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Der Telebasel News Beitrag vom 2. August 2020.
Basel

Faszination oder Wahnsinn – Böcklin-Bilder polarisieren noch immer

Das Kunstmuseum Basel beherbergt die bedeutendste Arnold Böcklin-Sammlung. Jetzt zeigt das Museum seine Werke von einer ganz anderen Seite.

Der in Basel geborene Künstler Arnold Böcklin zählt zu den wichtigsten Vertretern des Symbolismus. Seine Werke waren schon zu seinen Lebzeiten umstritten.

Auch jetzt noch ist man sich bei den Kunstwerken von Arnold Böcklin uneinig. «Ich habe den Eindruck, dass man Böcklin gegenüber fast nicht neutral sein kann. So geht es auch unseren Museumsbesuchern. Entweder sie sagen: ‹Cool, verrückt – ich mag ihn!› oder ‹Der ist mir zu schräg.›», so die Kuratorin der Klassischen Moderne, Eva Reifert, gegenüber Telebasel.

«Böcklin begegnet»

In zwölf brillant zusammengestellten Konstellationen hängen oder stehen nun Böcklin-Bilder bei Werken anderer Künstler. Zum Beispiel hängt Frank Buchser «Odysseus und Kalypso» direkt neben Arnold Böcklin’s «Odysseus und Kalypso»

Die Werke tragen zwar dieselben Namen, sind aber rund zehn Jahre voneinander getrennt entstanden und könnten nicht unterschiedlicher sein. Frank Buchser vermittelt ein Gefühl der Dramatik und gleichzeitig hat das Bild, dank dem Sonnenuntergang und den hellen Farben, einen Hauch Romantik. Anders bei Böcklin: Sein Werk ist in dunkle Farben gehüllt, nur das feuerrote Tuch, auf dem Kalypso sitzt, sorgt für einen Farbtupfer. Das Bild drückt Schmerzhafte Stille aus, von der lauten Dramatik von Buchser’s Werk fehlt hier jede Spur.

Auf die Idee, dass man die Bilder von Arnold Böcklin, neben Kunstwerke anderer Künstler hängen könnte, ist das Museum wegen dem wohl bekanntesten Böcklin-Bild  «Die Toteninsel» und dem Werk «Der grosse Wald» von Max Ernst gekommen.

«Es ist interessant zu sehen, wie der Symbolismus, so wie Böcklin ihn versteht, Auswirkungen hatte auf den Surrealismus, der einige Jahrzehnte später kam. Insofern fällt einem auf, wie ähnlich diese beiden Werke sind. Ich vermute, dass Max Ernst hier eine Art Interpretation der ‹Toten Insel› mit seinem Bild machte. Die Hängung ‹Böcklin begegnet› gibt uns nun die Möglichkeit, diese Werke zusammen zu zeigen», so Eva Reifert.

Die Ausstellung «Böcklin begegnet» ist ab jetzt im Kunstmuseum Basel zu sehen.

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