Region leiden unter Auftragsmangel. (Bild: Telebasel)

Auch Cliquen brauchen Sicherheit

Abgesehen von der mit vielen Emotionen verbundenen Hoffnung auf eine Fasnacht 2021, wünschen sich auch zahlreiche Fasnächtler, vor allem Verantwortliche und Mitglieder der Sujet-Kommissionen, einen baldigen Entscheid. Denn: Wer sich entschliesst, 2021 ein neues Sujet auszuspielen, muss seine Bestellungen bei den Ateliers in diesen Wochen aufgeben.

Ohne Sicherheit, ob es überhaupt Fasnacht gibt, wagt einen solch kostspieligen Schritt keine Clique. Dies wiederum spürt nun eben das Fasnachts-Gewerbe.

95 Prozent aller Basler Kunden des Ateliers Hell werden das Sujet vom letzten Jahr ausspielen. Fürs Atelier eine Katastrophe. (Bild: Telebasel)

Entscheide bis Ende Monat in Aussicht

Wann mit einem Entscheid zu rechnen ist, will das Basler Fasnachts-Comité nicht sagen. Recherchen vom Telebasel Report haben ergeben, dass sich anfangs nächster Woche Vertreter des Comités mit den Kollegen vom Komitee aus Liestal zum Austausch treffen werden.

Treffen mit dem Kanton sollen bereits dieser Tage stattgefunden haben. So arbeitet man sowohl in Basel wie auch in Liestal darauf hin, Mitte Monat, spätestens aber Ende September über das weitere Vorgehen zu informieren.

Konkreter klingt es aus Laufen: Komitee-Präsident Beat Jermann stellt einen definitiven Entscheid über die Durchführung der Fasnacht 2021 in Laufen bis Mitte September in Aussicht: «Einfach etwas durchführen, nur damit es durchgeführt ist, macht auch keinen Sinn», sagt er gegenüber Telebasel. Zudem seien «80 Prozent der Sujets sowieso Corona». Die Chancen auf eine Durchführung stünden jedoch weiterhin bei 50/50.

Die Krise bringt auch neue Ideen

Absage oder nicht: Die Grottegyggser-Clique hat sich für den fall der Fälle schon mal einen Spuckschutz für Piccolos bauen lassen:

Der Telebasel News-Beitrag vom 2. September 2020.

Und der Schnitzelbangg Giftspritzi hat schon einen Vorschlag in Sachen Fasnachtsplakette 2021:

(Video: Telebasel)

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