Ein Grenzübergang in Genf. (Bild: Keystone)
Schweiz

Müssen französische Grenzgänger in Quarantäne?

Die Infektionszahlen in Frankreich steigen. Doch Westschweizer Kantone kämpfen dafür, dass Grenzgänger nicht in Quarantäne müssen.

Seit Anfang Woche liegt Frankreich über dem Grenzwert von 60 Infizierten auf 100’000 Einwohner, der das Land nach BAG-Massstäben als Risikogebiet einstuft. Würden dieselben Massstäbe wie für Spanien angewendet, müssten auch Einreisende aus Frankreich in der Schweiz bald für zehn Tage in Quarantäne.

Doch noch wurde Frankreich nicht der Liste von Covid-19-Risikoländern hinzugefügt. Das soll auch so bleiben, betonen Politiker aus der Romandie gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Für deren Wirtschaft sei die Einführung einer automatischen und umfassenden Quarantäne verheerend.

Frankreich testet viel mehr als die Schweiz

Stattdessen sollen einzelne Gebiete Frankreichs auf die Liste kommen. Auch dem Gedanken, Grenzgänger in Hotels unterzubringen, um die Quarantäne-Regelung zu umgehen, scheinen die Politiker nicht abgeneigt.

«Die Zahlen sind von Region zu Region sehr unterschiedlich», analysiert Epidemiologe und Uniprofessor Antoine Flahault im Westschweizer Radio. Der Süden Frankreichs sei sehr viel stärker betroffen als die Grenzregion rund um Genf, so Flahault, der in der Covid-Task Force des Bundes mitarbeitet.

Dazu komme, dass Frankreich zwei- bis dreimal mehr Corona-Tests durchführe als die Schweiz. Das sei tugendhaft, aber dafür würden die Nachbarn jetzt betraft, bedauert der Epidemiologe.

2 Kommentare

  1. Ach so… Wenns dann darum geht Grenzgänger reinzulassen, werden die Zahlen anders angeschaut…ich schäme mich wirklich langsam Schweizer zu sein…Report

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