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Der Telebasel News Beitrag vom 5. August 2020.
Basel

Schule startet am Montag ohne Maskenpflicht

Basel-Stadt will beim Schulstart trotz steigender Infektionen mit dem Coronavirus in allen Schulstufen am Ganzklassenunterricht ohne Maskenpflicht festhalten.

Für über 16’500 Kindergarten-, Primar- und Sekundarschülerinnen und -schüler sowie für rund 9500 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II wird nach den Sommerferien am kommenden Montag der Unterricht wieder aufgenommen. Basel-Stadt setzt dabei neu auf allen Schulstufen auf Ganzklassenunterricht, wie der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) am Mittwoch an einer Medienkonferenz bekanntgab.

An den Volksschulen geht es weiter wie vor den Sommerferien. An diesen Schulen kann auf die Abstandsregel von 1,5 Metern verzichtet werden. Cramer wies darauf hin, dass man vor den Sommerferien ohne Ansteckungen im Schulbetrieb davongekommen sei und man darauf baue, dass es so bleibe.

Neu ist aber, dass sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen nach einer Reise in Risikoländer in Quarantäne begeben müssen. Die Absenzen würden aber als entschuldigt vermerkt, sagte Cramer.

Neue Abstandsregel erlaubt Ganzklassenunterricht

Die Mittel- und Berufsfachschulen stehen hingegen vor der Herausforderung, die Distanzregeln nach wie vor einhalten zu müssen. Weil der gebotene Mindestabstand von 2 auf 1,5 Meter verringert wurde, kann auch an den Gymnasien, den Fachmaturitäts- und Berufsschulen wieder in Ganzklassen unterrichtet werden.

Damit das möglich werde, hätten die nachobligatorischen Schulen über die Sommerpause umfassende Umstellungen in den Unterrichtsräumen vorgenommen, sagte Ueli Maier, Leiter Mittelschulen und Berufsbildung im Erziehungsdepartement. So dürfe pro Tisch nur noch ein Schüler oder eine Schülerin Platz nehmen. Damit die zusätzlichen Tische Platz finden, wurden alle nicht dringend gebrauchten Möbel wie Kästen und Regale aus den Schulzimmern geräumt.

In den ersten Wochen müsse man aus Mangel an Einzeltischen unter anderem mit Klapptisch-Stühlen noch etwas improvisieren, so Maier weiter. Es seien aber zusätzliche Einzelpulte bestellt worden, die bis zu den Herbstferien eintreffen sollten, so Maier. Die Kosten für die Umrüstung lägen dabei unter einer Million Franken, führt Cramer aus.

Weiter achte man darauf, dass Klassen untereinander bleiben und wenn möglich immer im gleichen Zimmer unterrichtet werden. Auch die Pausenzeiten wurden gestaffelt. So sollen die Gänge und Pausenplätze entlastet werden,.

Auf eine ganzheitliche Maskenpflicht wird an den baselstädtischen Schulen verzichtet. Sie sollen nur dort getragen werden müssen, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Maier nannte als Beispiele den Laborunterricht und den Unterricht in gewissen Lehrwerkstätten oder in Pflegeberufen. Die Masken würden an den Schulen kostenlos abgegeben.

Neue Normalität ist nicht die alte

Cramer und Maier gaben sich erfreut darüber, wieder voll auf den Präsenzunterricht setzen zu können. Der Fernunterricht habe funktioniert, könne aber den Unterricht vor Ort nicht ersetzen, sagte Maier.

Cramer betonte aber, dass die neue Normalität anders sei als die alte. Das neue Schuljahr stehe nach wie vor unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerschaft würden nach wie vor mit Einschränkungen leben müssen, sagte er. Man werde die Situation genau im Auge behalten und wenn nötig, schärfere Schutzmassnahmen verfügen.

Auch die freiwillige Schulsynode steht, anders als im Mai, hinter den Massnahmen. Präsident Jean-Michel Héritier erklärt: «Wir sind froh, dass es jetzt doch relativ unspektakulär kommt und so bleibt wie vor den Ferien, als wir bereits offen hatten, Erfahrungen sammelten. Und jetzt können wir so weiterfahren».

Im Kanton Baselland wurden am Dienstag gleichlautende Massnahmen bekannt gegeben. Auch dort wird nur eine Maskenpflicht verfügt, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

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