Laut Prognosen könnte Ende 2020 der Corona-Impfstoff auf den Markt kommen. (Bild: Keystone)
Schweiz

Schweiz im Impfstoff-Rennen im «vorderen Mittelfeld»

Wann gibt es endlich den ersehnten Corona-Impfstoff? Und wie gut ist die Schweiz positioniert? Experten zeigen sich zuversichtlich.

Die Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff wird mit der anhaltenden Corona-Pandemie immer tragender. Mit Aussicht auf mögliche Impfstoffe noch 2020 stellt sich nicht nur die Frage «Wann kommt endlich der Impfstoff?», sondern auch «Wer bekommt ihn zuerst?».

Bereits zu Beginn der Krise machte beispielsweise US-Präsident Donald Trump Schlagzeilen, als er ankündigte, exklusive Rechte für die USA sichern zu wollen, sobald ein Impfstoff gefunden wird.

USA und EU haben Deals

Um im Run auf dem Impfstoff die Nase vorne zu halten, haben sich etwa die Amerikaner für 7 Milliarden Dollar und die EU für 400 Millionen Impfdosen bereits schon länger Vorkaufsrechte gesichert.

Auch für die Schweiz raten die Experten, mit mehreren Herstellern Verträge abzuschliessen. Am Freitag kündigte der Bund den ersten Deal mit dem US-amerikanischen Unternehmen Moderna an. Weitere Verträge mit anderen unter nehmen seien in Bearbeitung. Das bedeutet, hier könnte die Impfung vor anderen Ländern eingesetzt werden. Ob die Schweiz dennoch im Rückzug bei den Impfstoff-Deals sei, fragte «20 Minuten» am Freitagmorgen.

Schweiz hat nicht zu spät gehandelt

«Wegen des internationalen Wettbewerbsdrucks wollen sich alle Staaten den Impfstoff möglichst früh sichern», sagt Gesundheitsökonom Willy Oggier gegenüber der Zeitung. «Daher sind die Firmen erst einmal daran interessiert, mit den grossen Ländern einen Vertrag abzuschliessen. Die Schweiz hingegen ist ein kleines Land und nicht zuoberst auf der Prioritätenliste.» Moderna habe zudem seinen Sitz in den USA, weshalb Donald Trump dort den Vorteil habe.

Der Vorteil der Schweiz ist laut Willy Oggier die Kaufkraft. So liege sie in den Verhandlungen im «guten vorderen Mittelfeld». Laut Manfred Kopf, Mitglied der Covid-Task Force des Bundes, habe die Schweiz nicht zu spät gehandelt. «Sofern sich der Bund nun entschliesst, einen Vertrag mit Moderna abzuschliessen, ist das jene Firma, die in der Impfentwicklung sehr weit fortgeschritten ist.» Der Impfstoff könnte schon Anfang 2021 bereit sein.

Verhandlungstaktik gefragt

Während der Wartezeit sei jetzt vor allem Verhandlungstaktik gefragt, so Willy Oggier. «Man muss dafür mehrgleisig fahren und mit mehreren Firmen Vertragsverhandlungen führen.» Und: Der Impfstoff kann in der letzten Testphase immer noch scheitern. Für die Menschen sei es entscheidend zu wissen, ob man sich bald gegen das Coronavirus impfen lassen kann.

Überstürzte Impf-Aktionen gelte es jedoch zu vermeiden. «Beim Covid-Impfstoff ist es sehr wichtig, dass er sicher getestet ist. Wir würden nicht gut daran tun, wenn wir einen Impfstoff einfach fahrlässig durchwinken würden», so Manfred Kopf.

Um für eine gerechte Verteilung des Impfstoffes auf der ganzen Welt zu sorgen, gibt es die sogenannte Covax-Initiative. Sie fordert, dass bei einem zugelassenen Impfstoff sowohl reiche Staaten wie auch Entwicklungsländer Zugriff auf das Mittel haben.

Ob das gelingt, ist laut Patrick Mathys, Leiter Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, nicht gegeben:  «Dass die Impfstoffverteilung am Schluss nicht vollständig gerecht ist, davon müssen wir leider ausgehen». Die Schweiz könne sich aber im Kampf um den Impfstoff gut positionieren.

2 Kommentare

  1. Die Schweiz hat halt weltpolitisch keine Bedeutung und positioniert sich mit ihren xenophoben Gebaerden so, dass nur noch finanzielle Anreize genutzt werden kpennen.Report

  2. Und dann hat dir schweiz bezahlt und sie bekommen denn Immpfstoff nicht weil die USA und die EU die finger am längerem hanen haben man errinere sich das Deutschland die bezahlten masken nicht für die Schweiz auch nicht heraus gegeben habenReport

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