Schweiz

Viele Antikörper-Schnelltests halten ihr Versprechen nicht

Schnelltests auf Covid-Antikörper können ein wertvollen Mittel zur Eindämmung der Pandemie sein. Der Haken daran: Viele Exemplare sind nicht zuverlässig genug.

Nur einer von elf überprüften Antikörper-Schnelltests ist so gut, wie von Herstellern versichert. Bei einigen Tests sei ein zufriedenstellendes Resultat jedoch möglich, wenn zwei Tests nacheinander durchgeführt würden, teilte das SRK am Dienstag mit.

Ein Baustein im Kampf gegen Sars-CoV-2 sind Corona-Antikörpertests, um beispielsweise die Durchseuchung oder die Dunkelziffer der Infektionen in der Bevölkerung zu ermitteln. Eine vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) mitfinanzierte Studie verglich nun zwei von der US-Gesundheitsbehörde FDA zertifizierte Labortests mit elf kommerziell erhältlichen Schnelltests.

Mit diesen sollen sich innert wenigen Minuten anhand eines Tröpfchen Bluts nachweisen lassen, ob jemand entsprechende Antikörper gegen das Coronavirus aufweist.

Herdenimmunität kostengünstig bestimmen

Die Forschenden um Fabian Rudolf von der ETH Zürich fanden heraus, dass sich nur einer der untersuchten Tests für eine direkte Anwendung eignet. Es handelt sich um einen Schnelltest namens Hightop aus China, der dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF zufolge in der Schweiz bisher kaum verbreitet ist. Die anderen Tests wiesen zum Teil beträchtliche Abweichungen von den Herstellerangaben auf.

Fünf der mittelmässig guten Tests ergaben jedoch in Kombination mit einem zweiten mittelmässigen Test aussagekräftige Resultate. «Für die Bestimmung der Herdenimmunität und Bewältigung einer weiteren Welle gibt es damit exakte, rasche und kostengünstige Verfahren», sagte Rudolf gemäss der Mitteilung vom SRK. Für individuelle Diagnosen würden sich die Tests hingegen weniger eignen.

Um die Schnelltests zu überprüfen, zogen die Forschenden etwa 500 Covid-19-Blutproben aus der Biobank des Kantons Basel-Land sowie 350 Proben von Blutspendern mit Grippesymptomen aus früheren Jahren heran. Die Studie liegt derzeit als Vorab-Publikation auf dem Preprint-Server medRxiv und wurde noch nicht von anderen Wissenschaftlern begutachtet.

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