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Der Telebasel News-Beitrag vom 1. August 2020.
Basel

Coronabedingter Velo-Boom: Basel soll velofreundlicher werden

Viele Städte in ganz Europa haben durch den coronabedingten Velo-Boom ihr Strassennetz ausgebaut. Hat der Kanton Basel-Stadt die Chance verpasst?

Laut einer Studie der ETH Zürich hat die landesweite Fahrradnutzung seit März um 70 Prozent zugenommen. Städte in ganz Europa, wie Berlin, London und Paris, haben daraufhin Pop-up-Fahrradwege errichtet. Genf und Lausanne zogen nach, Basel hat nicht auf den Velo-Boom reagiert.

Pro Velo beider Basel fordert velofreundlichere Stadt

«Basel hat eine Chance verpasst», meint Anina Ineichen, Co-Präsidentin von Pro Velo beider Basel am Mittwoch gegenüber Telebasel. «Ich war neulich gerade in Genf, dort gab es einige neue Begegnungszonen und auch Velostreifen. Hier in der Stadt ist gar nichts passiert.»

Dass der Kanton Basel-Stadt bereits vieles für das Velonetz plane und bereits auch umgesetzt hat, sei Ineichen bewusst, doch trotzdem gäbe es beispielsweise an dreispurigen Kreuzungen Handlungsbedarf.

Dritte Spuren sollten für Fahrräder allein umdisponiert werden, so hätten alle Verkehrsteilnehmer mehr Platz für sich. Als Beispiel nennt Anina Ineichen die Kreuzung beim Spalentor: «Ich denke dort, wo man jetzt schnell etwas umsetzen könnte, wie beispielsweise hier, wo man eine Fahrspur schliessen und für die Velos freigeben könnte, wäre es schön, wenn man das sehr schnell machen würde».

«Basel ist bereits eine Velo-Stadt»

Anders sieht das Leiter vom Amt für Mobilität, Alain Groff. In den Städten, in den rasch zu Gunsten des Velonetzes gehandelt wurde, seien andere Möglichkeiten vorhanden. «Diesen Platz hat man in Basel praktisch nirgends», so Groff am Mittwoch.

Dazu komme, sagt Alain Groff: «Basel ist bereits eine Velo-Stadt». Das Velonetz werde zudem stetig weiter ausgebaut. Ergänzungen für den Veloverkehr brächten aber auch nicht immer nur Vorteile mit sich. «Wir müssen ja auch schauen, dass das Gesamtsystem funktioniert. Also, dass beispielsweise der ÖV auch pünktlich und zuverlässig an sein Ziel kommt», fügt Alain Groff hinzu.

Laut Alain Groff arbeite das Amt für Mobilität jedoch stets an der Weiterentwicklung des gesamten Strassennetzes. Beim Velo sei Groff aktuell zufrieden. «Ich würde sagen, dass wir in Basel die Massnahmen, die relativ einfach umsetzbar sind, bereits umgesetzt haben», es gäbe aktuell andere Baustellen.

0 Kommentare

  1. Als Fußgänger erlebe ich die VelofahrerInnen als undiszipliniert. Viele missachten Rotlichter und Fahrverbote, benützen Trottoir absolut rücksichtslos und reagieren aggressiv auf entsprechenden Bemerkungen.
    Deshalb: Velo-, Rollbrett- und Trottinettenfahrer erziehen, vermehrt kontrollieren und konsequent büssen!
    Wir Fußgänger sollen als schwächste Verkehrsteilnehmer besser geschützt werden.Report

  2. Beim Velo sei Groff aktuell zufrieden. «Ich würde sagen, dass wir in Basel die Massnahmen, die relativ einfach umsetzbar sind, bereits umgesetzt haben». Sagt ein zufriedener aber überforderter Beamter!

    Mein Vorschlag:
    Wo kein separater Veloweg, ganzes Stadtgebiet auf Tempo 30 km/h beschrenken.
    Alle Quartierstrassen Tempo 20 km/h.
    Kontrolle durch die Polizei auch der E-Velo 45 km/h, die werden für normale Velofafrerinnen und -fahrer immer mehr zur Gefahr und gehören nicht auf die Velowege!Report

  3. Wenn schon Velostadt, dann aber mal für alle die neu Velo fahren einen Velogarten um die Verkehrsregeln zu lernen..
    Ich bin viel mit Velo unterwegs aber was ich als sehe, dann verwundert es mich das es nicht noch mehr Unfälle gibt.Report

  4. Schaut euch mal die Keuzung am Dreispitz (Münchenstein Richtung Basel) aus der Sicht des Velofahrers an. Extrem eng und dadurch sehr geföhrlich. MFGReport

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