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Der Telebasel News-Beitrag vom 13. August 2020.
Basel

Basler Veranstalter begegnen Lockerungen des Bundes mit Skepsis

Ein positives Signal des Bundesrats für Veranstalter: Events mit über 1'000 Teilnehmenden sind ab Oktober wieder möglich. Die Umsetzung bleibt weiterhin unklar.

Im ersten Moment schien es wie der grosse Befreiungsschlag für Konzert- und Sportfans. Der Bundesrat kündigte am Mittwoch in einer Pressekonferenz an, Veranstaltungen mit mehr als 1’000 Teilnehmenden ab Oktober wieder zu erlauben.

Natürlich hat man sich auch im Basler Veranstaltungshaus Kaserne darüber gefreut. Sandro Bernasconi, Leiter Musik, gebe der Beschluss aber vorerst kaum Sicherheit bei der Programmplanung. «Es ist natürlich wichtig und gut, dass eine Lockerung stattfinden wird. Wie die diese aber genau aussehen wird, das weiss noch keiner», sagt Bernasconi. Der Bund will mit den Kantonen in den nächsten zwei Wochen einheitliche Kriterien erarbeiten, somit ändert sich für die Kaserne vorerst nichts.

Kantone bewilligen die Anlässe

Die Kantone bestimmen schlussendlich, was genehmigt wird und was nicht. Die epidemiologische Lage und ihre Kapazitäten für das Contact Tracing, müssen hierbei berücksichtigt werden.

Entsprechend vorsichtig optimistisch ist auch Veranstalter Thomas Dürr. Die Lockerungen seien ein tolles Zeichen, er wolle sich aber nicht zu früh freuen: «In Basel haben wir da eher schlechte Erfahrungen gemacht». Als im März in der ganzen Schweiz noch Events bis 1’000 Teilnehmer möglich waren, habe in Basel ja auch schon die Hundertergrenze gegolten. 

Eine Frage bleibt ebenfalls im Raum stehen: Wer trägt die Verantwortung, wenn es ab Oktober vermehrt zu Ansteckungen kommt? Der Bund, der Kanton oder die Veranstalter?

«Wir sind keine Virologen»

Clubs und Konzertsäle hielten sich einfach an die Auflagen des Bundes, so Sandro Bernasconi. «Was wir können, sind Konzerte veranstalten und ein Angebot anbieten. Wir sind keine Virologen». Dass man dann die Veranstalter in den Medien verantwortlich mache, sei der falsche Weg.

«Veranstalten ist viel riskanter als früher. Man muss lernen, damit umzugehen, genauso wie wir alle lernen müssen, mit diesem Virus zu leben», findet auch Thomas Dürr, CEO der Act Entertainment AG.

In zwei Wochen wird sich ein klareres Bild zeigen, wie kommende Grossveranstaltungen aussehen werden. Bis an Konzerten aber wieder unbeschwert gesungen und getanzt werden kann, ganz ohne Masken und Mindestabstand, wird man sich vermutlich noch länger gedulden müssen.

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