«Eine Heim-WM absagen zu müssen, ist höchst bedauerlich», so Patrick Hunger, der Präsident von Swiss Cycling. (Bild: Keystone)
Schweiz

Rad-WM im Wallis fällt Corona-Pandemie zum Opfer

Weil das Verbot für Grossveranstaltungen erst auf den 1. Oktober gelockert wird, findet die Strassen-Rad-WM in Aigle/Martigny nicht statt.

Für die Organisatoren der Rad-WM im Wallis kommen die angekündigten Lockerungen des Bundesrats im Kampf gegen die Eindämmung des Coronavirus zu spät. Dem OK blieb keine andere Wahl, als die Titelkämpfe vom 20 bis 27. September in Aigle und Martigny abzusagen.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Während die Meisterschaften in den höchsten Schweizer Fussball- und Eishockey-Ligen im Herbst wohl beginnen können, bedeutet die Verlängerung des Verbots für Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen um einen Monat bis Ende September das Aus für die WM der Strassenradprofis – zumindest in der Schweiz. Denn die UCI prüft nun die Option, die WM an denselben Daten an einem anderen Ort durchzuführen. Ein Entscheid soll bis spätestens am 1. September fallen. Angeblich sollen die italienischen Regionen Emilia Romagna und Venetien Interesse zeigen, berichteten lokale Medien.

Die WM-Organisatoren im Wallis hatten bereits im Vorfeld angekündigt, dass die Rahmenbedingungen für die Durchführung der WM nur bei «wesentlichen Lockerungen» der aktuell geltenden Massnahmen gegeben seien. Insofern kam die Absage nur eine Stunde nach der Bekanntgabe des Bundesrats-Entscheids nicht überraschend. Es wäre «unmöglich» gewesen, die WM durchzuführen, teilten die Organisatoren mit, die Vorgaben würden ein «unüberwindbares Hindernis» darstellen.

Reisebeschränkungen als zweites Hindernis

Den Ausschlag zur Absage gaben aber auch die weltweit geltenden Reisebeschränkungen; zahlreiche der 1200 Athletinnen und Athleten hätten bei einer Einreise in die Schweiz vorerst unter Quarantäne gestellt werden müssen. Dies hätte viele Rennfahrerinnen und Rennfahrer der Möglichkeit beraubt, ihre Chance wahrzunehmen, so der OK weiter. Erst in der Nacht auf Mittwoch hatte zum Beispiel der australische Radverband angekündigt, keine Fahrer ausser den bereits in Europa weilenden Profis zur WM in die Schweiz zu schicken.

Die Absage der Strassen-WM – es wäre die erste in der Schweiz seit Mendrisio 2009 gewesen – fügt sich nahtlos in die lange Liste der annullierten oder verschobenen Anlässe ein. Mit der Eishockey-WM, die im Mai in Zürich und Lausanne im Programm gestanden wäre, hatte bereits der andere sportliche Grossanlass dieses Jahres in unserem Land gestrichen werden müssen.

Nun halt 2024…

Obwohl sich die Absage abgezeichnet hatte, war die Enttäuschung bei den Verantwortlichen gross. Sie seien «traurig und enttäuscht», so Grégory Devaud und Alexandre Debons, die Co-Präsidenten des OK, in einer ersten Reaktion. „Eine Heim-WM absagen zu müssen, ist höchst bedauerlich – allein schon, wenn ich an unsere Athletinnen und Athleten denke, die um die Chance gebracht werden, sich vor Heimpublikum zu präsentieren und womöglich eine Medaille zu gewinnen“, liess sich Patrick Hunger, der Präsident von Swiss Cycling, in einer Mitteilung zitieren.

Anders als die Eishockey-Fans können sich die Radsport-Begeisterten aber schon auf eine nächste WM in der Schweiz freuen. Denn Swiss Cycling hatte vor zwei Jahren auch den Zuschlag für die WM 2024 erhalten, die in Zürich stattfinden wird. Entsprechend blickte Swiss Cycling bereits auf diesen Anlass voraus. Die 2019 eingeleiteten Fördermassnahmen würden aufrecht erhalten.

Auch keine SM im Wallis

Ebenfalls nicht stattfinden können die Schweizer Meisterschaften, die als WM-Hauptprobe am 22. August ebenso in Aigle/Martigny vorgesehen waren. Elite-Meisterschaften werden in diesem Jahr keine vergeben, Sébastien Reichenbach und Marlen Reusser tragen ihre Trikots bis zur SM 2021.

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