Die Bluttat sorgte für viel Anteilnahme. (Archivbild: Telebasel)
Basel

Jetzt reden die Eltern des getöteten Ilias (7)

Am Montag steht die Mörderin von Ilias (7) vor Gericht. Nun sprechen erstmals seine Eltern öffentlich über die Tat.

Das Verbrechen erschütterte die ganze Schweiz: Das Leben von Ilias (7) wurde am 21. März 2019 um 12:37 Uhr von der Rentnerin A.F. kaltblütig beendet. Mit einem Messer bewaffnet attackierte die 76-Jährige das Kind auf dem Heimweg von hinten mit einem Messer.

Zwei Mal stach sie zu. Dann habe sie sich über das Kind gebeugt, um zu überprüfen, ob die Verletzungen tödlich sind. Erst dann habe sie den Tatort verlassen. So steht es in der Anklageschrift.

Eine Stunde später stellte sie sich der Polizei. Die Ermittlungen ergeben: A.F. terrorisierte seit Jahrzehnten die Behörden mit Briefen, auch die Tötung sollte dem Zweck dienen, ihr bei den Behörden Aufmerksamkeit zu verschaffen.

«Ohne ihn ist die Welt kaputt»

Am Montag, 10. August 2020, beginnt der Prozess gegen die Rentnerin am Basler Strafgericht. Nun äussern sich erstmals die Eltern von Ilias öffentlich. Auch sie werden am Prozess anwesend sein. Es sei ihnen wichtig, die Frau zu sehen und möglichst viel zu erfahren.

«Es wird mir nie besser gehen, aber wir müssen das irgendwie schaffen. Wir haben zwei Kinder, die uns Kraft geben und uns brauchen. Aber Ilias fehlt uns jede Sekunde, jede Minute. Ohne ihn ist die Welt kaputt», sagt die Mutter gegenüber «20 Minuten».

Ilias war ein glücklicher Junge, erzählt der Vater dem Blick: «Er lachte ständig und weinte fast nie. Jeder mochte Ilias wegen seiner offenen Art. Fremde Kinder begrüsste er häufig mit einer Umarmung. Ilias half immer den schwächeren Kollegen und wollte später Polizist werden. Beim Spiel ‹Räuber und Poli› war er immer bei der Polizei».

Der Vater wollte Ilias von der Schule abholen

Am Tag der Tat habe sich die Mutter im Spital befunden, erholte sich von einer Operation. Der jüngere Bruder von Ilias war krank, weswegen der Vater zuhause blieb, und nicht, wie ursprünglich geplant, Ilias von der Schule abholte, um die Mutter gemeinsam zu besuchen.

«Als Ilias nicht nach Hause kam, rief ich vom Spital aus die Schule an. Am anderen Ende der Leitung war eine Polizistin. Sie fragte, ob ich die Mutter von Ilias bin. Ich fing an zu zittern. Ich wusste, etwas Schlimmes ist passiert. Die Polizistin sagte, es habe einen schweren Unfall gegeben, und Ilias werde notfallmässig operiert. Ich schrie, riss meine Infusionen raus und machte mich auf den Weg zum Kinderspital», so die Mutter.

«Vor dem Operationssaal beteten wir zusammen und hofften, dass Ilias überlebt. Nach zwei Stunden kamen zwei Ärzte zu uns. Ich arbeite selbst im Gesundheitswesen und spürte sofort, es ist schlimm. Die Ärzte sagten, Ilias habe es nicht geschafft. Sie erzählten uns, was genau passiert ist», ergänzt der Vater.

Sie erfuhren aus den Medien von der Tat

Dass es kein Unfall war, weswegen ihr Sohn auf dem Operationstisch lag, ahnten die Eltern schon vorher. Die Medien waren voll von Berichten über die Tat. A.F. hatte sie über die Bluttat informiert, bevor sie sich stellte.

Ilias jüngerer Bruder war zwei, als der Siebenjährige starb. «Er weiss, dass sein Bruder gestorben ist und beerdigt wurde. Wir bringen ihm bei, dass Ilias jetzt im Himmel ist. Jetzt ist er ein kleiner Engel. Welch schreckliches Verbrechen dazu führte, haben wir ihm noch nicht erzählt. Manchmal geht er auf den Balkon, schaut zum Himmel und fragt: ‹Ilias, warum kommst du nicht mit mir spielen?› Er vermisst ihn. Sie waren immer zusammen und unzertrennlich. Heute noch möchte er im Laden Spielzeug für Ilias kaufen. Manchmal sucht er seinen grossen Bruder im Park und will wissen, ob er unter der Erde liegt. Das tut er, weil er an der Beerdigung dabei war und er sein Grab kennt. Er ist ein schlaues Kind», erklärt die Mutter.

Wahnhafte Störung seit 1977

A.F. wurde durch mehrere Gutachten als schuldunfähig erklärt. Die Rentnerin leidet gemäss Gutachten an einer «chronifizierten, schwerwiegend wahnhaften Störung», die sie seit 1977 entwickelt habe. 2002 wurde sie als «vollständig unzurechnungsfähig» eingestuft und ab 2008 bevormundet.

In einem früheren Gutachten stellte ihr ein Psychiater schon 2016 eine schlechte Prognose, kam aber zum Schluss, dass die Gefahr in Bezug auf die Ausführung einer Straftat gering sei, weshalb auch keine fürsorgerische Unterbringung verfügt wurde.

Die Staatsanwaltschaft fordert für die Tat vom 21. März 2019 die Verwahrung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik.

6 Kommentare

  1. Ich als Vater würde durchdrehen . Ich wünsche den Eltern weiterhin viel Kraft für das was auf sie zukommt .
    Bcher Sorry Sie sind dich nicht ganz dicht so einen Schwachsinn zu schreibenReport

  2. Die Opfer sind hier die ganze Familie und der Junge selbst, das sind die echten Opfer, die müssen jetzt mit dem schrecklichem Verlust leben. Ich möchte mich nicht ind diese Situation hinein versetzen, aber ich als Mutter würde diese Frau umbringen, sie wird jetzt ein chilliges Leben leben, schön in der Psych abhängen, nicht arbeiten keine Verpflichtungen, keine Sorgen haben., nach zwei Jahren kommt sie wieder in die gelockert psych und wird wieder das Gelände verlassen, spätestens da hätte ich auf sie gewartet………
    Wir haben hier im Haus auch so eine psychotische, schreit immer wieder rum, bedroht die Mitbewohner, fühlt sich verfolgt, haben uns Beschwert,es heisst immer wieder, sie ja bis jetzt nichts passiert, aber muss mann denn immer warten bis etwas passiert? Die Frau ist algemeingefährlich, hier muss man eben prophylaktisch handeln und nicht warten bis was passiert.Report

  3. Solche Kommentare wie von B6cher sollten gelöscht werden. Unmoralisch und schlechte Satzbildung. Ich wünsche der Familie viel Kraft und hoffe das sie Frieden finde.Report

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