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International

Feuer im Hafen von Beirut löst Panik aus

In Beirut kam es zu einer riesigen Explosion mit über 150 Toten und 6'000 Verletzten. Viele Menschen werden noch vermisst. Alle Neuigkeiten im Ticker.
Hilfstransport aus Deutschland für den Libanon - Spende vom FC Bayern

Mehr als fünf Wochen nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut ist ein grosser Transport mit Hilfsgütern aus Deutschland und Portugal in der libanesischen Hauptstadt eingetroffen. Die Güter sollen nach der Detonation und in der Corona-Pandemie die medizinische Versorgung des Landes verbessern.

An Bord der Antonow-Frachtmaschine aus München waren am Samstag unter anderem acht Krankenwagen und andere medizinische Güter, die der Münchner Verein Orienthelfer des Kabarettisten Christian Springer zur Verfügung stellt. Sie wurden nach dessen Angaben teilweise aus einer Spende des FC Bayern München in Höhe von 200’000 Euro bezahlt.

Der zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic übergab die Güter an das Rote Kreuz und den libanesischen Zivilschutz. «Das ist ein Zeichen von Europas Solidarität mit den Libanesen», sagte er. «Wir wollen die Libanesen wissen lassen, dass wir bei ihnen stehen.» Die EU trug die Kosten für den Transport der Güter. Sie hat das Land Lenarcic zufolge nach der Explosion mit 63 Millionen Euro unterstützt.

Erneut Feuer im Hafen

Mehr als einen Monat nach der verheerenden Explosion in Beirut ist im Hafen der libanesischen Hauptstadt erneut ein grosses Feuer ausgebrochen. Livebilder im libanesischen Fernsehen zeigten am Donnerstag Flammen und dichte schwarze Rauchwolken. Ein Sprecher des Zivilschutzes sagte der Deutschen Presse-Agentur, im Freihafen sei ein Lager mit Öl und Reifen in Brand geraten. Die Ursache des Feuers war zunächst unklar.

Auch über mögliche Opfer gab es zunächst keine Angaben. Die Feuerwehr war im Einsatz. Die Armee setzte Helikopter ein, die aus der Luft Wasser über dem Brandort niedergehen liessen. Die Armee rief die Menschen auf, die umliegenden Viertel zu verlassen. Augenzeugen berichteten, Menschen in der Nähe flöhen in Panik. Auf einem Video in den sozialen Medien war zu sehen, wie Arbeiter aus dem Hafen rennen.

Bei der Explosionskatastrophe am 4. August waren mehr als 190 Menschen getötet und mehr als 6000 ums Leben gekommen. Grosse Teile des Hafens und umliegender Viertel wurden völlig zerstört. Ausgelöst worden sein soll die Explosion durch grosse Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat, die über Jahre im Hafen lagerten.

Kein Wunder in Beirut: Retter sehen keine Anzeichen für Überlebenden

Das Wunder von Beirut ist ausgeblieben: Nach drei Tagen Hoffen und Bangen haben die Rettungskräfte keine Hoffnung mehr, einen weiteren Überlebenden der Explosionskatastrophe zu finden. Unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses gebe es «aus technischer Sicht» keine Anzeichen für Leben mehr, sagte der Leiter des chilenischen Rettungsteams «Topos» («Maulwürfe»), Francisco Lermanda, am Samstagabend in der libanesischen Hauptstadt vor Journalisten. Rettungskräfte seien durch einen Tunnel in das Gebäude gestiegen. Es könne ausgeschlossen werden, dass dort jemand sei.

Beirut hielt in der Hoffnung auf ein Wunder den Atem an. Stück für Stück räumten die Einsatzkräfte vor allem mit Schaufeln und Händen die Trümmer weg. (Keystone)

Die fieberhafte Suche nach einem Verschütteten hatte am Donnerstag begonnen – fast einen Monat nach der verheerenden Explosion im Hafen. Die chilenischen Retter entdeckten mit Ortungsgeräten und ihrem Suchhund «Flash» Hinweise auf einen Überlebenden. Sie konnten unter den Trümmern unter anderem mehrfach schwache Atemsignale ausmachen.

Suche nach möglichem Überlebenden in Beirut geht weiter

Rettungshelfer haben die Suche nach einem möglichen Überlebenden einen Monat nach der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut fortgesetzt. Mit Schaufeln und Händen versuchten sie am Freitagmorgen, vorsichtig die Trümmer eines eingestürzten Hauses zu entfernen, wie Liveübertragungen zeigten. Der libanesische Sender MTV meldete, ein chilenisches Rettungsteam habe erneut ein mögliches Lebenszeichen ausgemacht, es sei jedoch schwächer als am Vortag gewesen.

Die Sucharbeiten hatten am Donnerstag begonnen, nachdem die chilenischen Rettungshelfer und ihr Suchhund Hinweise auf einen möglichen Überlebenden entdeckt hatten. Einem leitenden Mitarbeiter der libanesischen Feuerwehr zufolge handelt es sich um eine Person, die atmet. Die Rettungsarbeiten wurden am späten Abend ausgesetzt, als das einst dreistöckige Haus weiter einzustürzen drohte.

Frankreichs Präsident Macron reist erneut nach Beirut

Knapp vier Wochen nach der verheerenden Explosionskatastrophe in Beirut reist der französische Präsident Emmanuel Macron am Montag erneut in den Libanon, um seine Forderung nach einem politischen Wandel in dem Land zu bekräftigen.

Bei seinem ersten Besuch nach der Katastrophe Anfang August hatte Macron tiefgreifende Reformen und einen raschen Regierungswechsel angemahnt. Am Wochenende warnte Macron, ohne Unterstützung von aussen drohe dem Libanon ein erneuter Bürgerkrieg.

Macron hatte nach der Explosionskatastrophe vom 4. August eine internationale Geberkonferenz für den Libanon organisiert, bei der mehr als 250 Millionen Euro Hilfsgelder zusammenkamen. Er knüpfte die Wiederaufbauhilfen jedoch an politische Reformen im Libanon.

Die mächtige libanesische Hisbollah erklärte am Sonntag, sie sei «offen» für eine konstruktive Debatte über Macrons Forderung nach einem politischen Wandel. Bedingung sei jedoch, dass alle libanesischen Interessengruppen in dem Prozess berücksichtigt würden, sagte Hisbollah-Chef Hasan Nasrallah.

 Der französische Präsident Emmanuel Macron reist am Montag erneut in den Libanon. (Bild: Keystone)
Weitere Haftbefehle nach Explosion mit 182 Toten in Beirut

Zweieinhalb Wochen nach der verheerenden Explosion mit mindestens 182 Toten im Hafen von Beirut hat ein Richter weitere Haftbefehle erlassen. Sie richten sich gegen den Leiter der Zollbehörde in der libanesischen Hauptstadt sowie einen Ingenieur, der für Instandhaltungsarbeiten zuständig war, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Freitag berichtete. Der Leiter des Beiruter Hafens und der dortigen Zollbehörde sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Die Explosion am 4. August soll durch grosse Mengen Ammoniumnitrat verursacht worden sein, die seit Jahren ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert wurden. Mehr als 6000 Menschen wurden verletzt. Etwa 300’000 wurden obdachlos. Grosse Teile der Stadt sind stark beschädigt.

Zweiter Haftbefehl nach Explosion in Beirut

Nach der verheerenden Explosion in Beirut hat ein Richter einen zweiten Haftbefehl erlassen. Er richtet sich gegen den Leiter des Beiruter Hafens, Hasan Kuraitim, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Dienstag berichtete. Er sei zuvor vier Stunden verhört worden. Am Montag war gegen den Zollchef des Beiruter Hafens, Badri Dahir, der erste Haftbefehl erlassen worden.

Mehr als 16 Personen sollen Justizkreisen zufolge im Zuge der Ermittlungen zu der Katastrophe festgenommen worden sein. Hafendirektor Kuraitim sowie Zollchef Dahir und sein Vorgänger Schafik Marhi waren bereits am 7. August festgenommen worden.

Die Explosion am 4. August mit mindestens 180 Toten und rund 6000 Verletzten soll durch grosse Mengen Ammoniumnitrat verursacht worden sein. Diese waren nach Regierungsangaben über Jahre ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden. 300’000 Menschen wurden obdachlos, grosse Teile der Stadt stark beschädigt.

Haftbefehl gegen Zollchef des Hafens erlassen

Nach der massiven Explosion in Beirut hat ein Richter einen Haftbefehl gegen den Zollchef des Hafens erlassen. Der Richter habe Badri Dahir viereinhalb Stunden befragt, ehe er seine Verhaftung anordnete, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Montag. Mehr als 16 Personen seien im Zuge der Ermittlungen zu der Katastrophe bisher festgenommen worden, hiess es aus Justizkreisen. Zollchef Dahir, sein Vorgänger Schafik Marhi sowie Hafendirektor Hassan Kuraitim waren bereits am 7. August festgenommen worden.

Die verheerende Explosion am 4. August mit mindestens 180 Toten und rund 6000 Verletzten soll durch grosse Mengen Ammoniumnitrat verursacht worden sein. Diese waren nach Regierungsangaben über Jahre ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden. 300 000 Menschen wurden obdachlos, grosse Teile der Stadt stark beschädigt.

Familien der Opfer von Beirut fordern internationale Untersuchung

Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut fordern die Familien der Opfer eine internationale Untersuchung der Katastrophe.

«Wir möchten, dass unsere Anführer aufhören, mit unseren Leben Schach zu spielen», sagte Paul Nadschar, dessen dreijährige Tochter bei der Detonation getötet wurde, am Freitag bei einer Pressekonferenz der Angehörigen in Beirut. «Wir wollen wissen, wer unsere Lieben getötet hat.»

Bei der Detonation in der vergangenen Woche waren nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 178 Menschen getötet worden. Mehr als 6000 wurden verletzt. Bis zu 300’000 Menschen sollen obdachlos geworden sein. Der Hafen wurde stark zerstört und hat nach UN-Angaben nur noch eine Kapazität von 30 Prozent.

UN: Hunderttausende im Libanon brauchen internationale Hilfe

Eineinhalb Wochen nach der verheerenden Explosion in Beirut sind nach Angaben der Vereinten Nationen hunderttausende Menschen auf internationale Unterstützung angewiesen.

Insgesamt seien nach Schätzungen etwa 300 000 Menschen betroffen, berichteten Vertreter humanitärer UN-Organisationen am Freitag in Genf. Rund 100 000 Bewohner der libanesischen Hauptstadt seien arbeitslos geworden. Die Vereinten Nationen baten die Staatengemeinschaft um weitere Spenden.

In Beirut hätten ohnehin viele Menschen schlecht bezahlte Jobs in Restaurants, Läden oder Autoverleihen gehabt, sagte Rekha Das vom UN-Entwicklungsprogramm UNDP. Das Programm unterstützt Familien mit Bargeld und kümmert sich um neue Arbeitsplätze. Tausende junge Leute seien als Freiwillige mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

SKH schickt weiteres medizinisches Fachpersonal nach Beirut

Die Schweiz hat nach der schweren Explosion in Beirut am Freitag weitere Hilfsgüter und medizinisches Fachpersonal in den Libanon geschickt. Sie will damit unter anderem die Gesundheitsvorsorge für Mütter und Kinder unterstützen.

Durch die Explosion seien zahlreiche Spitäler beschädigt worden, vier davon schwer, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag mit. Dadurch fehlten 500 dringend benötigte Spitalbetten.

Die sechs medizinischen Fachexpertinnen des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) seien vom Flughafen Bern-Belp mit einem Flugzeug des Lufttransportdienstes des Bundes nach Beirut abgeflogen. An Bord befänden sich auch 1,5 Tonnen Material für die medizinische Grundversorgung in den Bereichen Chirurgie, Pädiatrie und Geburtshilfe.

FBI beteiligt sich an Ermittlungen zu Explosion in Beirut

Die US-Bundespolizei FBI wird sich an den Ermittlungen zu der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut beteiligen. Dieser Schritt erfolge auf Wunsch der libanesischen Regierung, sagte der US-Spitzendiplomat David Hale am Donnerstag bei einem Besuch in Beirut, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete.

Die US-Regierung stehe dem libanesischen Volk zur Seite, erklärte Hale nach Angaben des US-Aussenministeriums. Er betonte zugleich, dass im Libanon grundlegenden Reformen dringend notwendig seien.

US-Spitzendiplomat David Hale hat am Donnerstag bei einem Besuch in Beirut mitgeteilt, dass sich das FBI an den Ermittlungen rund um die Explosion beteiligen werde. (Bild: Keystone)
Ermittler in Beirut wollen auch Minister zu Explosion befragen

In den Ermittlungen zur Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut sollen auch die betroffenen Minister befragt werden. Die Untersuchung werde alle einbeziehen, die in der Frage verantwortlich und über die Lagerung von hochexplosiven Stoffen im Hafen informiert gewesen seien, hiess es aus libanesischen Justizkreisen.

Demnach vernahm der Staatsanwalt am Mittwoch leitende Verantwortliche des Hafens. Am vergangenen Freitag waren Zoll-Chef Badri Dahir, dessen Vorgänger Schafik Mirhi und Hafen-Direktor Hassan Kuraitim festgenommen worden.

Die verheerende Explosion mit 171 Toten und mehr als 6000 Verletzten soll durch grosse Mengen Ammoniumnitrat verursacht worden sein. Diese waren nach Regierungsangaben über Jahre ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden.

Macron warnt vor Einmischung im Libanon

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach der Explosion in Beirut in einem Telefongespräch mit seinem iranischen Amtskollegen vor Einmischung von aussen gewarnt. Alle betroffenen Länder sollten die Einsetzung einer Übergangsregierung unterstützen, die sich der Bewältigung des durch die Explosion verursachten Notstands und der Durchführung politischer und wirtschaftlicher Reformen widmet, sagte Macron nach Angaben des Präsidentenpalasts am Mittwoch in dem Gespräch mit Hassan Ruhani. Alle betroffenen Mächte sollten jede Eskalation von Spannungen und jede Einmischung von aussen vermeiden, so Macron.

Forder keine Einmischung anderer politischer Mächte im Libanon: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. (Bild: Keystone)

Der Einfluss des Iran im Libanon ist gross. Er unterstützt die Iran-treue Hisbollah, die im Libanon extrem mächtig ist und gegen die nicht regiert werden kann. Macron hatte Beirut kurz nach der verheerenden Explosion in der vergangenen Woche besucht und eine internationale Geberkonferenz organisiert. Dabei kamen am Sonntag mehr als 250 Millionen Euro zusammen.

In einem weiteren Telefongespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin bat Macron um Unterstützung aus Moskau für den Libanon. Russland war bei der internationalen Konferenz am Sonntag nicht vertreten – Macron rief Putin in dem Gespräch zur Teilnahme an dem dort vereinbarten Mechanismus auf, so der Élyséepalast. Wichtig sei es auch, dass die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats zusammenarbeiteten, um den Wiederaufbau Beiruts zu unterstützen.

Auch Putin sprach sich nach Angaben des Kreml für die Souveränität des Libanon aus. Alle kontroversen Fragen sollten die Libanesen selbst im «konstruktiven Dialog» und ohne Einmischung von aussen lösen, so Putin. Russland setze sich weiter dafür ein, dass die Souveränität des Libanon erhalten bleibe.

Brasilien schickt sechs Tonnen Hilfsgüter in den Libanon

Die brasilianische Regierung hat nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut sechs Tonnen Lebensmittel und Medikamente in den Libanon geschickt. Präsident Jair Bolsonaro nahm selbst an der Zeremonie vor dem Start zweier Flugzeuge der Luftstreitkräfte vom Militärflughafen Cumbia im Grossraum São Paulo teil, wie im brasilianischen Fernsehen am Mittwoch zu sehen war.

Angeführt wird die Hilfsmission von dem libanesisch-stämmigen Ex-Staatschef Michel Temer. Bolsonaros Vorgänger benötigte allerdings eine Erlaubnis der Justiz, ohne die er nicht hätte ausreisen dürfen. Als Sohn libanesischer Einwanderer hat der ehemalige Präsident auch die libanesische Staatsbürgerschaft. Mit zwölf Millionen Menschen ist die libanesische Gemeinde in Brasilien etwa doppelt so gross wie Einwohnerzahl des Libanon.

Temer – Präsident zwischen 2016 und 2018 – war wegen seiner mutmasslichen Verwicklung in einen Korruptionsskandal inhaftiert und durfte Brasilien eigentlich nicht verlassen. Brasilien könne zur Befriedung des Libanon beitragen, sagte er in einem Fernsehinterview vor der Abreise. In den vergangenen Tagen kam es in Beirut mehrfach zu Protesten, die weitreichende politische Reformen verlangten. Viele Libanesen machen die politische Elite für die verheerende Explosion mit mindestens 171 Toten und mehr als 6000 Verletzten am Dienstag vergangener Woche verantwortlich.

Tausende bei Trauermarsch in Beirut

Eine Woche nach der verheerenden Explosion in Beirut haben am Dienstag mehrere Tausend Menschen an einem Trauermarsch zum Gedenken an die Opfer teilgenommen. Sie zogen in der libanesischen Hauptstadt schweigend in Richtung Hafen, wie Augenzeugen berichteten. Einige trugen weisse Rosen. Andere hatten Tränen in den Augen. Viele hüllten sich in rot-weisse Landesflaggen und riefen «Lang lebe der Libanon». Durch die Explosion wurden mindestens 165 Menschen getötet und 6000 weitere verletzt. Bis zu 300’000 Menschen verloren ihr Zuhause.

 

Tausende Menschen nehmen eine Woche nach den verheerenden Explosionen in Beirut an einem Trauermarsch teil. (Bild: Keystone)

Bei einer Gedenkveranstaltung wurden die Namen der Todesopfer verlesen. In der Umgebung läuteten Kirchenglocken. Von einer Moschee wurden Koranverse übertragen. Eine Frau namens Randa, die durch die Katastrophe obdachlos wurde, sagte: «Ich bin sprachlos. Wir haben unser wunderschönes Beirut verloren.» Andere Teilnehmer riefen: «Wir sind Überlebende und werden aus den Trümmern wieder auferstehen.»

Zahl der Toten in Beirut steigt auf 165

Eine Woche nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut ist die Zahl der Toten auf 165 gestiegen. Etwa 20 Menschen würden weiterhin vermisst, teilte Libanons Gesundheitsministerium am Dienstag mit.

Weltweit wird um die Opfer der Explosion in Beirut getrauert. (Keystone)

Die Zahl der Verletzten liegt demnach bei rund 6000. Die Suche nach Opfern in den Trümmern der Katastrophe geht weiter. Als Reaktion auf die Explosion und gewaltsame Proteste gegen die Regierung hatte Premier Hassan Diab am Montagabend den Rücktritt seines Kabinetts erklärt.

Viele Libanesen geben seiner Regierung die Schuld an der Explosion. Diab erklärte, verantwortlich für die gewaltige Detonation sei die «chronische Korruption» im Libanon.

Zur Diskussion stehen jetzt libanesischen Medien zufolge unter anderem eine „Regierung der nationalen“ Einheit und eine „neutrale Regierung“ unabhängig von den Parteien. Als Ministerpräsident wird unter anderem der Jurist und Diplomat Nawaf Salman gehandelt. Der 66-Jährige ist Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Beirut

Nach dem angekündigten Rücktritt der libanesischen Regierung ist es in der Hauptstadt Beirut erneut zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Demonstranten versuchten, eine Betonabsperrung zum Parlament im Zentrum der Stadt zu überwinden, wie am Montag auf Bildern des libanesischen Senders LBCI zu sehen war. Dabei warfen sie auch Steine. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, um die Menge zu vertreiben.

Premier Hassan Diab will noch am Montagabend den Rücktritt der Regierung erklären, wie Gesundheitsminister Hamad Hassan ankündigte. Diab reagiert damit auf den öffentlichen Druck nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut und Demonstrationen. Am Samstag waren Proteste gegen die Regierung in Chaos und Gewalt umgeschlagen.

Ministerpräsident Hassan Diab gibt Rücktritt bekannt

Der libanesische Ministerpräsident Hassan Diab will nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut seinen Rücktritt erklären. Das teilte Gesundheitsminister Hamad Hassan am Montag nach einer Kabinettssitzung mit, wie der lokale Sender MTV meldete.

Mehr dazu hier.

Nächster Rücktritt im Libanon: Auch Finanzminister gibt Amt auf

Nach der verheerenden Explosion in Beirut und gewaltsamen Protesten geht die Rücktrittswelle in der libanesischen Regierung weiter.

Mit Finanzminister Ghasi Wasni legte seit dem Wochenende das vierte Mitglied des Kabinetts sein Amt nieder, wie regierungsnahe Kreise der Deutschen Presse-Agentur am Montag bestätigten. Damit wächst der Druck auf die Regierung von Ministerpräsident Hassan Diab, geschlossen aufzugeben.

Zuvor waren bereits am Sonntag Informationsministerin Manal Abdel Samad und Umweltminister Damianos Kattar sowie am Montag Justizministerin Marie-Claude Nadschm zurückgetreten. Sollten drei weitere Minister aufgeben, wäre die Regierung aufgelöst. Diab wollte dem Kabinett in einer Sitzung am Montag eine vorgezogene Neuwahl vorschlagen, um einen Weg aus der politischen Krise zu bahnen.

Viele Libanesen machen die Regierung für die Explosion im Beiruter Hafen mit mindestens 160 Toten und mehr als 6000 Verletzten verantwortlich. Am Wochenende schlugen Demonstrationen im Zentrum der Stadt gegen die politische Elite in Chaos und Gewalt um.

Nach Explosion tritt weiteres libanesisches Kabinettsmitglied ab

Nach der verheerenden Explosion in Beirut und Gewalt bei Protesten gegen die Regierung des Libanons gibt ein weiteres Kabinettsmitglied sein Amt auf.

Justizministerin Marie-Claude Nadschm habe Regierungschef Hassan Diab ihr Rücktrittsschreiben übergeben, meldete der libanesische Sender MTV am Montag. Sie ist bereits das dritte Mitglied des Kabinetts, das das Amt niederlegt. Zuvor waren am Sonntag Informationsministerin Manal Abdel Samad und Umweltminister Damianos Kattar zurückgetreten.

Nadschm war in der vergangenen Wochen in der Öffentlichkeit von aufgebrachten Menschen beschimpft und mit Wasser bespritzt worden, wie auf einem Video in sozialen Medien zu sehen war. Die Regierung gerät mit dem Rücktritt immer stärker ins Wanken. Sollten vier weitere Minister zurücktreten, wäre sie aufgelöst. Diab wollte dem Kabinett in einer Sitzung am Montag eine vorgezogene Neuwahl vorschlagen, um einen Weg aus der politischen Krise zu bahnen.

Korrupte Regierung verantwortlich?

«Nachdem eine ganze Stadt dahingerafft wurde, haben wir vor nichts mehr Angst», sagt eine Demonstrantin dem britischen Radiosender BBC. «Unsere eigene Regierung hat uns getötet, hat uns sterben lassen, hat uns unter Trümmern begraben», sagt sie.

Viele Libanesen sehen die Regierung in der direkten Verantwortung für die Katastrophe – eine Elite, die das Volk ihrer Ansicht nach jahrelang mit korrupten Mitteln und wegen einer engen Verflechtung von Politik und Banken ausgeplündert und ihr nun den letzten Stoss verpasst hat. «Das hat meine Regierung getan», ist auf eine Mauer gesprüht. Dahinter liegt der in grossen Teilen zerstörte Hafen der libanesischen Hauptstadt.

Über 200 Millionen Euro Soforthilfe gesprochen

Bei der internationalen Geberkonferenz für den Libanon sind nach den Worten des deutschen Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) über 200 Millionen Euro Soforthilfe zusammengekommen. Deutschland beteilige sich mit 20 Millionen Euro zusätzlich, sagte Maas am Sonntag dem ZDF. Das französische Präsidialamt nannte als Mitveranstalter der Konferenz zunächst keine Zahl für die Zusagen.

105 Millionen Franken für Wiederaufbau benötigt

Nach der Explosionskatastrophe in Beirut mit über 150 Toten ist nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) eine internationale Nothilfe mit einem Umfang von 116,9 Millionen US-Dollar (rund 105 Millionen Franken) nötig. Das geht es aus einem Dokument der UN hervor, das der Élyséepalast am Sonntag nach einer internationalen Geberkonferenz übermittelte. Es geht laut UN um medizinische Versorgung, Nahrungsmittelhilfe oder Unterkunft für die Bevölkerung.

Schweiz kündigt vier Millionen Franken Direkthilfe für Libanon an

Die Schweiz hat an der internationalen Geberkonferenz für den Libanon mindestens vier Millionen Franken Direkthilfe zugesagt. Damit soll die schwer von der Explosionskatastrophe getroffene Bevölkerung in der Hauptstadt Beirut direkt unterstützt werden.

Innenansicht der Schweizer Botschaft in Beirut, die durch die Explosion von Ammoniumnitrat im Hafen von Beirut stark beschädigt wurde. (Bild: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA))

Die humanitäre Hilfe soll vor allem in den Wiederaufbau, in Unterkünfte und ins Gesundheitswesen fliessen, wie ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Direkt Hilfsgelder an die von Kritikern als korrupt bezeichnete libanesische Regierung will die Schweiz nicht zahlen, wie Botschafterin Monika Schmutz Kirgöz am Freitag in einem Interview darlegte. Mehr hier.

EU stockt Nothilfe für Libanon auf 63 Millionen Euro auf

Die EU stellt über ihren Gemeinschaftshaushalt zusätzliche 30 Millionen Euro für Nothilfen für den Libanon bereit. Das Geld ergänzt den Betrag von 33 Millionen Euro, der bereits direkt nach der Explosionskatastrophe in Beirut zugesagt worden war, wie die EU-Kommission am Sonntag zur Online-Geberkonferenz mitteilte. Es solle über die Vereinten Nationen und andere Organisationen unter strenger Überwachung in den Libanon fliessen und zur Versorgung der am stärksten betroffenen Menschen eingesetzt werden.

(Symbolbild: Keystone)

«In diesen kritischen Stunden stellt die EU Unterkünfte, medizinische Notversorgung, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Nahrungsmittelhilfen bereit», erklärte der für Krisenhilfe zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic. Die Europäische Union sei entschlossen, dem libanesischen Volk kurz- und langfristig zu helfen.

Papst Franziskus appelliert an internationale Helfer für Libanon

Papst Franziskus hat seine Forderung nach internationaler Hilfe für den Libanon nach der verheerenden Explosion in Beirut bekräftigt. «Die Katastrophe vom vergangenen Dienstag erfordert von allen, angefangen bei den Libanesen, eine Zusammenarbeit für das Gemeinwohl dieses geliebten Landes», sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag nach dem Angelus-Gebet zu Besuchern auf dem Petersplatz in Rom. «Ich erneuere meinen Appell an die internationale Gemeinschaft für eine grosszügige Hilfe.» Die Bischöfe und Priester in dem Land forderte er auf, sich in Bescheidenheit um die Menschen zu kümmern und auf Prunk zu verzichten, «denn euer Volk leidet, es leidet sehr».

Papst Franziskus : «Ich erneuere meinen Appell an die internationale Gemeinschaft für eine grosszügige Hilfe.» (Keystone)

Franziskus erinnerte daran, dass der Libanon eine ganz spezielle Identität habe mit dem Nebeneinander vieler Kulturen. «Gewiss, dieses Zusammenleben ist nun sehr fragil, das wissen wir. Aber ich bete, dass es mit Gottes Hilfe und dem ehrlichen Mitwirken von allen wieder aufblühen kann, frei und gestärkt», sagte der Papst, der am Freitag selbst eine Spende von 250 000 Euro nach Beirut veranlasst hatte.

Frankreich richtet Luftbrücke für den Libanon ein

Frankreich hat nach eigenen Angaben eine Luftbrücke eingerichtet, um Katastrophenhelfer und Hilfsgüter in den krisenerschütterten Libanon zu bringen. Es werden auch zwei Schiffe, darunter ein Kriegsschiff, vom Mittelmeerhafen Toulon aus in Bewegung gesetzt, die unter anderem Nahrungsmittel transportieren, wie das französische Aussenministerium am Sonntag in Paris mitteilte. Es sprach von einer «aussergewöhnlichen Mobilisierung».

Maas kündigt zehn Millionen Euro Soforthilfe für den Libanon an

Angesichts der verheerenden Explosion in Beirut hat Aussenminister Heiko Maas ein deutsches Soforthilfepaket im Umfang von zehn Millionen Euro für den Libanon angekündigt. «Die Menschen in Beirut brauchen unsere Hilfe und sie brauchen Anlass zur Hoffnung», erklärte der SPD-Politiker in Berlin. Die Videokonferenz für die Libanon-Hilfe an diesem Sonntag sei ein wichtiges Signal.

300’000 Menschen in Beirut obdachlos: «Ich freue mich sehr, dass ich heute von Seiten der Bundesregierung weitere zehn Millionen Euro für Soforthilfemassnahmen zusagen kann», sagt Aussenminister Heiko Maas. (Keystone)

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ergänzte in einem Interview der «Welt am Sonntag»: «Damit unterstützen wird die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssicherung über das Welternährungsprogramm und kurzfristige Jobs zur Instandsetzung wichtiger Infrastruktur über unser ‹Cash for work›-Programm.»

Chaos bei Protest in Beirut - Konferenz berät über Hilfe für Libanon

Chaos und Gewalt zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten haben die Spannungen in der libanesischen Hauptstadt nach der verheerenden Explosion im Hafen weiter erhöht. Bei den Zusammenstössen wurde nach Angaben der Sicherheitskräfte ein Polizist geötet. Mehr als 200 Menschen seien verletzt worden, meldete das libanesische Rote Kreuz.

Gewalt und Chaos in Libanon. Die Situation scheint nach der Explosion in Beirut immer mehr ausser Kontrolle zu geraten. (Keystone)

Die Ankündigung von Premier Hassan Diab, dem Kabinett vorgezogenen Neuwahlen vorzuschlagen, konnte die Wut der Demonstranten nicht besänftigen. Die internationale Gemeinschaft berät am Sonntag fünf Tage nach der Explosion im Hafen Beiruts in einer Videokonferenz über Soforthilfe für das Krisenland.

Polizist bei Zusammenstössen in Beirut getötet

Bei den Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten ist in der libanesischen Hauptstadt Beirut ein Polizist ums Leben gekommen. Er habe Menschen helfen wollen, die in einem Hotel im Zentrum Beiruts festgesessen hätten, meldete die staatliche Agentur NNA am Samstag unter Berufung auf die Sicherheitskräfte. Dabei hätten ihn «randalierende Mörder» angegriffen.

Proteste gegen die Regierung waren am Samstag vier Tage nach der verheerenden Explosion im Hafen Beiruts in Gewalt umgeschlagen. Mehr als 200 Menschen wurden dabei verletzt, wie das libanesische Rote Kreuz mitteilte. Einige Demonstranten versuchten Absperrungen zum Parlament zu durchbrechen und warfen Steine.

Die Sicherheitskräfte wiederum setzten massiv Tränengas ein, um die Demonstranten zu vertreiben. Auf TV-Bildern waren Feuer im Zentrum Beiruts zu sehen. Augenzeugen berichteten, sie hätten Schüsse gehört.

Bei den Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Beirut ist ein Polizist ums Leben gekommen. (Bild: Keystone)
Libanons Premier will Kabinett vorgezogene Neuwahlen vorschlagen

Der libanesische Ministerpräsident Hassan Diab will seinem Kabinett nach der verheerenden Explosion in Beirut vorgezogene Neuwahlen vorschlagen. Ein entsprechendes Gesetz wolle er seinem Kabinett vorlegen, sagte Diab am Samstag in einer Fernsehansprache.

Mindestens 130 Menschen bei Demonstration verletzt

Bei Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten sind in der libanesischen Hauptstadt Beirut mindestens 130 Menschen verletzt worden. 28 von ihnen seien in umliegende Krankenhäuser gebracht, 102 vor Ort behandelt worden, teilte das libanesische Rote Kreuz am Samstag über Twitter mit.

Vier Tage nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut hatten Demonstranten zuvor versucht, die Absperrung zum Parlament zu durchbrechen. Dabei warfen sie Steine. Sicherheitskräfte setzten massiv Tränengas ein, um die Menschen aufzuhalten

Proteste gegen die Regierung

Wut, Trauer und Verzweiflung in Beirut: Vier Tage nach der verheerenden Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt haben Tausende Libanesen gegen die Regierung demonstriert. Die Menschen versammelten sich am Samstag zu einer Trauer- und Protestkundgebung auf dem Märtyrer-Platz im Zentrum Beiruts. Am Rande der Demonstration kam es zu Zusammenstössen mit Sicherheitskräften.

Einige Demonstranten versuchten Absperrungen zum Parlament zu durchbrechen. Sie warfen Steine, wie auf Bildern des libanesischen Senders MTV zu sehen war. Die Sicherheitskräfte wiederum setzen massiv Tränengas ein, um die Demonstranten zu vertreiben.

Bereits im vergangenen Oktober hatten Massenproteste gegen die Regierung begonnen. Die Demonstranten fordern weitgehende politische Reformen. Sie werfen der politischen Elite Korruption vor und beschuldigen sie, das Land rücksichtslos auszuplündern.

Die Wut ist auch deswegen so gross, weil offenbar über Jahre grosse Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen lagerten. Dies soll die gewaltige Explosion verursacht haben. Warnungen wurden Berichten zufolge in den Wind geschlagen. Am Freitagabend ordnete ein Richter die Festnahme von drei leitenden Hafen-Mitarbeitern an, darunter den Direktor und den Chef des Zolls.

Die Polizei setzte Tränengas ein. (Bild: Keystone)

Die Wut ist auch deswegen so gross, weil offenbar über Jahre grosse Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen lagerten. Dies soll die gewaltige Explosion verursacht haben. Warnungen wurden Berichten zufolge in den Wind geschlagen. Am Freitagabend ordnete ein Richter die Festnahme von drei leitenden Hafen-Mitarbeitern an, darunter den Direktor und den Chef des Zolls.

Frau des niederländischen Botschafters stirbt nach Beirut-Explosion

Die Ehefrau des niederländischen Botschafters in Beirut ist nach der verheerenden Explosion an ihren schweren Verletzungen gestorben. Das teilte das Aussenministerium am Samstag in Den Haag mit. Hedwig Waltmans-Molier war Mitarbeiterin der Personalabteilung des Ministeriums und arbeitete abwechselnd in Beirut und Den Haag. Sie war 55 Jahre alt. «Ihr Tod ist ein Verlust für das Aussenministerium und für das Land», schreiben die zuständigen Minister in ihrem Kondolenzbrief.

Das Ehepaar war nach Angaben des Ministeriums erst in der vergangenen Woche aus dem Urlaub nach Beirut zurückgekehrt. Zum Zeitpunkt der Explosion am Dienstag habe sie mit ihrem Mann im Wohnzimmer gestanden. Bei dem Unglück wurden fünf Niederländer leicht verletzt.

Schweiz entsendet zweites Expertenteam nach Beirut

Nach der verheerenden Explosion in Beirut hat die Schweiz ein zweites Expertenteam in die libanesische Hauptstadt entsandt. Der zehnköpfigen Gruppe gehören medizinische und bautechnische Spezialisten an, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Samstag mitteilte.

Die Spezialisten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) würden von drei Schadenplatzexperten der Armee begleitet, hiess es. Die humanitäre Hilfe des Bundes werde sich auf die Bereiche Unterkunft und Medizin konzentrieren. Hier seien die Bedürfnisse in Beirut besonders gross.

Noch immer Dutzende Menschen nach Explosion in Beirut vermisst

Vier Tage nach der Explosionskatastrophe im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut werden noch immer rund 45 Menschen vermisst. Zudem seien 25 Leichen geborgen worden, deren Identität unklar sei, sagte am Samstag ein Sprecher des libanesischen Gesundheitsministeriums. Die Bergungsarbeiten gingen unterdessen weiter. Dabei sind auch Teams aus Deutschland im Einsatz.

Bei der Explosion am Dienstag waren mehr als 150 Menschen getötet worden, rund 5000 wurden verletzt. (Keystone)

Am Samstag sollen Opfer der Katastrophe begraben werden. Aktivisten haben zudem zu einer Trauer- und Protestkundgebung im Zentrum Beiruts aufgerufen. Das Motto lautet «Gerechtigkeit für die Opfer, Rache an der Regierung». Aktivisten werfen der politischen Führung des Libanon Fahrlässigkeit vor und machen sie für die Explosion verantwortlich.

In Beirut wird am Samstag auch EU-Ratspräsident Charles Michel erwartet. Dort will er mit Präsident Michel Aoun, Regierungschef Hassan Diab und Parlamentspräsident Nabih Berri zusammentreffen.

Beerdigung von Opfern nach Explosion in Beirut

Vier Tage nach der verheerenden Explosion in Beirut sollen am Samstag viele Opfer der Katastrophe beerdigt werden. Aktivsten haben für den Nachmittag zudem zu Demonstrationen gegen die Regierung aufgerufen, die sie für die Detonation verantwortlich machen. Rettungshelfer suchen in den Trümmern weiter nach Opfern der gewaltigen Detonation. Die deutschen Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) zeigten sich schockiert vom Ausmass der Zerstörung.

Bagger im Dauereinsatz: In Beirut ist die Suche nach Überlebenden immer noch im Gange. (Keystone)

In Beirut wird am Samstag auch EU-Ratspräsident Charles Michel erwartet. Dort will er mit Präsident Michel Aoun, Regierungschef Hassan Diab und Parlamentspräsident Nabih Berri zusammentreffen. Mehr dazu hier.

Trump schickt nach Explosion in Beirut Hilfsgüter Richtung Libanon

US-Präsident Donald Trump hat dem Libanon nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut Hilfen zugesichert. Er habe dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun gesagt, drei grosse US-Flugzeuge seien auf dem Weg nach Beirut, twitterte Trump am Freitag. Sie hätten Medizinausrüstung, Nahrung, Wasser sowie Rettungskräfte an Bord.

Laut US-Behördenangaben werden die Hilfen einen Wert von mehr als 15 Millionen Dollar haben. Mit den Medikamenten und sonstigen medizinischen Gütern könnten bis zu 60’000 Personen drei Monate versorgt werden.

Trump hat den Angaben zufolge mit Aoun über die Lage im Libanon gesprochen, ebenso mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der gerade in Beirut war. Für Sonntag sei mit beiden sowie weiteren Regierungschefs eine Telefonkonferenz angesetzt.

Interpol hilft nach Explosion bei Untersuchungen in Beirut

Nach der verheerenden Explosion in Beirut mit mehr als 150 Toten unterstützt die internationale Polizeiorganisation Interpol die örtlichen Behörden mit Experten. Dabei gehe es unter anderem um die Identifizierung von Opfern, teilte Interpol am Freitagabend in Lyon mit. Interpol werde jegliche Hilfe leisten, die vom Libanon beantragt werde, erklärte Generalsekretär Jürgen Stock.

Rettungshelfer suchten in der libanesischen Hauptstadt nach weiteren Überlebenden der Explosion. Rund 5’000 Menschen waren bei der Katastrophe am Dienstag verletzt worden. Interpol mit 194 Mitgliedstaaten ist nach eigenen Angaben die weltweit grösste Polizeiorganisation.

Führende Hafen-Vertreter nach Explosion in Beirut festgenommen

Drei Tage nach der verheerenden Explosion in Beirut sind Verantwortliche des Hafens der libanesischen Hauptstadt festgenommen worden. Dazu zählten Zoll-Chef Badri Dahir, dessen Vorgänger Schafik Mirhi und Hafen-Direktor Hassan Kuraitim, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Freitagabend.

Die Entscheidung sei im Zuge von Ermittlungen zu den Hintergründen der Explosion getroffen worden, hiess es weiter. Bereits am Vorabend waren 16 Hafen-Mitarbeiter festgenommen worden. Nach Justizangaben wurden bislang 18 Personen vernommen.

Hisbollah weist Verantwortung für Explosion in Beirut zurück

Die schiitische Hisbollah hat jede Verantwortung für die verheerende Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut zurückgewiesen. Er erkläre entschieden, dass seine Organisation nichts im Hafen habe, sagte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah am Freitag in einer Fernsehansprache: «Kein Waffenlager, keine Raketen, keine Gewehre, keine Bombe, keine Kugeln, kein Nitrat. Absolut nichts, weder jetzt, noch früher, noch in Zukunft.» Er wies auch den Vorwurf zurück, die Hisbollah kontrolliere den Hafen.

Die Iran-treue Organisation hat im Libanon starken politischen Einfluss und bildet einen Staat im Staate. Kritiker halten ihr vor, sie kontrolliere einen grossen Teil des Beiruter Hafens. Die Hisbollah gehört auch der derzeitigen libanesischen Regierung an.

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah streitet jede Verantwortung an der Explosion in Beirut zurück. (Archivbild: Keystone/AL-MANAR TV GRAB)
Schweiz hilft keinen Behörden im Libanon

Die Schweiz gibt nach der schweren Explosion in Beirut keinerlei Hilfsgelder an die libanesische Regierung. Botschafterin Monika Schmutz schloss das am Freitag gegenüber Radio SRF kategorisch aus. Im Zentrum stehen die Bedürfnisse der Bevölkerung.

Botschafterin Monika Schmutz will direkt der Bevölkerung helfen. (Archivbild: Keystone)

Um den Menschen möglichst rasch beizustehen, sei bereits eine Barzahlung der Schweiz ans libanesische Rote Kreuz erfolgt, sagte die Botschafterin in der Sendung «Rendez vous». Auf Befürchtungen, die als korrupt geltende Regierung könnte sich Hilfsgelder unter den Nagel reissen, antwortete Schmutz, Zahlungen an Regierungsstellen werde es nicht geben.

Seit Donnerstag sei ein Expertenteam des Bundes vor Ort und kläre die Bedürfnisse der Bevölkerung ab. Bis jetzt sei die Zahl von 300’000 Obdachlosen bekannt. Sie dürfte aber noch steigen und eine halbe Million erreichen.

Zehntausende Kinder in Beirut obdachlos - Zahl der Toten steigt

Infolge der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut sind nach UN-Angaben auch rund 80’000 Kinder obdachlos geworden. Die heftige Detonation habe deren Zuhause zerstört, sagte die Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Marixie Mercado, am Freitag in Genf.

Besondere Sorge bereite die Gefahr, dass sich das Coronavirus unter den gegebenen Umständen nun besonders leicht ausbreiten könne. (Keystone)

Viele Haushalte hätten nur noch begrenzt Wasser und Strom. Zudem gebe es Berichte, dass mehr als 120 Schulen beschädigt worden seien. Beiruts Gouverneur hatte erklärt, durch die Explosion könnten in Libanons Hauptstadt bis zu 300’000 Menschen obdachlos geworden sein.

Die Zahl der Toten stieg drei Tage nach der Katastrophe auf 154, wie ein Sprecher des libanesischen Gesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur erklärte. Wegen vieler Schwerverletzter auf Intensivstationen werden die Zahl wahrscheinlich weiter steigen. Rund 5’000 Menschen waren bei der Detonation verletzt worden.

Suche nach Überlebenden in Beirut geht weiter

Drei Tage nach der verheerenden Explosion im Hafen von der libanesischen Hauptstadt Beirut suchen Rettungshelfer und Soldaten weiter nach Opfern. Kräne und Bulldozer versuchten am Freitagmorgen, grosse Trümmerteile zu räumen.

Das libanesische Rote Kreuz geht davon aus, dass noch immer rund 100 Menschen vermisst werden. Dabei soll es sich vor allem um Hafenarbeiter handeln. (Keystone)

Bei der Explosion am Dienstag waren mindestens 149 Menschen getötet worden, rund 5’000 wurden verletzt. «Wir geben alles, weil wir hoffen, noch Überlebende zu finden, die festsitzen», sagte einer der Rettungshelfer, der nach eigenen Angaben 48 Stunden im Einsatz ist. Bislang seien jedoch nur Leichenteile gefunden worden. Viele Länder haben Rettungsteams nach Beirut geschickt. Mehr hier.

Vereinzelt Proteste nach Explosion in Beirut

Nach der Explosion in Beirut mit mindestens 149 Toten ist es in der Nacht zum Freitag vereinzelt zu Protesten gekommen. Mehrere Menschen wurden bei Zusammenstössen mit Sicherheitskräften verletzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete. Dutzende hätten versucht, die Absperrung zum Parlamentsgebäude in der libanesischen Hauptstadt zu durchbrechen. Die Demonstranten setzten dort Werbetafeln, Bretter und Müllhaufen in Brand und warfen mit Steinen auf Sicherheitskräfte. Diese setzten teilweise Tränengas ein.

(Keystone)

Im Libanon war es bereits seit Oktober zu Massenprotesten gekommen, die auch zum Rücktritt von Ministerpräsident Saad Hariri führten. Sie richteten sich gegen die Führung des Landes, der die Demonstranten Korruption und Verschwendung von Staatsgeld vorwerfen. Das kleine Mittelmeerland ist hoch verschuldet und steckt in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Die Proteste hatten das öffentliche Leben in der Hauptstadt teilweise lahmgelegt.

16 Hafenmitarbeiter nach Explosion in Beirut festgenommen

Zwei Tage nach der Explosionskatastrophe von Beirut sind 16 Mitarbeiter des Hafens der Mittelmeer-Metropole festgenommen worden. Das teilte der amtierende Militärrichter Fadi Akiki laut einem Bericht der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA am Donnerstagabend mit. Mehr als 18 Menschen seien befragt worden, darunter Mitglieder des Hafenvorstands und der Zollverwaltung. Die Zahl der Toten stieg derweil laut Gesundheitsministerium auf 149.

Die Ermittlungen gingen weiter, hiess es. Ziel sei, «alle Fakten im Zusammenhang mit der Katastrophe zu klären», teilte Akiki mit. Der Ort der Explosion – ein Industriegebiet am Hafen im Norden der libanesischen Hauptstadt – werde bis zum Abschluss der Ermittlungen geschlossen bleiben. Die Aufsicht hätten hier die libanesische Armee sowie die Informationsabteilung der Kräfte für innere Sicherheit.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Nach Explosion: Grosse Krankenhäuser in Beirut stoppen Corona-Tests

Coronavirus-Tests und -behandlungen sind in mehreren grossen Krankenhäusern der libanesischen Hauptstadt Beirut nach der verheerenden Explosion im Hafen eingestellt worden.

Einige Einrichtungen, die Coronavirus-Patienten behandelten, seien durch die Explosion so schwer beschädigt worden, dass sie die Tests eingestellt hätten, sagte Mahmud Hassun, Arzt im Rafik-Hariri-Krankenhaus in Beirut, am Donnerstag. Sein Krankenhaus mache aber weiter Tests.

Vorher-nachher Bild zeigt Ausmass der Zerstörung

Über 120 Meter gross ist der Krater, den die Explosionen im Hafen von Beirut hinterlassen haben. Eine Gegenüberstellung von Bildern vor und nach der Explosion zeigt das Ausmass der Zerstörung aus der Vogel-Perspektive. Über 130 Menschen starben, Tausende sind verletzt, zahlreiche Gebäude wurden zerstört.

(Quelle: Gifcat, Solateor)

Retter suchen in Beirut nach Vermissten - Hoffen auf Lebenszeichen

Rettungshelfer suchen zwei Tage nach der verheerenden Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut weiter nach Überlebenden. Noch immer werden nach Angaben des libanesischen Roten Kreuzes rund 100 Menschen vermisst.

Soldaten der Armee, Mitarbeiter des Roten Kreuzes und Freiwillige waren am Donnerstag am Ort der Katastrophe im Einsatz. Mitarbeiter des Zivilschutzes kontrollierten zudem Gebäude, die einsturzgefährdet sein könnten.

Angehörige von Überlebenden hofften auf Lebenszeichen von Vermissten. «Ich warte hier, ich bewege mich nicht weg», rief eine Frau in der Nähe des abgesperrten Hafens. «Mein Bruder arbeitete im Hafen und ich habe von ihm nichts gehört, seitdem es die Explosion gab.»

Grosses Leid in Beiruts Trümmern

Der Mann mit den kurzen Haaren und dem Vollbart hat tiefe Ränder unter den Augen. Vielleicht waren die vergangenen zwei Tage die schlimmsten, die Dr. Assim al-Hadsch in seinem Leben durchmachen musste.

Seit der fürchterlichen Explosion im Hafen von Beirut hat er nur zwei Stunden geschlafen. Stattdessen: Operationen am Fliessband im Clemenceau Medical Center unweit der Detonation. Fast 400 Verletzte wurden eingeliefert, 80 befinden sich noch in kritischem Zustand: «Ich kann Ihnen sagen: Die Situation ist katastrophal», sagt der Mediziner mit brüchiger Stimme.

Die gewaltige Explosion hat grosse Teile der sonst lebendigen Stadt am Mittelmeer in eine Trümmerlandschaft verwandelt. Der Hafen liegt in Schutt und Asche. Die Wucht der Detonation hat auch die umliegenden Wohngebiete erfasst: Fensterscheiben sind zersplittert, Schilder und Fensterläden abgerissen, Fassaden zerstört, Autos umgekippt, Menschen weggefegt. Noch immer sind die Strassen mit Glassplittern übersät.

Glückskette ruft zu Spenden für den Libanon auf

Die Glückskette ruft zu Spenden für die Menschen im Libanon auf. In einem bereits erschöpften Land seien sie von einer beispiellosen Katastrophe getroffen worden, teilte die Organisation am Donnerstag mit.

Die Schäden nach der Explosion in Beirut seien derart gross, dass eine Bilanz nur vorläufig sein könne. Der Wiederaufbau nach dem Bürgerkrieg in den 1970er- und 1980er Jahren sei innerhalb von wenigen Minuten zunichte gemacht worden. Diese Katastrophe ist nach Angaben der Glückskette eine zu viel für das erschöpfte Land, das seit 2019 in einer schweren Wirtschaftskrise steckt und gegenwärtig mit der Corona-Krise kämpft.

Braut-Shooting mitten in Beirut zeigt Folgen

Ein Youtube-Video zeigt eindrücklich, wie sich in Beirut am Dienstagabend vom normalen Alltag alles von einer Sekunde auf die andere veränderte. Ein Kamera-Team ist dabei mit einer Braut Hochzeits-Fotos zu schiessen, als die Explosionen die Umgebung mit Schutt überströmen.

(Video: Youtube, Reuters)

Schweiz entsendet ein Expertenteam nach Beirut

Nach der verheerenden Explosion in Beirut ist am Donnerstag ein Expertenteam der Schweiz in die libanesische Hauptstadt geflogen. Die Schweiz reagiert damit auf den internationalen Hilfsappell der libanesischen Behörden, wie das EDA mitteilte.

Das Expertenteam besteht aus Mitgliedern des schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) und einem Spezialisten des Krisenmanagementszentrums. Auch Bauingenieurinnen und -ingenieure, Logistikfachleute, ein Telekomunikationsspezialist sowie eine Psychologin sind unter den entsandten Fachleuten.

Sie sollen nach Angaben des Eidgenössischen Departements für äussere Angelegenheiten (EDA) in Beirut unter anderem die Stabilität von Gebäuden prüfen. Durch die Explosion sind auch die Schweizer Botschaft und die Residenz von Botschafterin Monika Schmutz Kirgöz schwer beschädigt worden. Zudem wird das Team den libanesischen Behörden bei der Stabilitätsprüfung von öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Spitälern helfen.

EU stellt Libanon nach Explosion Millionenhilfe bereit

Die EU hat dem Libanon nach der schweren Explosion in Beirut Nothilfe in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro zugesagt.

Mit dem Geld soll zum Beispiel medizinische Ausrüstung finanziert werden, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Hassan Diab mitteilte.

Weitere Hilfen könnten je nach Einschätzung der humanitären Lage vor Ort folgen, hiess es. Von der Leyen bot dem Libanon zudem die Unterstützung der EU beim Wiederaufbau des zerstörten Teils der Stadt an.

Israel will Beirut-Opfern auf Zypern helfen

Israel will bei der Versorgung von Opfern der verheerenden Explosion von Beirut helfen, sollten welche von ihnen nach Zypern ausgeflogen werden. Entsprechende Medienberichte aus Israel bestätigte am Donnerstag ein Sprecher der zypriotischen Regierung.

Kyriakos Koushos sagte der Nachrichtenagentur DPA, die israelische Regierung habe mitgeteilt, sie sei bereit, medizinisches Personal nach Zypern zu entsenden, sollten Verletzte aus dem Libanon auf die Insel gebracht werden. Die Zeitung «Jedioth Ahronoth» hatte zuvor berichtet, das Scheba-Krankenhaus bei Tel Aviv arbeite daran, ein Team zusammenzustellen, das nach Zypern fliegen könnte. Die Insel ist etwa 40 Flugminuten vom Libanon entfernt.

Deutsche Diplomatin stirbt

Bei der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist auch eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft getötet worden. Das teilte Aussenminister Heiko Maas am Donnerstag mit.

«Unsere schlimmste Befürchtung hat sich bestätigt. Eine Angehörige unserer Botschaft in Beirut ist durch die Folgen der Explosion in ihrer Wohnung ums Leben gekommen», erklärte er. «Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amts sind in tiefer Trauer um die Kollegin.» Er habe den Angehörigen und der Belegschaft der Botschaft Beirut sein Beileid ausgesprochen, auch im Namen der Kolleginnen und Kollegen und der deutschen Regierung. «Allen, die wie unsere verstorbene Kollegin jeden Tag auf der ganzen Welt im Dienst für unser Land grosse persönliche Risiken eingehen, gilt mein Dank.»

WHO bringt 20 Tonnen Hilfsgüter in den Libanon

Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Unterstützung der Verletzten 20 Tonnen Hilfsgüter in den Libanon gebracht.

Damit könnten Hunderte Menschen mit Brand- und anderen Verletzungen versorgt werden, berichtete die WHO am Donnerstag. Das Material stamme aus einem Lager in Dubai.

Drei Krankenhäuser in Beirut seien so zerstört, dass in ihnen nicht mehr gearbeitet werden könne, zwei weitere seien bei der Explosion am Dienstag teils beschädigt worden. Verletzte würden auf Krankenhäuser im ganzen Land verteilt. Viele Einrichtungen seien von der Zahl der Patienten überwältigt, so die WHO.

Ex-Schiffsbesitzer weist Mitverantwortung zurück

Nach der schweren Explosion im Hafen von Beirut mit mehr als 130 Toten sieht sich der frühere Besitzer eines Frachtschiffes nicht in der Verantwortung. Sein unter moldauischer Flagge fahrendes Schiff «Rhosu» soll grössere Mengen Ammoniumnitrat in den Libanon gebracht haben, das ersten Vermutungen zufolge für die Explosion am Hafen verantwortlich sein könnte.

Die Behörden des Landes hätten der Besatzung im November 2013 die Weiterfahrt untersagt und die Ladung beschlagnahmt, da sie als gefährlich eingestuft worden sei, sagte der russische Geschäftsmann Igor Gretschuschkin der Zeitung «Iswestija». Mehrere Medien berichten vom Schiff und seinem möglichen Zusammenhang mit den Explosionen.

Nach seiner Darstellung begründete der Libanon damals seine Entscheidung mit fehlenden Dokumenten. Ausserdem hätten die Behörden Bedenken wegen der Transportbedingungen des gefährlichen Stoffes gehabt, sagte er. Weil das Schiff nicht habe weiterfahren dürfen, sei sein Geschäft lahmgelegt gewesen. Er habe Strafe zahlen müssen und sei deshalb bankrottgegangen, behauptete der Geschäftsmann. Er wisse nicht, wer danach für die «Rhosus» verantwortlich gewesen sei.

Das Frachtschiff war von Georgien nach Mosambik im Süden Afrika unterwegs. Der russische Kapitän Boris Prokoschew sagte der Zeitung, in Beirut habe zusätzliche Fracht abgeholt werden sollen. Weil die Hafensteuer nicht gezahlt worden sei, sei das Schiff festgesetzt worden. In anderen Berichten war auch die Rede davon, dass der Besatzung Treibstoff und Proviant ausgegangen seien. Alle Besatzungsmitglieder hätten das Land verlassen, sagte Prokoschew.

Deutschland bietet Hilfseinsatz der Bundeswehr im Libanon an

Deutschland hat nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut einen grösser angelegten Hilfseinsatz der Bundeswehr in dem Land angeboten. Dazu wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch der für den Transport Schwerverletzter ausgerüstete Luftwaffen-Airbus A310 «MedEvac» bereitgestellt.

Geprüft wurde am Donnerstag auch, ob das Luftlanderettungszentrum der Bundeswehr – eine mobile Sanitätseinrichtung – aufgebaut werden kann. Ein Erkundungsteam des Sanitätswesens der Bundeswehr soll die Lage in Beirut kurzfristig vor Ort prüfen und eingeflogen werden.

Französischer Architekt unter Opfern in Beirut
Bei der verheerenden Explosion in Beirut ist auch der französische Architekt Jean-Marc Bonfils getötet worden. Er habe kriegszerstörte historische Gebäude im Libanon restauriert, teilte die französische Kulturministerin Roselyne Bachelot mit.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron reist am heutigen Donnerstag libanesische Hauptstadt. Laut Élyséepalast wird er dort seinen libanesischen Amtskollegen Michel Aoun, Regierungschef Hassan Diab und den Parlamentspräsidenten Nabih Berri treffen. Frankreich entsandte bereits Katastrophenhelfer und schickte Hilfsmaterial.

Opferzahl steigt immer weiter: 135 Tote, 5'000 Verletzte

Die Zahl der Opfer nach der verheerenden Explosion in Beirut steigt immer weiter. Dabei seien in der libanesischen Hauptstadt mindestens 135 Menschen getötet und weitere 5’000 verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Hassan Hamad laut einem Bericht des Fernsehsenders MTV am Mittwoch. Zuvor war nach offiziellen Angaben von mindestens 113 Toten und etwa 4’000 Verletzten die Rede.

Mindestens 21 Franzosen in Beirut verletzt

Bei der verheerenden Explosion in Beirut sind mindestens 21 französische Staatsbürger verletzt worden. Das teilte der Pariser Chef-Staatsanwaltschaft Rémy Heitz am Mittwoch mit. Die Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen. Ermittler werden aktiv, falls Franzosen im Ausland zu Schaden kommen.

Schweizer Botschafterin in Beirut meldet sich zu Wort

Die Schweizer Botschafterin im Libanon hat am Mittwoch die Arbeit wieder aufgenommen. Sie wurde bei der heftigen Explosion am Dienstag in Beirut leicht verletzt und wurde danach Spital gepflegt.

«Mir geht es den Umständen entsprechend gut», sagte Botschafterin Monika Schmutz in einem Interview, welches das Aussendepartement (EDA) am Mittwoch auf seiner Webseite veröffentlichte. Die Szenen in den Spitälern und auf den Strassen seien unbeschreiblich und der Einsatz aller Personen, die im Gesundheitsbereich arbeiteten, sei beeindruckend.

Zum Zeitpunkt der Explosion sei sie in ihrem Büro in der Botschaft gewesen. «Die Druckwelle hat mich mit aller Kraft erfasst und wortwörtlich durch den Raum geschleudert», sagte die Botschafterin. Dann sei sie von Arbeitskollegen begleitet zu Fuss in ein nahegelegenes Spital gegangen. «Die ganz Strasse war ein Teppich aus Blut und Scherben.»

Netanjahu kondoliert nach Explosion in Beirut

Nach der verheerenden Explosion mit Dutzenden Toten in Beirut hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Menschen im Libanon sein Mitgefühl ausgedrückt.

Der Libanon habe eine grosse Katastrophe erlitten, schrieb Netanjahu am Mittwoch bei Twitter. Der 70-Jährige bot dem Nachbarland erneut humanitäre Unterstützung an, «von Mensch zu Mensch». Der Libanon und Israel haben keine diplomatischen Beziehungen. Offiziell befinden sich die Länder noch im Krieg.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drückt den Menschen in Beirut sein Mitgefühl aus. (Archivbild: Keystone)
Länder schicken Rettungsteams in den Libanon

Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut suchen Retter mit ausländischen Spezialteams in den Trümmern nach weiteren Opfern. Mehrere Länder schickten Rettungsmannschaften mit Spürhunden und Experten für die Bergung von Verschütteten.

Das Rote Kreuz teilte mit, dass die Zahl der mindestens 100 Toten und etwa 4’000 Verletzten wahrscheinlich weiter steigen werde. Viele Bewohner der Küstenstadt standen am Mittwoch unter Schock.

Aus Sicherheitskreisen hiess es, es würden noch mindestens 100 Menschen vermisst. «Es liegen noch immer viele Menschen unter den Trümmern», sagte ein Offizieller, der ungenannt bleiben wollte.

In der riesigen Trümmerlandschaft von Beirut werden noch mindestens 100 Menschen vermisst. (Symbolbild: Keystone)
Auf einen Schlag obdachlos

Die verheerende Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut hat die Wohnungen hunderttausender Menschen zerstört. Beiruts Gouverneur Marwan Abbud sagt gegenüber dem libanesischen Sender MTV, zwischen 200’000 und 250’000 Einwohner hätten kein Zuhause mehr. Der Schaden liege zwischen drei und fünf Milliarden Dollar, erklärt Abbud laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA.

Das libanesische Kabinett trifft sich am Mittwoch zu einer Dringlichkeitssitzung. Viele Menschen könnten ihre Häuser nicht wieder aufbauen, weil ihnen das Geld fehlt.

Der Hafen in Beirut ist zudem eine wichtige Lebensader des Landes. Da dort bei der Explosion unter anderem Getreidesilos zerstört wurden, rechnen Experten jetzt mit Hunger und Engpässen bei der Versorgung mit Brot.

Schweizer Botschaft verhältnismässig glimpflich davongekommen

Die Schweizer Botschafterin im Libanon hat am Mittwoch die Arbeit wieder aufgenommen. Sie war bei der heftigen Explosion am Dienstag in Beirut leicht verletzt und im Spital gepflegt worden.

Angesichts der Umstände sei sie bei guter Gesundheit, teilte das Aussendepartement EDA am Mittwoch mit. Abgesehen von einem leicht verletzten lokalen Mitarbeiter seien das Botschaftspersonal und dessen Familien unverletzt geblieben. Einige Angestellte stünden jedoch unter Schock. Die Botschaft und die Residenz der Botschafterin Monika Schmutz wurden durch die Explosion stark beschädigt.

Das EDA hat zurzeit keine Informationen über mögliche Schweizer Opfer. Im Libanon sind 1’500 Schweizer Staatsbürger angemeldet, 80 Prozent von ihnen sind laut EDA Doppelbürger. Zudem seien rund zwanzig Schweizer Touristen bei der Botschaft gemeldet.

Auch die Schweizer Botschaft wurde von der Druckwelle nicht verschont. (Bild: EDA)
Die Botschaft liegt nur wenige Hundert Meter Luftlinie vom Unglücksort entfernt. (Screenshot: Google Maps)
Verwundete mussten abgewiesen werden

Der Leiter des Büros der deutschen Konrad Adenauer-Stiftung im Libanon, Malte Gaier, sagte dem Deutschlandfunk, besonders beunruhigend seien «massive strukturelle Schäden». So sei das staatliche Elektrizitätswerk komplett zerstört worden.

Verwundete seine aufgrund des Ansturms auf Kliniken oft abgewiesen worden. «Wir haben die ganze Nacht hinweg, und ich vermute auch, dass das jetzt noch der Fall ist, wirklich chaotische, teils dramatische Szenen hier gesehen.»

Gemäss dem Roten Kreuz mindestens 100 Tote

Nach Angaben des örtlichen Roten Kreuzes ist die Zahl der Todesopfer nach der Explosion am Hafen von Beirut auf mindestens 100 gestiegen. Mehr als 4’000 Menschen wurden den Informationen zufolge verletzt.

Die Explosionen hatten am Dienstag Beirut und die umliegenden Gebiete erschüttert. Grosse Teile des Hafens wurden vollständig zerstört. Auch die angrenzenden Wohngebiete wurden stark beschädigt. Sogar in Orten Dutzende Kilometer von der Hauptstadt entfernt gingen Fensterscheiben zu Bruch. Beirut, in dessen Grossraum schätzungsweise bis zu 2,4 Millionen Menschen leben, wurde zur Katastrophen-Stadt erklärt.

2'750 Tonnen Sprengstoff-Substanz explodiert?

Nach der gewaltigen Detonation in Beirut mit mehr als 70 Toten und 3’000 Verletzten beginnt im Libanon die Suche nach möglichen Ursachen. Ausgelöst haben könnte die schwere Explosion eine sehr grosse Menge Ammoniumnitrat: Schätzungsweise 2’750 Tonnen der gefährlichen Substanz seien jahrelang ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen von Beirut gelagert worden, sagte Ministerpräsident Hassan Diab dem Präsidialamt zufolge.

Hinweise auf einen Anschlag oder einen politischen Hintergrund gab es am Dienstag nicht. Ammoniumnitrat wird unter anderen zur Herstellung von Sprengstoff und Dünger verwendet.

Trump verbreitet Anschlag-Theorie

Die verheerende Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut scheint US-Präsident Donald Trump zufolge ein Anschlag gewesen zu sein. Seine «Generäle» gingen angesichts der Art der Explosion davon aus, dass es sich um eine Art Bombe gehandelt haben müsse, sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Weissen Haus. Die USA «stehen bereit, dem Libanon zu helfen», versicherte Trump.

50 Tote und 2700 Verletzte nach Explosion in Beirut

Die Zahl der Todesopfer nach der schweren Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut steigt immer weiter an. Mindestens 50 Menschen seien getötet und weitere 2700 verwundet worden, sagte Gesundheitsminister Hassan Hamad am späten Dienstagabend. Zuvor hatte auch der Generalsekretär des libanesischen Roten Kreuzes, Georges Kettaneh, der Deutschen Presse-Agentur von mehr als 2000 Verletzten berichtet.

Israel bietet humanitäre Hilfe an

Nach der Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut mit Dutzenden Toten und mindestens 2500 Verletzten hat das Nachbarland Israel humanitäre Hilfe angeboten. «Unter Anweisung von Verteidigungsminister Benny Gantz und Aussenminister Gabi Aschkenasi hat Israel sich an den Libanon durch internationale diplomatische und Verteidigungs-Kanäle gewandt», teilten beide Minister in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Der libanesischen Regierung sei «medizinische humanitäre Hilfe» angeboten worden.

Der Libanon und Israel haben keine diplomatischen Beziehungen. Offiziell befinden sich die beiden Nachbarländer noch im Krieg. Libanesen sind jegliche Kontakte mit Israelis verboten. An der Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah. Diese befand sich zuletzt im Jahr 2006 in einem rund einmonatigen Krieg mit Israel. Auf libanesischer Seite wurden mehr als 1200 Menschen getötet, auf der israelischen mehr als 160 Soldaten und Zivilisten.

Frankreich sagt Unterstützung zu

Frankreich hat nach einer Explosion mit zahlreichen Todesopfern in der libanesischen Hauptstadt Beirut Unterstützung zugesagt. Frankreich schicke Hilfe in den Libanon, schrieb der französische Staatschef Emmanuel Macron am Dienstagabend auf Twitter. Frankreich stehe immer Seite an Seite mit dem Libanon, so Macron auf Arabisch.

Macron habe mit seinem libanesischen Amtskollegen Michel Aoun telefoniert, teilte der Élyséepalast mit. In dem Gespräch drückte Macron demnach seine Unterstützung und die der Franzosen für das libanesische Volk aus. Der heutige Libanon war früher Teil des französischen Mandatsgebiets im Nahen Osten, die beiden Länder haben immer noch eine enge Beziehung.

EU stellt Libanon nach Explosion in Beirut Hilfe in Aussicht

Die EU hat dem Libanon nach der schweren Explosion in Beirut Beistand in Aussicht gestellt. «Die Europäische Union ist bereit, Hilfe und Unterstützung zu leisten», teilte EU-Ratspräsident Charles Michel am Dienstagabend mit. Seine Gedanken seien beim libanesischen Volk und den Familien der Opfer.

Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell schrieb: «Die Europäische Union bekundet ihre uneingeschränkte Solidarität und ihre volle Unterstützung für die Familien der Opfer sowie für das libanesische Volk und die libanesische Behörden.» Den Tweet postete er zusätzlich noch in arabisch. Zur möglichen Ursache der Katastrophe äusserten sich die EU-Politiker nicht.

Twitter-Nutzer stellen weitere Videos der Explosion online

Immer mehr Videos von den Explosionen in Beirut gibt es mittlerweile im Internet. Darunter auch eines von einem Autofahrer, der während der Fahrt von der zweiten Detonationswelle erfasst wird:

Auch der Urheber dieses Videos wird von der Welle getroffen:

Das Leid und die Zerstörung sind gross. Es kursieren zahlreiche Bilder von Verletzen, Toten und aus Krankenhäusern in den sozialen Medien. Noch lässt sich immer nicht genau sagen, wie viele Menschen ihr Leben verloren oder verletzt wurden. «Betet für Beirut» heisst es in Tausenden Aufrufen auf Twitter und Co.

Mittwoch Tag der Trauer

Regierungschef Hassan Diab erklärte den Mittwoch zum Tag landesweiter Trauer in Gedenken an die Opfer. Präsident Michel Aoun berief eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Verteidigungsrats ein.

Keine Hinweise auf Anschlag

Hinweise auf einen Anschlag oder einen politischen Hintergrund gab es zunächst nicht. Wenige Kilometer vom Ort der Explosion entfernt waren 2005 der damalige libanesische Ministerpräsident Rafik Hariri und 21 weitere Menschen bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden. Die Residenz seines Sohnes, der frühere Ministerpräsident Saad Hariri, wurde bei der Explosion am Dienstag beschädigt.

An diesem Freitag will das UN-Libanon-Sondertribunal in Den Haag sein Urteil gegen vier Angeklagte in dem Fall von 2005 verkünden. Viele Libanon machen die Führung des Nachbarlandes Syrien für den Anschlag auf Hariri verantwortlich. Er hatte vor seinem Tod den Abzug der damals im Libanon stationierten syrischen Truppen verlangt.

«Wir haben keine Informationen darüber, was genau passiert ist und was der Auslöser war, ob es ein Unfall oder ein herbeigeführter Akt war», sagte ein UN-Sprecher kurz nach der Tat am Dienstag in New York. «Zu diesem Zeitpunkt sind unsere Gedanken bei den Menschen im Libanon. Was auch immer passiert ist: Wir hoffen, dass der Schaden begrenzt ist und dass die Sicherheit des libanesischen Volkes garantiert ist.»

Schweizer Botschafterin verletzt

Die Schweizer Botschafterin in Beirut ist am Dienstag leicht verletzt worden. Durch die Druckwelle wurden die Botschaft und die Residenz der Botschafterin stark beschädigt.

Die enorme Druckwelle liess laut EDA noch in kilometerweiter Entfernung Fenster bersten. So seien auch die Schweizer Botschaft und die Residenz der Botschafterin stark beschädigt worden. Botschafterin Monika Schmutz sei dabei leicht verletzt worden und habe sich für weitere Abklärungen ins Spital begeben. Das übrige Botschaftspersonal sei wohlauf.

Noch keine Hinweise auf Schweizer Opfer

Die Schweizer Vertretung im Libanon klärt nun ab, ob weitere Schweizer Staatsangehörige von der Explosion betroffen sind. Bislang liegen dazu noch keine Hinweise vor, wie es am Dienstagabend vom EDA weiter hiess.

Mindestens 25 Tote und Dutzende Verletze

Es gab Dutzende Toten und rund 2500 Verletze. Gesundheitsminister Hassan Hamad sagte Reportern am Abend vor einem Krankenhaus, nach vorläufigen Zahlen seien 30 Menschen getötet und 2500 verletzt worden. Der Generalsekretär des libanesischen Roten Kreuzes, Georges Kettaneh, berichtete der dpa ebenfalls von mehr als 2000 Verletzten. Augenzeugen sprachen von Leichen auf den Strassen und Menschen, die unter Trümmern verborgen seien. Die Armee half, Verletzte in Krankenhäuser zu bringen. Bürger wurden aufgerufen, Blut zu spenden.

Fenster in die Brüche gegangen

Über der Stadt stieg am frühen Abend eine riesige Rauchwolke auf. Eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete von einer starken Erschütterung im Zentrum und von grossen Schäden. Durch die Wucht der Explosion am Hafen der Küstenstadt gingen Fenster zu Bruch, Strassen waren mit Trümmern und Glasscherben übersät. Grosse Teile des Hafens wurden vollständig zerstört.

Strom und Telefon fallen aus

Im Internet kursierten Fotos von zerstörten Fenstern an Wohnhäusern und Trümmern auf den Strassen. Dutzende Autos wurden beschädigt. Ein Polizist sagte, die Schäden erstreckten sich kilometerweit. Kurz nach der Explosion fielen Telefon und Internet in der Stadt aus. «Wir sassen in unserem Wohnzimmer, und plötzlich fielen uns die Wand und Glas auf den Kopf», sagte ein Anwohner namens Rumi. Der Hafen liegt nur wenige Kilometer von der Innenstadt Beiruts entfernt.

Die Hintergründe blieben zunächst unklar. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, am Hafen sei in einem Lagerhaus in der Nähe mehrerer Getreidespeicher Feuer ausgebrochen. Innenminister Mohammed Fahmi sagte, nach vorläufigen Informationen sei ein hochexplosives Material detoniert, das seit Jahren am Hafen gelagert wurde. Einigen Berichten zufolge ereignete sich die Explosion in einem Lager für Feuerwerkskörper.

Zwei Explosionen erschüttern Beirut

In der libanesischen Hauptstadt Beirut ist es am Dienstag zu einer schweren Explosion gekommen. Eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete von einer starken Erschütterung im Stadtzentrum und von grossen Schäden. Durch die Wucht der Explosion, die sich am Hafen der Küstenstadt ereignete, gingen zahlreiche Fenster zu Bruch. Über der Stadt stieg eine grosse Rauchwolke auf. Teils gab es Berichte über zwei aufeinanderfolgende Explosionen.

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