Die Sekunden vor dem Siegestreffer. (Bild: Keystone)
International

FC Sevilla gewinnt Europa League

Der FC Sevilla besiegt Inter Mailand im Finalspiel der Europa-Leage mit 3:2. Die Spanier gewinnen den Titel zum sechsten Mal.

Der FC Sevilla festigte seinen Ruf und seinen Rekord als beste Mannschaft in der Europa League. Die Spanier gewannen den ausserordentlich spektakulären Final in Köln gegen Inter Mailand 3:2.

Das entscheidende Tor nach 74 Minuten wurde zuerst als Eigentor gewertet. Inters Stürmer Romelu Lukaku lenkte einen Fallrückzieher von Diego Carlos neben dem Pfostens ins eigene Tor ab. Danach rangen sich die Verantwortlichen der UEFA dazu durch, das wunderbare Tor dem Brasilianer gutzuschreiben.

Sevilla hat die Europa League nunmehr zum sechsten Mal gewonnen, dreimal öfter als jede andere Mannschaft.

De Jong mit zwei Toren

Der erstaunlichste Spieler und wohl der Matchwinner war Luuk De Jong. Trainer Lopetegui hatte den etwas ausser Form geratenen niederländischen Stürmer in den letzten sieben Wettbewerbsspielen nur noch einmal in die Startformation gesetzt. Als Joker erzielte De Jong das späte Siegestor zum 2:1 im Halbfinal gegen Manchester United. Aber im wichtigsten Spiel war der knapp 30-Jährige nicht nur von Beginn an auf dem Platz. Er war mit zwei trockenen, sich gleichenden Kopfball-Toren zum 1:1 und zum 2:1 auch der Erfolgreichste.

Es war ein verrückter, offener Match, wie man ihn gerade in grossen Finals eher selten sieht. Es schien fast, als hätten die Trainer Julen Lopetegui und Antonio Conte darauf verzichtet, ihren Spielern taktische Anweisungen mitzugeben. Es entwickelte sich besonders in der ersten Halbzeit ein urtümliches Fussballspiel mit überlegenen Angriffsformationen und bisweilen schwimmenden Defensiven.

Einer der torreichsten Finals der Europa League

Das beste Beispiel für schlechtes Verteidigen auf diesem Niveau lieferte just der Siegestorschütze Diego Carlos in einer skurrilen Szene schon nach vier Minuten. Er liess sich auf wenigen Metern im Lauf Richtung Strafraum von Romelu Lukaku überlaufen, als ob der wuchtige Belgier ihn aufgefordert hätte, Platz zu machen. Einmal im Rückstand, hakelte der Brasilianer so lange in Lukakus Beinen herum, dass dieser irgendwann hinfallen musste. Er tat es gegen Ende des Laufs im Strafraum. Lukaku verwertete den Penalty selbst. Man konnte nicht ahnen, dass Diego Carlos und Lukaku 70 Minuten später in vertauschten Rollen in eine noch wichtigere Szene involviert sein würden.

Die Mannschaft von Trainer Conte trat nicht so überzeugend auf wie beim 5:0 gegen Schachtar Donezk im Halbfinal. Das lag jedoch in erster Linie am Gegner, der sich seinerseits eine stattliche Zahl von guten Chancen erarbeitete.

Keine Zuschauer sahen einen der torreichsten Finals in der Europa League respektive im UEFA-Cup. Lange Zeit schien sogar der Rekord aus dem Jahr 2001 in Gefahr zu geraten. Damals setzte sich ebenfalls in Deutschland – in Dortmund – der FC Liverpool 5:4 gegen Alaves durch. Das 5:4 war ein sogenanntes Golden Goal. Diese Sudden-Death-Regel in der Verlängerung wurde ein Jahr später abgeschafft.

Mit seinem Penaltytor egalisierte Lukaku einen Vereinsrekord von Inter Mailand. Es war in den verschiedenen Wettbewerben das 34. Saisontor des Belgiers. Auf ebenso viele Tore hatte es bei den Nerazzurri vor 22 Jahren der grosse Brasilianer Ronaldo gebracht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel