Die Führungsriege der FIFA betont die Unschuld ihres Präsidenten Gianni Infantino. (Bild: Keystone)
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FIFA beteuert Gianni Infantinos Unschuld

Die FIFA-Spitze stellt sich schützend vor Gianni Infantino und betont dessen Unschuld. Ein Komplott gegen den Präsidenten schliesst sie nicht aus.

Die Spitze des Weltfussballverbands hat am Montag die Justiz erneut wegen des Strafverfahrens gegen seinen Präsidenten Gianni Infantino kritisiert. Diese setze einen falschen Fokus, Infantino habe sich keines Vergehens schuldig gemacht. Zudem sei es möglich, dass es sich um ein Komplott in Funktionärskreisen handle.

«Es wäre wichtiger, zunächst alte Fälle mit gravierenden Verdachtsmomenten zu bearbeiten, als sich um ein Treffen von Gianni Infantino mit dem Leiter der Bundesanwaltschaft zu beschäftigen», sagte der stellvertretende Fifa-Generalsekretär Alasdair Bell am Montag in einer Medienkonferenz.

«Man hat Freunde, man hat Rivalen»

Bell wollte zudem nicht ausschliessen, dass die Vorwürfe gegen Infantino auf einem Komplott in Fussball-Funktionärskreisen beruhen. «Es sind merkwürdige Sachen passiert», sagte der Jurist und deutete an, ohne konkret zu werden: «Man hat Freunde, man hat Rivalen.» Ein Sturz Infantinos könne im Interesse mancher Personen sein.

Der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes, Stefan Keller, hatte am Donnerstag ein Strafverfahren gegen Infantino eröffnet. Dabei geht es um Treffen mit Lauber. Der Vorwurf lautet unter anderem auf Anstiftung zum Amtsmissbrauch. Das Verfahren richtet sich auch gegen den Walliser Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnold. Keller verlangt zudem die Aufhebung von Laubers Immunität.

«Keine hinreichenden Anhaltspunkte»

Am Sonntag reagierte die Fifa zum ersten Mal ausführlich auf die Vorwürfe. Der ermittelnde Staatsanwalt habe «weder hinreichende Anhaltspunkte, noch eine klare und nachvollziehbare Rechtsgrundlage zur Eröffnung des Verfahrens dargelegt», hiess es in einer Mitteilung.

Die umstrittenen Treffen mit Bundesanwalt Lauber seien weder geheim gewesen, noch habe Infantino gegen Schweizer Recht oder Fifa-Regularien verstossen. Dass man sich zu den Meetings in Hotels und Restaurants getroffen habe, sei ein Wunsch der Bundesanwaltschaft gewesen.

«Keines Vergehens schuldig gemacht»

Bell betonte am Montag in der Medienkonferenz erneut, dass sich Infantino keines Vergehens schuldig gemacht habe und die FIFA alles tun werde, um die «Wahrheit ans Licht» zu bringen. Die Treffen hätten einem Informationsaustausch gedient, um den Willen der neuen Fifa-Führung zur Zusammenarbeit in Strafverfahren aus der Zeit vor Infantino zum Ausdruck zu bringen.

Weder Lauber noch Infantino haben nach eigenem Bekunden Aufzeichnungen von ihren Treffen in Hotels und Restaurants. An das dritte Treffen konnten sich beide angeblich nicht erinnern. Ob die Fifa als Konsequenz des Falles ihren Hauptsitz aus der Schweiz abziehen könnte, beantwortete Bell nicht konkret. «Es ist nicht sehr ermutigend», sagte er.

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