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Der Historiker Venanz Nobel im Gespräch mit Telebasel (News-Beitrag vom 31. August 2020).
Basel

Bettelnde Roma «leben in Familienstrukturen, die wir uns nicht mehr gewohnt sind»

Bettelnde in der Innenstadt bleiben in den Medien und der Politik Dauerthema. In Basel treffen zwei Kulturen auf einander: Grossfamilie und Grossstadt.

Venanz Nobel ist ein jenischer Autor und Historiker. Er hat selber im Wohnwagen gelebt und sagt, er kenne ähnliche Familienstrukturen, wie die der rumänischen Bettelnden aus eigener Erfahrung. Telebasel hat mit ihm über die Bettler-Thematik gesprochen.

Wie schätzen Sie die Situation in Basel mit den Bettelnden aktuell ein?

«Wenn ich das mit anderen Städten vergleiche, auch in der Schweiz, Zürich, Bern, Lausanne es gibt sie überall. Es wird sie immer geben. Wir haben Bettelnde, die auf der Strasse leben und wir haben solche, die sozusagen auf der Durchreise sind, für einige Wochen oder Monate. Das wird sich nicht ändern und hat sich nie geändert.»

Es ist auch immer wieder die Rede von Bettel-Bossen, die hinter den Gruppen stecken sollen. Was halten Sie davon?

«Es gibt in Rumänien nicht nur arme Leute, sondern auch reiche. Es gibt in Rumänien auch Villen, die gerne im Fernsehen gezeigt werden. Das sind zum Teil auch Roma, die darin wohnen, denn auch unter den Roma gibt es gut ausgebildete, reiche Leute. Doch auch diese können nicht alle Armutsprobleme lösen, darum haben wir hier trotzdem Bettler.

Sie leben natürlich in Familienstrukturen, welche wir uns hier nicht mehr gewohnt sind. Grossfamilien gab es vor hundert Jahren in der Schweiz auch noch.

Ich habe als Jenischer selber im Wohnwagen gelebt, war zwar nie im direkten Kontakt mit Bettlern, dennoch kenne ich diese Struktur des Zusammenhaltes. Und da gehört ein Cousin zweiten Grades genauso zur Familie, wie ein eigenes Kind oder die eigene Grossmutter.

Man kann heute nicht mehr begreifen, dass das eine normale Grossfamilie ist, die sich auf dem Wettsteinplatz trifft und berät, wie man weiter vorgeht.»

Wie werden Roma in Rumänien behandelt?

«Es ist bekannt, dass die Roma, die in Rumänien leben, immer wieder Verfolgungen ausgesetzt sind. Es gab beispielsweise in der Vergangenheit Überfälle durch Neonazis auf Romasiedlungen, bei denen ganze Dörfer abgebrannt wurden.»

Was halten Sie denn von Bestrebungen, diese Menschen zu integrieren, ihnen Jobs zu verschaffen?

«Das ist eine schwierige Angelegenheit, da diese Leute sich ja gar nicht in Basel niederlassen wollen. Ich bin für Ausbildungs- und Integrationsprogramme im Zusammenhang mit Flüchtlingen, die sich ja auch hier niederlassen und integrieren wollen. Man kann solche Mini-Jobs schon probieren bei Bettelnden, warum nicht, es ist aber nicht ihre Kultur, die Strassen zu reinigen.»

Die Gruppe von rumänischen Bettelnden, die momentan in Basel ist, hat uns ja erzählt, sie wollen weiterziehen, sobald sie ihr Geld von der Polizei wiederhaben. Glauben sie das?

«Sie ziehen weiter, sobald die Zeit für sie hier abgelaufen ist. Das ist eine innere Uhr und eine Gruppendynamik. Das ist aber auch abhängig vom Wetter. Man hat ja seit vielen Jahren mit kleinen Gruppen die Feststellung gemacht, im Herbst sind es plötzlich nur noch einzelne und denn gar keine mehr. So erledigt sich das Problem von alleine.»

4 Kommentare

  1. WTF??? ich verstehe das es ungewohnt ist, aber wie ihr reagiert find ich unter aller sau. kümmert euch um euren scheiss. was intressierts euch was die machen, ihr müsst ihnen ja nochts geben. finds immer wider schlimm wie es die leute in der schweiz mehr intressiert was andere macjen als sich um ihre dummheit zu kümmern.Report

  2. Ha ha ha ond noch mal ha.
    In Rumänia , und nicht nur , fast jede bettler gehört zu jemand , oder arbeitet für jemand.Diese leute sind einfach sklaven.Die gröste teil von geld was er ganze tag zusammen sammelt geht für dem «mann» mit grose villa und diese jemand ist auch ein Roma , und er ist im enge Beziehung mit organizierte verbrecherei kriminalitet und Menschenhandel.
    Viel spass liebe Politikern.Report

  3. Die Bettler sind ein Affront für alle arbeitenden Bürger dieser Stadt, die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und darauf achten niemandem zur Last zu fallen. Das Bettelverbot gehört sofort wieder eingeführt.Report

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