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Der Telebasel News-Beitrag vom 4. August 2020.
Basel

Larvenateliers brechen Aufträge für Fasnacht 2021 weg

Nach der Absage der Fasnacht 2020 bleiben die Auftragsbücher der Larvenateliers leer. Nun droht vielen die Schliessung.

Gross war der Schock, als die Fasnacht 2020 abgesagt wurde. Monate später spüren nun auch die Larvenateliers die finanziellen Folgen der Corona-Krise. Denn Aufträge für die Fasnacht 2021 bleiben aus – vielen droht gar die Schliessung.

«Fast alle meiner Kunden haben ihre Bestellung gestrichen», sagt Barbara Lüthi, Inhaberin des Larvenateliers Harlekin. Ein Kunde hätte den Auftrag noch nicht storniert. Ob dieser dann wirklich ausgeführt werden kann, sei zurzeit aber immer noch unklar.

Barbara Lüthi betreibt seit über 20 Jahren das Atelier an der Lehenmattstrasse und lebt ausschliesslich von den Aufträgen der Fasnächtler. Für sie steht fest: «Wenn sich nichts ändert, kann ich noch drei, vier Monate weitermachen». Dann müsse sie ihr Atelier für immer schliessen.

Larvenateliers fühlen sich vergessen

Noch ist die Fasnacht 2021 nicht gestrichen. Doch auch über dem Weltkulturerbe hängt das Damoklesschwert – eine weitere Absage ist durchaus möglich.

Und selbst wenn es am 22. Februar 2021 um 4 Uhr wieder heisst: «Morgestraich, vorwärts, marsch!», viele Cliquen würden mit den Kostümen 2020 auflaufen. Die unklare Lage wegen des Covid-19-Virus mache die Angelegenheit aber trotzdem nicht einfacher.

Die Larvenateliers seien in der Corona-Krise komplett vergessen gegangen, klagt Barbara Lüthi. Während andere Branchen viel Aufmerksamkeit erhielten, fühlen sich die Fasnächtler ungehört. «Dabei verweisen alle doch gerne auf das UNESCO-Weltkulturerbe», sagt Lüthi. Nun sei die Stadt gefordert, für sie eine Lösung zu erarbeiten, findet die Larvenmacherin.

Kein Ende der Krise in Sicht

In einer etwas besseren Situation befindet sich der 74-jährige Hans Ledermann. Mit seiner Frau führt er seit über 40 Jahren das Atelier Bajass. Obwohl der Larvenbauer ebenfalls mit der Stornierung seiner letzten Aufträge rechnet, könne er das Jahr eventuell überstehen. Denn ausser dem Atelier am Bläsiring betreibt er zusätzlich ein Geschäft für Fasnachtsbedarf. Die Einnahmen des Ladens dürften die Finanzen etwas aufpolieren. Aber: «Wir werden dieses Jahr mindestens zwei Drittel weniger einnehmen», sagt Hans Ledermann.

1 Kommentar

  1. Was heisst hier „Larvenbauer fühlen sich vergessen“? Und die aktiven Fasnachtler werden völlig vergessen !! Mieten sind zu leisten, obwohl keine Fasnacht stattfindet. Von der Ehrenamtlichen „Arbeit* zur Erhaltung der Basler Fasnacht und die damit verbundenen Kosten redet niemand. Wer nicht selbst damit zu tun hat, hat eh keinen Schimmer was da so an Kosten entstehen. Ich wurde bis jetzt 11 mal weitergereicht mit dem Antrag auf finanzielle Hilfe für den Verein. Die schönste Absage kam von der Christoph Merian Stiftung: Wir sind nicht zuständig, wir unterstützen jetzt dringend andere Anlässe damit die Kultur in Basel trotz Corona weiterleben kann…Report

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