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Der Telebasel News Beitrag vom 7. August 2020.
Basel

Lonza an der Speerspitze im Kampf gegen Corona

Welcher Pharmakonzern bringt als erstes einen wirksamen Impfstoff gegen Corona. Ganz oben mischt die Firma Moderna und ihr Basler Partner, die Lonza, mit.

Bei Lonza herrscht Hochstimmung. Diese Woche wurde bekannt, dass die US-amerikanische Firma Moderna, die im Rennen um einen Impfstoff weit vorne liegt, nach Basel kommt. Hier will sie eng mit der Lonza zusammmenarbeiten, die den Hauptwirkstoff für Moderna künftig auch in ihren Werken in Visp herstellen wird. Moderna liefert dabei das Know-How und Lonza übernimmt die Produktion. Mit Werken in Visp, USA und Singapur operiert dass Basler Unternehmen global. Eine weltweite Distribution, falls der Impfstoff durchgewinkt wird, könne garantiert werden. Auch könne Lonza die Labor-Prozesse nach oben skalieren.

Momentan unterläuft der Impfstoff die letzten klinischen Studien mit 30’000 Probanden in den USA. Geht alles nach Plan soll schon Ende Jahr die Produktion starten.

Vom Impfstoff verspricht man sich viel. 4,5 Millionen Dosen sichert sich die Schweiz. Die Verträge sind bereits unterzeichnet, wie der Bund am Freitag publik machte. Weil voraussichtlich zwei Impfdosen pro Person benötigt werden, können damit vorerst 2,25 Millionen Menschen in der Schweiz geimpft werden.

Das BAG gibt nicht bekannt, wie viel Geld dieser Deal kostet. Der Bundesrat hat allerdings insgesamt 300 Millionen Franken für die Beschaffung gesprochen.

Vertrag über zehn Jahre

Was aber wenn der Wirkstoff von Moderna durchfällt: «Wir haben ein zehnjähriges Collaborations Agreement mit Moderna. Sollte dieser Impfstoff-Kandidat nicht funktionieren, werden wir die Investitionen nutzen, um mit Moderna weitere Produkte im Bereich mRNA zu entwickeln», erklärt Chairman und CEO a.i Albert M. Baehny im Interview.

Das Moderna hier hin zieht, ist auch der Organisation Basel Area Business & Innovation zu verdanken. Das Unternehmen ist überkantonal finanziert und macht internationalen Firmen den Standort Basel schmackhaft. Im Fall von Moderna haben verschiedene Faktoren zusammengespielt. Einerseits ist Basel als Life-Sience Hub weltweit bekannt. Das Know-How ist vorhanden und die Bedürfnisse der Pharma-Riesen werden verstanden, so CEO Christof Klöpper. «Und dann schadet es sicherlich überhaupt nicht, dass ein so wichtiger Partner wie die Lonza hier ansässig ist.»

Für Lonza ist der Deal mit Moderna eine riesige Sache. Der Druck sei aber enorm und man gehe Wege, die man vorher noch nie gegangen sei. Ein Restrisiko bleibt also. Klappt alles, wird das Basel Pharmaunternehmen und dadurch auch Basel, aber enorm profitieren.

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