Will sich gegen Freistellung wehren: Marc Fehlmann, Direktor Historisches Museum Basel. (Archivbild: Keystone)
Basel

«Er wird den Rechtsweg beschreiten» – Marc Fehlmann will sich gegen Freistellung wehren

Der Direktor des Historischen Museums Basel, Marc Fehlmann, wurde freigestellt. Sein Anwalt kündigt den Rechtsweg an.

Der Direktor des Historischen Museums Basel, Marc Fehlmann, muss gehen. Die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann stellt den seit drei Jahren amtierenden Museumsdirektor frei. Sein Anwalt kündigt gegenüber Telebasel den Rechtsweg an. «Marc Fehlmann wurde von der Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann angewiesen, sich nicht in der Öffentlichkeit zu äussern. Was ich sagen kann, Marc Fehlmann wird den Rechtsweg beschreiten», so Arbeitsrechtsspezialist und Rechtsanwalt Philippe Nordmann von der Kanzlei Walder Wyss aus Basel auf Anfrage. In diesem Konflikt ist noch nicht das letzte Kapitel geschrieben.

Konfliktklärungsprozess gescheitert

Grund für die Trennung sei, dass der im Januar initiierte Konfliktklärungsprozess mithilfe externer Unterstützung im Historischen Museum Basel nicht zur gewünschten Verbesserung geführt habe, teilte das Basler Präsidialdepartement am Donnerstag mit. Deshalb habe sich Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) dazu entschieden, den Museumsdirektor Marc Fehlmann freizustellen.

«Der Entscheid ist mir schwergefallen. Es hat sich aber vor den Sommerferien gezeigt, dass der Konfliktklärungsprozess unter den gegebenen Umständen nicht erfolgreich zu Ende geführt werden kann», lässt sich Ackermann in der Mitteilung zitieren. Unter der Leitung von Fehlmann seien erfolgreiche Ausstellungen gezeigt und Impulse gesetzt worden. Umso bedauerlicher sei nun dieser Entscheid.

Im Fokus steht laut Communiqué nun, das Haus in eine ruhige und stabile Zukunft zu begleiten. Dazu brauche es ein funktionierendes Führungsteam und Ruhe unter den Mitarbeitenden, hiess es weiter. Für die Führung des Museums will das Präsidialdepartement die Geschäftsleitung neu aufstellen. Vorgesehen ist eine vorübergehende «externe interimistische» Leitung.

Einvernehmliche Einigung über Modalitäten

Über die Modalitäten zur Beendigung des Anstellungsverhältnisses haben sich Ackermann und Fehlmann gemäss Mitteilung bereits einvernehmlich geeinigt.

Der Konfliktklärungsprozess war im Januar vom Präsidialdepartement angestossen worden. Dies mit dem Ziel, mithilfe externer Unterstützung Lösungen für die anhaltenden Differenzen im Historischen Museum Basel zu finden.

Gemäss früheren Medienberichten hatte sich Fehlmann in der Zusammenarbeit mit dem Präsidialdepartement diverse Indiskretionen geleistet, und eine Gruppe von Mitarbeiterinnen hatte öffentlich gegen ihn opponiert. Letzten Winter wurde er krankgeschrieben und kehrte schrittweise auf Juni zu 100 Prozent ins Museum zurück.

Marc Fehlmann war seit dem 1. Juni 2017 Direktor des Historischen Museums Basel und noch vom damaligen Regierungspräsidenten Guy Morin angestellt worden. Zuvor war der 1965 geborene Basler Sammlungsdirektor der Stiftung Deutsches Historisches Museum in Berlin. Fehlmann ist hierzulande bekannt geworden als Direktor und Retter des Museums Oskar Reinhart in Winterthur. Für Aufsehen sorgte er als Kurator der Ausstellung mit Werken aus der Sammlung von Christoph Blocher.

7 Kommentare

  1. Marc Fehlmann wurde von der Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann angewiesen, sich nicht in der Öffentlichkeit zu äussern.
    Frau. Elisabeth Ackermann „Jeder Schweizer hat das Recht zur Wahrheit“ steht in der Verfassung. Das gilt auch für Parteien welche Grün sind.Report

  2. Wenn zwei nicht zusammenpassen, muss man sich trennen. Es steht jedem frei, sich dagegen rechtlich zu wehren, obs was bringt, ist immer ungewiss. Besser, man schliesst schnell ab und konzentriert sich auf neue Wege in der Zukunft.Report

  3. Noch eine Stimme für die Freistellung von Ackermann. Viel Glück Marc Fehlmann in seinem Kampf gegen den unfähigen Quoten-Klüngel. Seine Arbeit hat Qualität, Stil und Klasse. Als Direktor sollte er ein neues, leistungsfähiges Team einstellen dürfen und sich nicht mit quängelnden Altlasten auseinandersetzen müssen.Report

  4. Gestern in der Baz noch ein Goldjunge – heute freigestellt. In diesem Departement wird seit Guy Morin gewurstelt und das kostet dem Steuerzahler viel Geld. Eine GPK ist notwendig.Report

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