Das Bundesamt für Gesundheit, hier Direktor Pascal Strupler, muss intern über die Bücher, um Falschangaben künftig zu vermeiden. (Bild: Keystone)
Schweiz

BAG geht nach Falschangaben über die Bücher

Nach den falschen Angaben zu den Infektionen mit dem Coronavirus will das Bundesamt für Gesundheit intern auf die Suche nach Fehlerquellen gehen.

Nach den Falschangaben über Ansteckungsquellen mit dem Coronavirus will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) über die Bücher. Für den Chef der Covid-19-Task Force des Bundes, Martin Ackermann, ist es absolut zentral, die Ansteckungswege zu kennen.

Über den Fehler sei umgehend informiert worden, hielt das BAG am Montag auf in einem Tweet an die Adresse der FDP fest. Das BAG erhalte täglich zahlreiche Medienanfragen zu dem Virus. Die internen Abläufe würden nun überprüft.

Die Freisinnigen hatten ebenfalls auf Twitter von der Behörde eine Erklärung verlangt, wie es zur Fehlinformation kommen konnte, wonach Clubs und Restaurants die Hauptansteckungsquelle seien. Es gehe um die Planungssicherheit für «unzählige Betriebe, die in ihrer Existenz gefährdet sind».

Ausgang weniger gefährlich als Familie

Am Freitag hatte das BAG Zahlen über Covid-19-Ansteckungsorte veröffentlicht, diese dann aber am Sonntag korrigiert. Es zeigte sich, dass gemäss klinischer Meldeformulare, die dem BAG durch Ärztinnen und Ärzte zugestellt würden, die meisten Ansteckungen im familiären Umfeld (27,2 Prozent) geschehen. Dann folgen Arbeitsplatz (8,7 Prozent) und private Feste (3 Prozent). Ausgehlokale machen einen einstelligen Prozentsatz aus, konkret lediglich 1,9 Prozent, Bars und Restaurants nur gerade 1,6 Prozent.

Das BAG hatte am Freitag zunächst auf Anfrage von SRF eine Liste veröffentlicht, gemäss der es im Ausgang die meisten rückverfolgbaren Ansteckungen mit dem Coronavirus gebe.

Infektionsherde genauer identifizieren

Noch am Donnerstag hatte BAG-Direktor Pascal Strupler vor den Bundeshausmedien die Ansteckungswege korrekt wiedergegeben. Er hatte gesagt, obwohl die meisten Ansteckungen in der Familie und am Arbeitsplatz erfolgten, sei die Kontrolle von Clubs und Bars wichtig, da es dort schnell zu einem Massenausbruch kommen könne.

Für Task Force-Chef Martin Ackermann ist der Fehler zwar unglücklich, aber nicht das Hauptproblem, wie er am Montagnachmittag Radio SRF sagte. «Es ist absolut zentral, dass man weiss, wer sich wo ansteckt», sagte er. Dies sei Voraussetzung dazu, dass gezielt interveniert und Massnahmen auf die Bedürfnisse zugeschnitten werden könnten. «Wir sind noch nicht da. Und das ist meiner Meinung nach das grössere Thema», sagte er weiter.

In der Abend-Sendung Echo der Zeit von Radio SRF warnte Martin Ackermann, die Lage sei «heikel» wegen der ansteigenden Zahl von Coronavirus-Neuansteckungen.

4 Kommentare

  1. Liebe Leute, hört einfach auf zu zählen, haltet Hygienemassnahmen ein -und hebt endlich die Maskenpflicht auf, denn das ist es , was die Leute verrückt und aggressiv macht.

    Zudem ist diese Maskenpflicht ungesund für uns Laien, die meisten fummeln dran rum und betatschen dann alles etc…Ich bin selber Hochrisikopatient, benutze seit Jahren ein Hygienefläschli, dass ich stets mit mir trage und nach Zug-Laden oder Busbesuch benutze. Zudem habe ich das „3mal Rumgewusel „ abgelehnt (3mal Küsschen..wer hats eigentlich erfunden??) War so nie mehr krank.

    Erst jetzt, nachdem man ja bald überall Maske tragen muss…bin ich kurz und heftig krank geworden, wurde von meinem Sohn angesteckt, der übrigens den ganzen Tag bei der Arbeit Maske tragen muss……….keine Angst , kein Corona, es gehen noch „normale“ Krankheiten rumReport

  2. Dennoch bleiben die Menschansammlungen, wozu auch Clubs gehören, die Hauptansteckungsquelle. Geht man nach dem Club nach Hause, steckt man logischerweise weitere Familienmitglieder mit an. Die Ursache bleiben Clubs.Report

  3. und solange die Tracking App nicht wenigstens Uhrzeit und Ort dem Nutzer zur Verfügung stellt, bringt auch meiner Meinung nach diese App leider nur sehr sehr wenig … bzw. der Tracability gar nichts.Report

  4. Wenn über 50% unbekannt sind, weis doch keiner wo die Brennpunkte bzw. die meisten Ansteckungen irklich kommen, da ist doch so eine Statistik weder Schall noch Rauch bzw. nicht mal einen Rappen wert.Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel