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Der Telebasel Sport Beitrag vom 12. August 2020.
Basel

EL-Traum ausgeträumt – Rotblau scheidet in den Viertelfinals aus

Der FCB verliert mit 1:4 gegen Schachtar Donezk. Damit ist Rotblau in den Viertelfinals der Europa League ausgeschieden.

Der Traum vom FC Basel von einem Exploit am Finalturnier in der Europa League in Nordrhein-Westfalen ist geplatzt. Der FCB blieb im Viertelfinal-Spiel in Gelsenkirchen gegen den ukrainischen Meister Schachtar Donezk ohne Chance und verlor 1:4.

Horrorstart für Rotblau

Zwei Gegentore durch Junior Moraes (2.) und Taison (22.) brachten die Basler früh in Rücklage. Alain Patrick sorgte eine Viertelstunde vor Schluss mit einem sicher verwandelten Foulpenalty für die Entscheidung zugunsten des Favoriten aus der Ukraine in einem einseitigen Duell, nachdem Yannick Marchand Taison gefoult hatte. Dodo erhöhte kurz vor Schluss auf 4:0 (88.), ehe Ricky van Wolfswinkel in der Nachspielzeit der Ehrentreffer gelang.

In der Viertelstunde vor dem 0:3 hatte der FCB seine beste Phase. In der 63. Minute bekundete er Pech, dass ein Tackling von Dodo an Afimico Pululu im Strafraum nicht als Foul gewertet wurde, drei Minuten später vergab Arthur Cabral die einzige gute Chance der Basler, als er einen Lupfer neben das Tor setzte.

Von einem Halbfinal-Einzug wie 2013, als der FCB in der Runde der letzten Vier am späteren Champion Chelsea scheiterte, war er aber weit entfernt. Das mit sechs gebürtigen Brasilianern in der Startformation spielende Schachtar Donezk war spielerisch zwei Klassen besser als die Basler.

Simple Fehler in der Defensive

«Ich habe ein Kribbeln im Bauch», hatte Silvan Widmer am Tag vor dem Duell mit dem 13-fachen ukrainischen Meister gesagt. Die Schmetterlinge im Bauch der Basler waren im leeren Stadion in Gelsenkirchen schnell verflogen. Bereits nach 96 Sekunden lag der FCB in Rückstand. Nach dem von Marlos getretenen ersten Corner der Partie vernachlässigte Fabian Frei seine Deckungsaufgabe, Keeper Djordje Nikolić kam beim Herauslaufen zu spät, sodass Junior Moraes freistehend per Kopf zum 1:0 traf. Für den Torschützenkönig der vergangenen beiden Saisons in der Ukraine war es der vierte Treffer in den letzten drei Europa League-Spielen.

Es blieb nicht der einzige Fehler Nikolićs an diesem Abend, der bei seinen drei Europa League-Einsätzen zuvor für den FCB ohne Gegentreffer geblieben war. Der Ersatz für Jonas Omlin, der wegen des bevorstehenden Transfers zu Montpellier die Reise nach Deutschland nicht angetreten hatte, wirkte vor allem bei Flanken unsicher, zeigte aber zumindest auf der Linie mehrmals sein Können.

Mit seinen Interventionen bei den Schüssen von Junior Moraes (30.) und Marlos (38.) konnte er den dritten Gegentreffer noch aufschieben, beim Schlenzer von Marcos Antonio an die Lattenunterkante wäre aber auch der Serbe ohne Chance geblieben (40.).

Auch andere FCB-Spieler blieben von Fehlern nicht verschont. Fabian Frei, mit fünf Treffern der Basler Top-Torschütze in der Europa League, sah auch beim zweiten Treffer nicht gut aus, als er den Schuss von Taison abfälschte. Den Konter hatte Innenverteidiger Jasper van der Werff, der Ersatz für den gesperrten Eray Cömert, mit einem einfachen Ballverlust eingeleitet.

FCB: Eifriger Punktesammler

Trotz der klaren Niederlage und dem letztlich nicht genügenden Auftritt gegen Schachtar Donezk darf der FCB aber auf eine erfolgreiche Kampagne zurückblicken.

Nach der Enttäuschung in der Champions League-Qualifikation gegen LASK Linz raffte sich die Mannschaft von Marcel Koller auf, schloss die Gruppenphase als Sieger ab und qualifizierte sich mit 4:0 Siegen und 8:0 Toren in den ersten zwei K.o-Runden für das Finalturnier. Einmal mehr bewies der FCB, dass er der einzige Superligist ist, auf den international Verlass ist.

Dank seiner acht Siege sammelte der FCB eifrig Punkte für das Fünfjahresranking der UEFA, in dem sich die Schweiz auf Platz 17 verbesserte. Für einen Vorstoss auf Rang 15, der zur Teilnahme von zwei Teams in der Champions League-Qualifikation der übernächsten Saison berechtigt, hätte Basel neben einem Sieg gegen Donezk auch im Halbfinal zumindest ein Remis benötigt.

Für Schachtar Donezk ist es der erste Halbfinal-Einzug seit 2016. Für den UEFA-Cup-Sieger 2009 geht es nun am Montag in Düsseldorf gegen Inter Mailand weiter. Der Zweite der Serie A hatte sich am Montag gegen Bayer Leverkusen 2:1 durchgesetzt.

Nach den spielerisch starken Auftritten gegen Wolfsburg und Basel steigt Schachtar Donezk zumindest nicht als Aussenseiter in das Duell. Das Team des Portugiesen Luis Castro ist seit dem Wiederbeginn Ende Mai noch ungeschlagen.

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