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Zwei Windturbinen sollen in Muttenz in der Hard bis 2023 gebaut werden. (Video: Telebasel)
Baselland

Gegenwind für Windräder in Muttenz

Bloss nicht im eigenen Dorf. Die Gegner des Windräder-Projekts sind nicht gegen Windkraft, aber den geplanten Standort.

Über eine halbe Stunde schwärmt Muttenzer Gemeinderat Thomi Jourdan von den beiden 200 Meter hohen Windturbinen. Primeo Energie will diese im Jahr 2023 im Muttenzer Hardwald realisieren. Doch bei der Infoveranstaltung am Dienstagabend ist schnell klar: Es kommt Gegenwind aus der Bevölkerung.

Gegner nicht überzeugt

«Nach dieser Veranstaltung hat sich meine Haltung noch bestärkt», meint Anita Biedert, SVP-Landrätin und Präsidentin des Aktionskomitee gegen Windkraft in der Muttenzer Hard. «Ich fände Windkraftanlagen in Muttenz toll, wenn wir starken Wind hätten», so Biedert.

Der ineffiziente Standort ist das Hauptargument der Gegner. Laut Gemeinderat seien die 1’200 Haushalte, die durch die Windräder mit Strom versorgt würden, Grund genug für die Realisierung. Christoph Keigel vom Verein Wind-Still sieht das anders: «Muttenz hat zehntausend Haushalte», der Aufwand für den Ertrag sei unverhältnismässig.

Für Biedert spielt auch die Sicherheit eine wichtige Rolle. «Das wurde mir heute Abend zu sehr an den Rand gedrängt», so die SVPlerin über den Abstand der geplanten Windräder zum Siedlungsgebiet, allfällig entstehenden Schäden des Windparks und der Baurealisierung. Sie hat eine Petition gestartet und sammelt Unterschriften gegen die Windräder.

Antrag an Gemeinderat

Eigentlich, und das erwähnt Gemeinderat Jourdan auch während seines Vortrags, seien die Windturbinen von der Bevölkerung gefordert worden. «Die Bevölkerung gab im Jahr 2008, 2009 dem Gemeinderat die Aufgabe, für Standorte für Windkraftenergieanlagen zu sorgen», damit bezieht sich Jourdan auf die getroffene Energiesachplanung welche erneuerbare Energien fördern soll.

Mit der Sicherstellung bezüglich Schutz für Vögel, Umwelt und auch Lärmschutz habe sich der Gemeinderat, Kanton und auch die Firma Primeo Energie bereits intensiv auseinander gesetzt. «Der heutige Stand der Planung zeigt, dass der Schutz von Wald, Tieren, Vögeln und Natur erfüllt wird», bei Eingabe des Baugesuchs liege es bei der Primeo Energie, dies nochmals zu beweisen.

Bevölkerung hat das letzte Wort

Autobahn und Rangierbahnhof würden die Geräusche der Windturbinen übertreffen. Somit zweifelt Jourdan keineswegs am gewählten Standort. Auch die Kritik am Standort ändert daran nichts. «Wir wissen, dass es andere Standorte gibt, wo eine höhere Windausbeutung vielleicht möglich ist», so Jourdan. Trotzdem zeige der kantonale Richtplan, dass Muttenz als Standort geeignet ist und darauf baut der Gemeinderat weiterhin auf.

Ende Monat wird mit der Bevölkerung nochmals darüber debattiert. Im März 2021 kommt es zur Abstimmung über die Windturbinen. Schlussendlich entscheidet dann die Muttenzer Bevölkerung, was aus den Plänen des Gemeinderats und der Primeo Energie wird.

2 Kommentare

  1. Man sieht einmal mehr, dass der Kampf gegen die Windkraft meist nicht etwa von Umweltverbänden, sondern aus der rechten Ecke kommt. Mit diesen Verhinderern schaffen wir die Energiewende trotzdem, aber die Arbeitsplätze entstehen in ausländischen Windparks anstatt hier.Report

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