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Basel

Im Zoo herrscht durstige Stimmung

Die Sommerhitze verlangt, dass wir besonders viel Flüssigkeit trinken. Während wir einfach zu einem Glas Wasser greifen, löschen Tieren ihren Durst ganz anders.

Der Sommer hat gegen Ende nochmal für heisse Temperaturen gesorgt: In den letzen Wochen überschritt das Thermometer mehrmals die 30-Grad-Marke. Deshalb hiess es: Trinken, was das Zeug hält.

Dieses Motto gilt nicht nur für uns, sondern auch für die Tierwelt. Ein Elefant beispielsweise trinkt täglich bis zu 150 Liter Wasser. Andere Tiere trinken deutlich weniger, nehmen dafür viel Flüssigkeit über ihre Nahrung auf.

Und wie erging es den Zolli-Tieren während der intensiven Sommerhitze? Der Zoo Basel gewährte uns einen kleinen Einblick.

Elefanten haben eine eingebaute Trinkdusche

Diese elegante Trinktechnik der Elefanten muss man erst einmal nachmachen: Die grauen Riesen können mit ihrem Rüssel zwischen 10 und 20 Liter Wasser auf einmal einsaugen und sich die Wasserladung anschliessend in den Mund spritzen. Sie trinken also nicht direkt durch den Rüssel, wie oftmals vermutet wird.

Im Zoo Basel stehen den Elefanten zahlreiche Tränken zur Verfügung. Sie können sich aber auch jederzeit bei den grossen Badebecken mit Wasser bedienen, wie der Zoo Basel in einer Medienmitteilung schreibt. Bevorzugt nutzen die Elefanten aber die Selbsttränken, die ähnlich wie ein WC-Spülkasten funktionieren. Dabei fliesst das Wasser automatisch nach, sobald der Elefant davon trinkt.

Der Menschenaffe als Trinkschwamm

Der Zoo Basel bietet auch den Menschenaffen diverse Trinkmöglichkeiten an. Im Gehege der Affen gibt es in den Wänden eingebaute Wasserspender. Per Knopfdruck bekommen sie Trinkwasser in den Mund gespritzt. Auch offene Tränkebecken stehen zur Auswahl. Am liebsten trinken die Affen das Wasser jedoch direkt vom Schlauch der Tierpfleger.

Ein wenig anders ist es bei den Schimpansen. In ihrer natürlichen Wildbahn benutzen sie Blätter als Werkzeug, um an das Wasser in den Astgabeln oder den Löchern heranzukommen. Sie knüllen die Blätter zusammen und tränken sie anschliessend mit Wasser. Auch im Zolli Basel basteln sich die Schimpansen hin und wieder aus Mais oder Holzwolle einen Schwamm, lassen diesen mit Wasser volllaufen und saugen ihn anschliessend aus.

Starkes Atmen statt Schwitzen

In manchen Orten der Welt, sogenannten Trockengebieten, ist Wasser Mangelware. Viele Tiere in solchen Regionen kommen deshalb mit wenig, oder zeitweise ganz ohne Wasser aus. Deshalb atmen viele Hornträger, wie etwa die Rappenantilopen, viel stärker als sonst, um sich damit abzukühlen. Dabei geht viel weniger Wasser verloren, vor allem deshalb, weil sie den Mund geschlossen halten.

Sie atmen also in einer höheren Frequenz durch die Nase und leiten so innerst kürzester Zeit viel Luft über die Nasenschleimhaut. Die dabei verdunstete Feuchtigkeit entzieht dem Blut Wärme. Das gekühlte Blut fliesst anschliessend durch ein sogenanntes Kapillarnetz, das die Halsschlagadern umgibt und kühlt so, nach dem Prinzip eines Wärmetauschers, das ins Gehirn strömende Blut.

Wasserentnahme aus Nahrung und Luft

Viele Reptilien sind auf eine stetig hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. Im Zoo Basel werden die Terrarien regelmässig mit Wasser besprüht. Die vietnamesische Langnasennatter leckt, wie viele andere Reptilien auch, die Wassertröpfchen von den Blättern. Ihr steht natürlich auch jederzeit ein Trinkgefäss zur Verfügung.

Ganz anders ist es bei der Hornviper, einer giftigen Wüstenschlange. Ihr reicht das Wasser, das bereits in ihrer Nahrung steckt. Reicht die Flüssigkeit in der Nahrung nicht, greift sie bei Gelegenheit auch auf den morgendlichen Tau zurück, den sie auf Blättern und Gräsern findet.

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