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Lehrte 12 Jahre lang Soziologie an der Uni Basel: Ganga Jey Aratnam. (Bild: zVG)
Basel

Ganga Jey Aratnam: «Die Einwanderung lässt sich kaum mehr stoppen»

Mit seinen Aussagen hat Ganga Jey Aratnam das Bild der Abschotter-Schweiz zerlegt. Im Talk spricht er über Vielfalt und Integrationskurse für Schweizer.

Schon der Titel wirkte wie der Blitz vor dem Donner: «Es sollte Integrationskurse für Schweizer geben». Im Interview und ergänzenden Artikel in der Sonntagszeitung vom 9. August zeigte der Soziologe Ganga Jey Aratnam auf: «Wir» werden Minderheit im eigenen Land. «Wir» sind nicht mehr die Reichsten hierzulande. «Wir» sind nicht mehr Firmenchefs. «Unsere» Professorinnen und Professoren sind an unseren Unis in der Minderheit. Und 52 Prozent der Personen, die hierzulande vor ein Standesamt treten, haben keinen Schweizer Pass.

Es gibt kein Zurück

Die Einwanderung sei nicht mehr zu stoppen, auch nicht per Gesetz. Dem stünden Menschenrechte, die Einbindung in Europa und unsere Wirtschaftsstruktur entgegen.

Wir seien zu stark vernetzt und eingebunden: «Man muss wissen: Der helvetische Weg der Migration ist eine Einbahnstrasse, es gibt kein Zurück». Unnötig zu sagen, dass solche Sätze sechs Wochen vor der Abstimmung zur SVP-Begrenzungsinitiative eine enorme Sprengkraft haben. Ganga Jey Aratnam ist kein Migrations-Romantiker. Er benennt auch Problemfälle und fordert einen offenen Diskurs darüber.

Verlierer im eigenen Land

Die Schweiz sei bezüglich Herkunft «das vielfältigste Land Europas». Darum könnte es nun etwa Integrationskurse für die Schweizerinnen und Schweizer brauchen: «Wenn zum Beispiel eine ältere Person Mühe mit Ausländerinnen hat und dann in ein Altersheim kommt, wird sie ihren ganzen Lebensabend frustriert sein. Denn im Altersheim arbeiten zu 90 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund. Es ist also in ihrem Interesse, einen Zugang zu diesen Leuten zu finden. Wenn sich die Einheimischen nicht anpassen, werden sie zu Verlierern im eigenen Land».

Innerhalb dreier Monate deutsch gelernt

Der Soziologe Ganga Jey Aratnam ist kein Provokateur, sondern ein Zahlen- und Faktenmensch. Als er vor 23 Jahren aus Sri Lanka in die Schweiz einwanderte, lernte er innerhalb von drei Monaten deutsch. 12 Jahre lang lehrte er an der Uni Basel Soziologie.

Der Schweiz wünscht er, dass sie ihre «Hypervielfalt» unverkrampfter feiern könnte: «Ich würde aber auch erwähnen, dass die Schweiz mit dieser Vielfalt vergleichsweise gut umgeht, dass es erstaunlich wenig Probleme gibt».

Wie gehen wir denn mit der Migration um und wo müssen wir handeln? Soziologe Ganga Jey Aratnam äussert sich im Talk vom Mittwoch, 19. August 2020, ab 18:45 Uhr dazu.

2 Kommentare

  1. Wer in die Schweiz einreist hat sich gefälligst anzupassen und zu integrieren, nicht umgekehrt! Kapiert das endlich! Wem es nicht passt soll wieder gehen!Report

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