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Der Telebasel News Beitrag vom 11. August 2020.
Basel

Verein erhebt Vorwürfe: Bäume trocknen aus und Stadtgärtnerei tue nichts

Die Stadtgärtnerei würde laut dem Verein «Riehen-Basel grün statt grau» nichts gegen die Austrocknung der Bäume tun. Zwei Kessel Wasser würden schon ausreichen.

Die Stadtgärtnerei würde ihre Arbeit nicht richtig machen. Das meint Peter A. Vogt, Präsident des Vereins «Riehen-Basel GRÜN statt GRAU». Durch zu wenig Bewässerungen würden besonders viele Jungbäume vertrocknen und wegsterben.

Stadtgärtnerei mache nichts

«Es ist eine Katastrophe, was die machen. Sie machen viel zu wenig», klagt Vogt am Dienstag. Besonders die Jungbäume würden zu wenig bewässert werden, wirft er der Stadtgärtnerei vor.

Doch die Bewässerung laufe laut Yvonne Aellen, Leiterin der Grünflächen bei der Stadtgärtnerei, sehr wohl auf Hochtouren. Parks, Bäume wie auch Rabatten würden regelmässig bewässert.

Zwei Kessel Wasser als Rettung

Vogt meint, wenn jeder seinen Baum vor der Haustür tagtäglich mit zwei Kessel Wasser bewässere, würden diese trockene Tage überleben können. «Dann würde das auch funktionieren, wenn die Stadtgärtnerei nichts macht», so Vogt.

Doch besonders bei den Jungbäumen, die unter der Trockenheit, Hitze aber auch beim Transport und wegen der Einpflanzung leiden, hätte die Stadtgärtnerei eine Sonderbehandlung bei der Bewässerung.

«Wir geben den Jungbäumen alle ein bis zwei Wochen hundert bis zweihundert Liter. Also nicht zwei Kessel, das wären lediglich zwanzig Liter», erklärt Aellen. So will man verhindern, dass die Wurzeln der Bäume nach Oben wachsen und sich dafür in die Tiefe verbreiten.

Jungbäume sehen schwach aus

Besonders die Jungbäume machen Vogt sorgen. Beispielsweise bei der Peter Rot-Strasse und der Wettsteinallee seien einige Jungbäume kurz vor dem Austrocknen. Aber nicht nur im Kleinbasel, in ganz Basel seien gemäss dem Verein «Riehen-Basel GRÜN statt GRAU» viele Bäume gefährdet.

Laut Yvonne Aellen sehe dies jedoch schlimmer aus, als es ist. «Dass die Blätter austrocknen, ist ein Schutzmechanismus der Jungbäume», im nächsten Frühjahr würden die Bäume wieder normal spriessen.

Auch die frische Einpflanzung ist ein Hindernis für das Gedeihen der Bäume. «Sie müssen sich vorstellen, diese Bäume kommen aus einer Baumschule», so Aellen. Beim Transport gehen Wurzeln verloren und der Baum müsse sich erstmal am neuen Ort neu verwurzeln können.

Unklare Aussichten

Laut Vogt sei ebenfalls wichtig, dass künftig besonders Jungbäume früher bewässert werden. «Nicht erst, wenn die Hitzeperiode schon lange andauert. Es wäre am besten, die Bäume bereits im Frühjahr mit Wasser zu versorgen», argumentiert Vogt.

Das würde die Stadtgärtnerei bereits machen. «Wir starten mit der Bewässerung im Frühjahr, besonders wenn wir so einen trockenen Frühling, wie in diesem Jahr haben», heisst es von der Stadtgärtnerei selbst.

Da unklar ist, wie die Klima-Situation in den kommenden 30 bis 40 Jahren aussehen wird, sei die Auswahl der Bäume gar nicht so einfach. «Aus diesem Grund pflanzen wir möglichst verschiedene Bäume in der ganzen Stadt an», sagt Aellen. So soll sichergestellt werden, dass künftig Bäume in der Stadt gedeihen können, die der Entwicklung des Stadtklimas gewachsen sind.

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