Bayern München kann den Champions League-Pokal zum sechsten Mal hochstemmen. (Keystone)
International

Bayern wieder auf dem Gipfel Europas

Bayern München ist zum sechsten Mal Sieger der Champions League. Im Final von Lissabon besiegte der deutsche Meister Paris Saint-Germain.

Bayern Münchens Coach Hansi Flick hat mit diesem Triumph schon bei seiner ersten Station als Trainer auf höchster Stufe erreicht, was zuvor in der 120-jährigen Geschichte des FC Bayern nur Jupp Heynckes vor sieben Jahren geschafft hatte: Er gewann das Triple bestehend aus Meisterschaft, Cup und Champions League.

Hansi Flick übernahm das Team vor etwas mehr als zehn Monaten, als es gerade aus einer 1:5-Schlappe gegen Eintracht Frankfurt kam und führte es so verdient zum wichtigsten Klub-Titel, wie es nur sein kann: Die Bayern haben alle elf Spiele in der Champions League gewonnen.

Kingsley Coman als Matchwinner

Allein in der K.o.-Phase erzielten die Bayern in vier Spielen 18 Tore. Sie gingen dank dieser Bilanz – zumindest als kleiner – Favorit in den Final, wurden dieser Rolle aber erst mit Verzögerung gerecht.

Nach einer ansprechenden, aber nicht überragenden ersten Hälfte, nahm die Dominanz des deutschen Meisters nach der Pause von Minute zu Minute zu, bis der entscheidende Treffer in der 59. Minute fiel: Thomas Müller legte den Ball zurück auf Joshua Kimmich, und dessen Flanke lenkte Kingsley Coman am hinteren Pfosten ins Tor.

Ausgerechnet der Franzose Kingsley Coman, könnte man sagen: Er war der einzige Spieler in der Startformation der Bayern, der nicht schon den Halbfinal-Match gegen Lyon gewonnen hatte. Vor allem aber ist er der Spieler, der seine Karriere bei Paris Saint-Germain lanciert hatte, ehe er 2014 keinen Vertrag mehr erhielt und via Juventus Turin den Weg nach München fand.

Dieser Kingsley Coman also entschied die Partie mit seinem ersten Tor in der K.o.-Phase der Champions League, und nicht etwa Robert Lewandowski oder Serge Gnabry, die zuvor im Wettbewerb 15 beziehungsweise 9 Tore erzielt hatten.

Hochstehender Final

Mit der Führung im Rücken liessen die Bayern den Gegner nicht mehr aus dem Würgegriff. Es kam ihnen zupass, dass die Stars von Paris Saint-Germain mit Fortdauer der Partie und mit der Niederlage vor Augen das Kollektiv etwas vernachlässigten.

Neymar versuchte es zunehmend frustriert mit Einzelaktionen, Kylian Mbappé war nicht in der Lage, das Steuer herumzureissen und war in der Schlussphase kein Faktor mehr, und auch die Einwechslung des italienischen Regisseurs Marco Verratti brachte keine Wende mehr.

Dennoch leistete Paris Saint-Germain seinen Beitrag zu einem hochstehenden Final. Das Spiel hielt nämlich, was es nach den Auftritten der Finalisten in den Partien zuvor versprochen hatte.

Klar, es dauerte über ein Viertelstunde, bis ein Torhüter erstmals richtig eingreifen musste. Das war Bayerns Manuel Neuer mit einer Fussabwehr gegen Neymar in der 19. Minute. Und klar, die Bayern, auf dem Weg in den Final offensiv überragend mit 42 Toren in zehn Spielen, kamen erst nach 39 Minuten zum ersten Corner.

Pariser Traum geplatzt

Doch der Unterhaltungswert war sehr hoch – fast von Beginn weg. Etwa als Robert Lewandowski den Ball mit dem linken Fuss fast eineinhalb Meter über dem Rasen kontrollierte und mit rechts aus der Drehung den Pfosten traf (22.). Oder als Ander Herrera und Ángel Di María im Strafraum der Bayern auf engem Raum einen Doppelpass spielten, ehe Di María aus kurzer Distanz über das Tor schoss.

Was das Spiel auch versprochen hat, war dies: So herausragend die beiden Sturmreihen bisweilen auftrumpften, so sehr unterliefen dafür gerade den Bayern (wieder) in der ersten Hälfte in der Verteidigung grobe Fehler. Keiner war schlimmer, als das Zuspiel von David Alaba kurz vor der Pause im eigenen Strafraum in die Füsse von Mbappé. Doch weil der 180-Millionen-Mann schwach abschloss, blieb der Fauxpas für die Deutschen ohne Folgen – und sieht PSG seinen grossen Traum auch 2020 nicht erfüllt.

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