Jakob Fuglsang gewinnt in Como die 114. Lombardei-Rundfahrt. (Bild: Keystone)
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Jakob Fuglsang gewinnt 114. Lombardei-Rundfahrt

Der Däne Jakob Fuglsang gewann in Como die 114. Lombardei-Rundfahrt. Dies ist bereits sein zweites Radsport-Monument.

Die 114. Ausgabe der Lombardei-Rundfahrt wurde beim Sieg des Dänen Jakob Fuglsang durch einen schweren Sturz des Belgiers Remco Evenepoel überschattet. Der 20-jährige Jungstar fiel unterwegs nach Como in einer Abfahrt von einer Brücke herab und brach sich das Becken.

Es waren schreckliche Bilder. Knapp 50 Kilometer vor dem Ziel kollidierte Evenepoel als hinterster Fahrer der Spitzengruppe bei vollem Tempo mit einer kleinen Begrenzungsmauer. Er überschlug sich und fiel mehrere Meter in die Tiefe. Nach bangen Minuten des Wartens wurde das belgische Rad-Wunderkind geborgen und mit dem Krankenauto ins Spital von Como gefahren.

Beckenbruch und Quetschung der Lunge

Wie sein Team Deceuninck-QuickStep am Abend mitteilte, ergaben die Untersuchungen einen Bruch des Beckens sowie eine Quetschung der rechten Lunge. Wie lange Evenepoel nicht mehr fahren kann, blieb zunächst offen. Bis Sonntag werde er zur Beobachtung im Spital bleiben und dann in seine Heimat fliegen. Das Bewusstsein verlor der in Belgien bereits mit der Radsport-Ikone Eddy Merckx verglichene Youngster zu keinem Zeitpunkt.

Evenepoel gewann in diesem Jahr bereits vier Rundfahrten bei ebenso vielen Starts. In der Lombardei startete er zu seinem ersten sogenannten Radsport-Monument. Erst vor zehn Tagen war Evenepoels Teamkollege Fabio Jakobsen an der Polen-Rundfahrt schwer gestürzt. Der Niederländer hatte mit schweren Kopfverletzungen zwei Tage im künstlichen Koma verbracht.

Der Sturz von Evenepoel blieb nicht der einzige Schreckmoment beim Rennen nahe der Schweizer Grenze. Kurz vor dem Ziel fuhr plötzlich ein Auto auf die Strasse. Der Deutsche Maximilian Schachmann konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte in das Auto. Er konnte das Rennen aber noch zu Ende fahren.

Fuglsang gewinnt solo

Nach den Zwischenfällen geriet der Sieg des Dänen Jakob Fuglsang beinahe in den Hintergrund. Der in Genf geborene Routinier vom Team Astana besass im Finale am meisten Kräfte. Nach 231 Kilometern von Bergamo nach Como siegte Fuglsang solo, 31 Sekunden vor dem Neuseeländer George Bennett und 51 Sekunden vor seinem russischen Teamkollegen Russen Alexander Wlassow. Der Vorjahressieger Bauke Mollema musste mit Platz 4 Vorlieb nehmen, als bester Schweizer klassierte sich Matteo Badilatti mit 10:25 Minuten Rückstand im 23. Rang.

Die Favoriten lancierten den Kampf um den Sieg bereits früh. An den letzten beiden Steigungen reduzierte sich das Feld der Sieganwärter auf sechs Fahrer. Zur entscheidenden Attacke setzte Fuglsang aber erst sechs Kilometer vor dem Ziel an der letzten Steigung an, als er hinauf nach San Fermo di Battaglia mit einem trockenen Antritt seinen letzten Begleiter Bennett stehen liess.

Je älter, desto erfolgreicher

Fuglsang gehört seit Jahren zu den besten Radprofis. Die grossen Siege wollten dem Olympia-Zweiten von 2016 und zweifachen Sieger der Dauphiné-Rundfahrt aber erst im fortgeschrittenen Alter gelingen. Vor einem Jahr gewann der 35-Jährige mit Lüttich-Bastogne-Lüttich sein erstes Radsport-Monument, nun doppelte er im «Rennen der fallenden Blätter», das normalerweise im Oktober stattfindet, nach.

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