CureVac verzeichnete einen erfolgreichen Start an der US-Technologiebörse Nasdaq. (Bild: Keystone)
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Aktienwert von Impfstoff-Firma steigt um 249 Prozent

Die Aktien Impfstoff-Firma CureVac schafft zum Börsendebüt einen Kurssprung. Der Wert stieg am ersten Handelstag um 249 Prozent.

Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac hat am Freitag ein furioses Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq gefeiert. Die Aktien schlossen an ihrem ersten Handelstag bei 55,90 Dollar, was einem Kurssprung von 249 Prozent entspricht.

Die Anteilsscheine waren mit 16 Dollar am oberen Ende der Preisspanne ausgegeben worden. Fortschritte bei der Entwicklung des Coronavirus-Impfstoffs hatten das Interesse der Anleger beflügelt. Schon zum Ausgabepreis wurde CureVac mit umgerechnet bis zu 2,5 Milliarden Franken bewertet – das sind 900 Millionen Franken mehr vor wenigen Wochen, als unter anderem die deutsche Staatsbank KfW eingestiegen war. Nun beträgt die Marktkapitalisierung bereits rund acht Milliarden Franken.

Mit dem Börsengang erhielt CureVac frisches Geld, das hauptsächlich in den Coronavirus-Impfstoff fliessen soll. Zunächst wurden 13,33 Millionen Aktien zu jeweils 16 Dollar ausgegeben, so dass dem Unternehmen 213 Millionen Dollar zufliessen, wie CureVac mitteilte. Die neuen Investoren können in den Wochen nach der Erstnotiz weitere zwei Millionen Aktien erwerben. Damit würde der Erlös für CureVac auf 245 Millionen Dollar steigen. Mehrheitsaktionär Dietmar Hopp, der Gründer des Softwarekonzerns SAP, hat zugesagt, Aktien für weitere 100 Millionen Euro zum Ausgabepreis zu kaufen.

Ausbau der Produktion

CureVac will mit dem Geld vor allem die Entwicklung seines Coronavirus-Impfstoffkandidaten bis zum Abschluss der entscheidenden klinischen Phase-3-Studie und die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten finanzieren. Curevac habe bereits «einen signifikanten zweistelligen Millionenbetrag» in die Entwicklung des Coronavirus-Impfstoffs gesteckt, sagte Konzernchef Franz-Werner Haas der «Süddeutschen Zeitung». «Und wir bauen unsere Produktion aus». Wenn die Marktzulassung gelinge, brauche CureVac um die 400 Millionen Euro. «Es wird weitere Finanzierungsrunden geben.»

Erst im Juli hatte CureVac 560 Millionen Euro frisches Kapital bei neuen Investoren eingesammelt, darunter die KfW, die für einen 19-Prozent-Anteil 300 Millionen Euro zahlte. Der britische Pharmariese GlaxoSmithKline übernahm neun Prozent für 150 Millionen Euro, der katarische Staatsfonds QIA steuerte 60 Millionen Euro für 3,5 Prozent bei. Damals wurde CureVac mit 1,6 Milliarden Euro bewertet.

Noch kaum Einnahmen

CureVac hatte im Juni mit der klinischen Erprobung seines Covid-19-Impfstoffkandidaten begonnen. Die Tübinger setzen – wie die Mainzer BioNTech und der US-Konzern Moderna – auf Impfstoffe auf Basis der sogenannten Boten-RNA (mRNA). Sie soll menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Eiweissstoffen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln. Andere Impfstoffentwickler haben Partnerschaften mit Pharmariesen wie Pfizer oder AstraZeneca verkündet, um den Impfstoff zu produzieren und zu vermarkten. Auch CureVac sie in Gesprächen, sagte Haas. «Alleine werden wir das nicht schaffen.»

Bis CureVac selbst in die Massenherstellung einsteigen kann, wird noch Zeit vergehen. «Wir bauen gerade die Produktion in unserem bestehenden Werk auf. Die Grossanlage soll dann 2022 in Betrieb gehen, dann können wir Milliarden Dosen liefern.» Bestellungen für den Coronavirus-Impfstoff haben die Tübinger noch keine. «Aber wir reden mit verschiedenen Regierungen.»

Wegen der teuren Entwicklung schreibt CureVac wie viele junge Biotech-Unternehmen rote Zahlen. Ohne ein marktreifes Produkt fliessen die Einnahmen nur spärlich fliessen. Für 2019 wies CureVac bei einem Umsatz von 17,4 Millionen Euro einen Verlust von 99,9 Millionen Euro aus.

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