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Der Telebasel-News-Beitrag vom 26. August 2020.
Baselland

Experte zieht Parallelen zwischen Klima- und Coronakrise

Vor der Corona-Krise hielt der Klimawandel die Welt auf Trab. Dass das Thema immer noch von enormer Wichtigkeit ist, wurde am EBL Klimagipfel erneut klar.

Der Dienstagabend im Muttenzer FHNW-Zentrum stand im Zeichen des Klimawandels und der Schweizer Energieversorgung. In insgesamt drei Keynotes stellten die beiden Experten, Reto Knutti, Klimaphysiker an der ETH Zürich und Gabriela Hug, ETH-Professorin für elektrische Energieübertragung sowie EBL CEO Tobias Andrist, verschiedene Herausforderungen und Lösungsansätze bezüglich des Klimawandels und der Energieversogung der Schweiz vor.

Noch nie sind die CO2-Emissionen in der Atmosphäre so stark angestiegen, wie in den letzten zehn Jahren. Der Bund hat aufgrund dieser Entwicklung letztes Jahr die Klimaziele verschärft. Ab 2050 soll die Schweiz C02-Neutral sein. Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich und Referent am Klimagipfel der EBL sagt, es müsse jetzt dringend Vorwärts gemacht werden.

Aufgrund der finanziellen Mittel, der stabilen politischen Lage und dem vorhandenen Know-How müsse die Schweiz eine Vorreiterrolle einnehmen, so Kutti: «Wir haben erste Schritte gemacht in gewissen Sektoren aber allgemein muss man sagen, dass wir noch nicht auf Kurs sind, weder in der Schweiz noch weltweit.»

Dabei wagt er den Vergleich zwischen der Corona- und der Klimakrise. In vielen Punkten würden sich die beiden Themen ähneln. Beide sind zu Beginn komplex und weit weg erschienen. Es sind abstrakte Themen und der Mensch wisse nicht genau, wie er damit umgehen soll und kann dadurch schlecht entscheiden.

Klimawandel viel langfristiger

Weiter seien beide Krisen gesellschaftliche Probleme, die nur adressiert werden könnten, wenn alle mithelfen und sich beteiligen. Ausserdem sind es Probleme, die eine Zeitverzögerung haben. «Dass bedeutet, man muss frühzeitig entscheiden, damit man langzeitige Folgen verhindern kann.

Es gibt aber auch Unterschiede. Der Klimawandel ist viel langfristiger, sagt Knutti. «Es ist nicht etwas, das wir im Notstand beschliessen können, sondern über Jahre demokratisch entscheiden müssen und den gewählten Weg dann auch weiterverfolgen.

Anders als die Corona-Krise wird uns das Klima also noch garantiert über Jahrzehnte hinweg beschäftigen. Aber die Pandemie habe gezeigt, dass es durchaus möglich sei, globale Probleme effektiv und rasch anzugehen. Dieses Verhalten wünscht sich Knutti, sowie auch die anderen Referenten für den Umgang mit dem Klimawandel.

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