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Der Telebasel Newsbeitrag vom 31. August 2020.
Schweiz

Der Wolf im Kreuzfeuer des Jagdgesetz-Streits

Am 27. September entscheidet das Schweizer Stimmvolk über die Revision des Jagdgesetzes. Den Streitpunkt bildet dabei der Wolf.

Alle sprechen nur noch vom Wolf – zumindest dann, wenn es um das neue Jagd-Gesetz geht. Dabei wollen eigentlich alle genau das Gleiche: Den Ausbau des Artenschutzes. Aber eben, der Umgang mit dem Wolf ist der Knackpunkt in diesem revidierten Gesetz, dass bald zur Abstimmung kommt.

Grössere Schutzräume, mehr Wildübergänge und mehr Arten, die geschützt werden sollen. Auf den ersten Blick erstaunt es, dass ausgerechnet die Umweltschutzverbände gegen das revidierte Jagdgsetz das Referendum ergreifen. Das Problem ist der Wolf, denn sein Schutz soll gelockert werden.

«Den Wolf kann man Abknallen, bevor er überhaupt einen Schaden angerichtet hat. Angesichts der Globalen Biodiversitätskrise geht das absolut in die falsche Richtung», so Nationalrätin Samira Marti.

Befürworter wollen kantonale Vorgaben

Der Wolf sei nicht per se das Problem, meinen die Befürworter vom neuen Jagdgesetz. Dank der Revision könne man rascher und einfacher eingreifen, wenn es zu Konflikten kommt. «Mit der Ausbreitung des Bestandes zunehmend in Konflikt geraten mit der Landwirtschaft, mit der Nutztierhaltung, mit der Bevölkerung in diesen Regionen und darum muss man diese Ausdehnung ein Stück weit steuern können», so Thomas de Courten. Ein grosser Vorteil des neue Jagdgsetzes sieht der Befürworter er auch darin, dass die Entscheidungsgewalt vom Bund an die Kantone geht.

«Der Bund schlägt alles über eine Leiste. Die Kantone können viel besser abschätzen was die konkreten Probleme vor Ort sind. Wir haben ganz andere Probleme mit der Wildtierpopulation als Beispielsweise das Wallis oder Graubünden.»

Doch diese Stärkung der kantonalen Entscheidungsträger in dieser Gesetzesrevision, empfindet Samira Marti als problematisch, denn: «Es droht ein Flickenteppich von 26 verschiedenen Lösungen auf uns zuzukommen, obwohl Biodiversität mindestens eine nationale, wenn nicht sogar eine internationale Aufgabe ist.»

Ob der Schutz vom Wolf gelockert wird, darüber entscheidet das Stimmvolk am 27. September.

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