Featured Video Play Icon
Der Telebasel Sport Beitrag vom 5. August 2020.
Basel

«Öffnet die Stadien für die Fans»

Der Schweizer Fussball steht am Abgrund. Ohne Zuschauer in den Stadien wird es den Profisport wie wir ihn kennen nach Corona nicht mehr geben.

Die Lage ist ernst. Nicht nur weil die Corona-Pandemie die Welt weiterhin im Würgegriff hat und die Welt wirtschaftlich und gesundheitlich am Abgrund steht. Die Konsequenzen werden auch für den Sport absolut desaströs sein, handelt die Politik nicht augenblicklich.

Zuschauer sind existenziell

Auf den ersten Blick scheint die Forderung der Klubs reine Illusion. Die Schweizer Stadien sollen wieder geöffnet werden. Und das zu dem Zeitpunkt, wo die zweite Infektionswelle bereits am anrollen ist. Doch im Gegensatz zu anderen Ländern mit TV-Einnahmen in Milliardenhöhe sind die Schweizer Klubs existentiell abhängig von den Zuschauereinnahmen. Dürfen im Herbst weiterhin nur maximal 1000 Menschen ein Spiel auf höchstem Level besuchen, ist das der Todesstoss für viele Klubs und damit auch für den Profisport.

Täglich hört man neue Wasserstandsmeldungen, wenn es um die Entwicklung eines Impfstoffs geht. Vorhanden ist noch keiner. Monate werden voraussichtlich noch vergehen, bis das der Fall ist. «Wir werden mit dem Virus leben müssen», so die Parolen der Behörden. Dann müssen aber auch pragmatische Lösungen her. Die Zuschauer auszusperren und keine finanzielle Hilfe zu leisten ist inakzeptabel. Mit Staatskrediten verschulden sich die Vereine nur noch mehr. Der Abgrund in den die Klubs am Ende fallen werden, wird dadurch nur noch tiefer. Die komplexen Schutzkonzepte der Ligen müssen akzeptiert werden, sonst zeichnet sich ein düsteres Bild.

Mit Virus aber ohne Sport

Denn mit dem Untergang des Profisport ginge auch da Aus des Breitensports einher. Abgesehen von den tausenden Arbeitsplätzen die verloren gingen. Der Sport als wichtiger Bestandteil der Gesellschaft würde weggewischt. Auch wenn viele Meinungen hartnäckig bestehen bleiben, dass der Sport in diesen Zeiten keine Priorität geniesst. Es ist der einfache Weg diese Meinung zu vertreten. Der falsche Weg.

Ob am Ende jeder Zuschauer ins Stadion gehen will oder nicht, ist den Fans selber überlassen. Die Vereine sind in der Pflicht, die Sicherheitskonzepte rigoros durchzusetzen. Die Politik ist in der Pflicht, zumindest wieder einen Hauch Normalität in den Schweizer Stadien herrschen zu lassen. Ansonsten leben wir in wenigen Monaten zwar weiterhin mit dem Virus, können aber gleichzeitig viele Vereine und den Sport zu Grabe tragen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel