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Schweiz

1. August Aktivitäten trotz Corona-Pandemie

Die offiziellen 1. Augustfeiern sind aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Was trotzdem so läuft am 1. August gibt es hier im Ticker.
Bundespräsidentin Sommaruga in Lausanne wie ein Rockstar bejubelt

Nach ihrem 1.-August-Auftritt auf dem Rütli hat Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Samstagabend auch Lausanne einen Besuch abgestattet. Begleitet von Stadtpräsident Grégoire Junod, Staatsrätin Rebecca Ruiz und dem Vorsitzenden des Internationalen Olympischen Komitees Thomas Bach betonte sie vor rund 600 Gästen im Montbenon-Park die Bedeutung von Solidarität.

«Wir brauchen die anderen, die Schweiz ist Teil Europas», sagte Sommaruga und erinnerte daran, wie sie im Frühjahr das Universitätsspital Lausanne (CHUV) genau in der schlimmsten Phase der Coronavirus-Ausbreitung besucht habe.

Sie sei beeindruckt gewesen, wie pflichtbewusst das Personal trotz der Ansteckungsgefahr gearbeitet habe, sagte die Bundespräsidentin, die in Lausanne wie ein Rockstar bejubelt wurde. Es sei dieses füreinander Einstehen, das die Schweiz stark mache. (sda)

Berset beschwört Durchhaltefähigkeit und Gemeinsinn der Bevölkerung

«Wir sind nicht immer die verschonte Nation, als die wir uns häufig begreifen», sagte Bundesrat Alain Berset am Samstagabend in seiner Ansprache zum 1. August in Bellinzona. Daran erinnere das laufende Jahr auf drastische Weise.

Die Krise führe vor Augen, wie fragil die heutigen Gesellschaften seien. Aber sie beweise auch, «dass wir zäh sind», sagte der Gesundheitsminister gemäss Redetext. Besonders das Tessin habe eindrücklich bewiesen, welch enge und solidarische Gemeinschaft es sei. Aber auch der Zusammenhalt der Landesteile sei stark.

Berset forderte die Zuhörenden auf, jetzt nicht nachzulassen. Alle müssten nun gemeinsam den Aufwärtstrend bei den Coronazahlen bekämpfen. Das Virus sei noch da. Es sei kein gewöhnlicher Sommer, sondern „eine Zeit des Abwartens, des Hoffens und des Bangens“, denn die Krise könne noch länger dauern.

Wirtschaftsminister Guy Parmelin halt Ansprache in Südbündner Dorf Cavaione

Wirtschaftsminister Guy Parmelin hat in seiner Ansprache zum 1. August im Südbündner Dorf Cavaione die gegenwärtigen gemeinsamen Opfer wegen der Corona-Krise als «patriotische Geste» bezeichnet. Ein Opfer, «das wir offensichtlich auch weiterhin erbringen müssen».

Der Nationalfeiertag 2020 habe einen bittersüssen Beigeschmack. Einerseits herrsche eine gewisse Erleichterung über das allmähliche Vorbeiziehen der massiven Phase, gleichzeitig aber auch Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Krankheit und deren Auswirkungen auf den Wohlstand, sagte Parmelin gemäss Redetext. Der Magistrat erinnerte an die bisher rund 1700 Todesopfer der Krise und forderte die Anwesenden zu einem kurzen Gedenken auf.

Während des Lockdowns seien viele verunsichert gewesen und man sei angewiesen worden, sich zum Wohle aller gegenseitig zu misstrauen. Trotzdem gehe die Schweiz paradoxerweise gestärkt aus den Ereignissen hervor, so Parmelin. Durch die Selbstdisziplin sei es gelungen, die Krankheit gemeinsam in Schach zu halten, indem alle einen kleinen Teil ihrer persönlichen Freiheit zugunsten des Gemeinwohls geopfert haben. Die grosse Mehrheit habe verstanden, was auf dem Spiel stehe. Dafür gebühre ihr ein «riesiges Dankeschön».

1. August Reden von Baselland und Basel-Stadt

Aufgrund der Corona-Krise wenden sich der Regierungspräsident von Baselland Anton Lauber und die Regierungspräsidentin von Basel-Stadt Elisabeth Ackermann via Videobotschaft zu Wort. Während es auf Baselbieterseite mit Humor genommen wird, trifft das Basel-Stadt Video einen ernsteren Ton.

Mehr dazu hier.

Der Telebasel News Beitrag vom 1. August 2020.
Demo in Bern gegen den «Mythos Schweiz»

Knapp 100 Personen haben sich am Bundesfeiertag in Bern an einer Demo gegen den «Mythos Schweiz» beteiligt. Die Schweizer Geschichte stehe für Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung, hiess es in einem Aufruf der Anarchistischen Gruppe Bern auf Facebook. «Still Not Loving Switzerland» war auf einem der mitgeführten Transparente zu lesen.

(Video: Keystone/Marcel Bieri)
Simonetta Sommaruga lobt die Bevölkerung für ihr Verhalten während des Lockdowns

An der wegen Corona im kleinen Rahmen gehaltenen Bundesfeier auf dem Rütli hat Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga die Bevölkerung für ihr Verhalten während des Lockdowns gelobt. Sie hätten gezeigt, dass die Schweiz zusammenstehe und «verhäbt».

Während in anderen Jahren sich am Nationalfeiertag 2000 Personen auf der Wiese einfanden, waren es am Samstag nur 200. Der Zutritt war wegen des Coronavirus stark beschränkt worden.

Vor der Überfahrt von Brunnen zum Rütli fand nicht nur die übliche Personenkontrolle statt, sondern die Besucherinnen und Besucher wurden für die kurze Schifffahrt auf dem Motorschiff «Titlis» auch mit Masken und Desinfektionsmittel ausgestattet. Jean-Daniel Gerber, Präsident der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG), die das Rütli verwaltet, sprach von einer «historischen Feier».

Mehr dazu hier.

(Video: Keystone/Adrian Reusser)
Kleine Festgemeinde versammelt sich auf dem Rütli

Auf dem Rütli haben sich gegen Samstagmittag rund 150 Personen zur Bundesfeier 2020 eingefunden. Der Anlass steht ganz im Zeichen von Corona: Wegen des Virus dürfen nur wenige Personen an der Feier teilnehmen, unter diesen sind 54 Heldinnen und -helden des Lockdownalltags.

Fahnenschwinger wähend der Bundesfeier auf dem Ruetli, am Samstag, 1. August 2020. (Bild: Keystone)

Die Festgemeinde, die von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga angeführt wird, wurde nach elf Uhr mit einem Extraschiff von Brunnen SZ über den Vierwaldstättersee zum Rütli gefahren. Empfangen wurde sie von der Militärmusik der Rekrutenschule RS 16-2/20.

Im vergangenen Jahr hatten 2200 Personen den Nationalfeiertag auf dem Rütli gefeiert. 2020 fällt der Anlass somit bedeutend kleiner aus: Damit die Wiese über dem Vierwaldstättersee nicht zum Corona-Hotspot wird, dürfen sich dort heuer nur maximal 200 Personen aufhalten. Die Feier sehen Sie hier im Live-Stream.

Sommaruga würdigt solidarische Schweiz in schwierigen Zeiten

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat in ihrer offiziellen Radio- und Fernseh-Ansprache zum 1. August den Schweizerinnen und Schweizern für ihre Solidarität und Unterstützung gedankt. Die Bewältigung der Coronakrise habe ihr gezeigt, dass die Schweiz «verhäbt».

«Wenn es darauf ankommt, sind wir mehr als 26 Kantone und achteinhalb Millionen Einwohnerinnen und Einwohner», resümierte Sommaruga die Solidarität und Hilfsbereitschaft der letzten Monate angesichts der Corona-Pandemie.

(Bild: Keystone)

Besonders berührt habe sie der Brief eines Bergbauern, den sie in den letzten Wochen erhalten habe. Ins Couvert habe er einen Teil seiner AHV-Rente gelegt. Die Krise habe alle getroffen, Solidarität sei gefragt, schrieb er dazu. Das Geld sei mittlerweile bei jenen, die es nötig hätten, so Sommaruga.

Genau wie der Bergbauer haben es laut Sommaruga viele Menschen im Land gemacht. Sie hätten einander unterstützt. Dafür möchte sie am heutigen Tag danke sagen. All jenen, die dafür gesorgt hätten, dass das Land trotz Corona nie stillgestanden sei.

Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann: «Demut statt Übermut»

Die Coronakrise zeigt den Menschen nach den Worten des Aargauer Regierungsrats Urs Hofmann (SP) die Grenzen der Machbarkeit auf. Daher sei Demut statt Übermut notwendig und auch die Solidarität sei zentral, sagte Hofmann am Samstag in Rüfenach AG in seiner Ansprache zum Nationalfeiertag.

(Bild: Keystone)

Die Menschen sollten sich nicht allmächtig fühlen, jedoch zuversichtlich für das Leben und die Zukunft bleiben, sagte Hofmann, der wegen der Infektion mit dem Coronavirus im April mehrere Tage in Spitalpflege verbracht hatte. Man müsse sich stets bewusst bleiben, dass alles anders kommen könne, als man es sich vorgestellt habe.

Die Corona-Pandemie führe vor Augen, «dass wir auch vor kollektiven Gefahren nicht gefeit sind», sagte er laut Redetext weiter. Sie zeige, «dass viele von uns gerade in solchen Fällen auf die Unterstützung der Zivilgesellschaft, der Dorfgemeinschaft und der Nachbarschaft, wie auch der staatlichen Gemeinschaft angewiesen sind».

Umso wichtiger sei es, sich der zentralen Bedeutung einer gut organisierten öffentlichen Hand mit einem guten Service public, aber auch tragfähiger Absicherungen für Schicksalsschläge und Lebensphasen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit bewusst zu sein.

«Ein guter Sozialstaat ist nicht ein Auswuchern der Staatsmacht, ist nicht nice to have», sagte Hofmann weiter. Es seien diese Errungenschaften, welche die Schweiz in ihrer Essenz ausmachten und auf die man stolz sein könne.

Kleine Festgemeinde versammelt sich auf dem Rütli

Auf dem Rütli haben sich gegen Samstagmittag rund 150 Personen zur Bundesfeier 2020 eingefunden. Der Anlass steht ganz im Zeichen von Corona: Wegen des Virus dürfen nur wenige Personen an der Feier teilnehmen, unter diesen sind 54 Heldinnen und -helden des Lockdownalltags.

Die Festgemeinde, die von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga angeführt wird, wurde nach elf Uhr mit einem Extraschiff von Brunnen SZ über den Vierwaldstättersee zum Rütli gefahren. Empfangen wurde sie von der Militärmusik der Rekrutenschule RS 16-2/20.

Im vergangenen Jahr hatten 2200 Personen den Nationalfeiertag auf dem Rütli gefeiert. 2020 fällt der Anlass somit bedeutend kleiner aus: Damit die Wiese über dem Vierwaldstättersee nicht zum Corona-Hotspot wird, dürfen sich dort heuer nur maximal 200 Personen aufhalten.

Die vom Virus verursachte Krise wird auch Thema der Feier sein. Sommaruga lud aus jedem Kanton sowie aus der fünften Schweiz je eine Frau und ein Mann ein. Diese 54 Personen haben alle dazu beigetragen, dass die Schweiz auch während des bisherigen Höhepunkts der Pandemie funktionierte.

(Bild: Keystone)

Die 27 Heldinnen und 27 Helden werden von Sommaruga an der Feier geehrt werden. Sie arbeiteten in der Krise im öffentlichen Verkehr, in Supermärkten oder in Apotheken. Sie waren an der Front in Krisenstäben oder auf Intensivstationen tätig. Sie sind Mitglieder von Polizei oder Feuerwehr, sorgten als IT-Fachleute für funktionierendes Homeoffice, erteilten Fernunterricht, brachten Pakete in die Haushalte oder holten dort den Abfall ab.

Ursprünglich war für die Bundesfeier 2020 der Eidgenössische Schwingerverband als Gast vorgesehen. Das wird nun um zwei Jahre auf 2022 verschoben. Am 1. August 2021 werden die Frauenverbände auf der Rütliwiese das 50-Jahr-Jubiläum des Frauenstimmrechts in der Schweiz feiern.

Bundesrat-Einsatz am 1. August

Am Nationalfeiertag sind fünf der sieben Bundesräte im Einsatz. Während Simonetta Sommaruga auf dem Rütli eine Ansprache hält, hat Ueli Maurer noch keine Pläne.

Mehr dazu hier.

(Bild: Keystone)
Bundesrätin Keller-Sutter wirbt für «Entscheide mit Augenmass»

Justizministerin Karin Keller-Sutter hat am Samstag in Schaffhausen zum Nationalfeiertag die Konkordanz und Kompromissfähigkeit der Schweiz bei der Bewältigung grosser Krisen wie aktuell der Corona-Pandemie gewürdigt. Sie zog laut Redetext Parallelen zum Jahr 1918.

Damals habe die Spanische Grippe gewütet, der Landesstreik habe die Schweiz erschüttert und es sei auch das Jahr gewesen, als das Proporzwahlrecht im Nationalrat eingeführt wurde. Seuche und Krieg hätten damals die Konfrontation und nicht den Kompromiss befeuert. Der innere Frieden der Schweiz habe auf der Kippe gestanden. Das Proporzwahlrecht sei dann mitverantwortlich gewesen für die Entwicklung des Landes zu einer modernen Demokratie und die Konkordanz.

Über die politischen Gräben hinweg hätten unsere Eltern und Grosseltern einen Staat geschaffen, der gesund und stark genug sei, um in einer Krise, wie man sie dieses Jahr erlebe, jene zu schützen, deren Leben gefährdet ist, und jene zu unterstützen, die ihren Betrieb schliessen mussten oder ihre Stelle verloren hätten.

Der Zusammenhalt habe sich in den vergangenen Monaten eindrücklich gezeigt. Etwa als die Bevölkerung von Kantonen wie Schaffhausen bereit gewesen sei, einschneidende Massnahmen zum Schutz der gesamten Bevölkerung solidarisch mitzutragen, obschon sie deutlich weniger stark betroffen waren vom Coronavirus als etwa das Tessin oder die Romandie.

Starke Institutionen und ein starkes wirtschaftliches Fundament seien zentral, und damit einhergehend der Wille zur Nation und zur Kohäsion. Es seien nicht die Extreme, die das Land seit 1291 durch verschiedene Krisen und Bewährungsproben geführt habe. Die Schweiz ist laut Keller-Sutter nur deshalb eine Erfolgsgeschichte, weil die verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Kräfte es bisher geschafft haben «sich immer wieder zusammenzuraufen».

«Entscheide mit Augenmass» seien auch am 27. September gefragt, wenn der Souverän über fünf eidgenössische Vorlagen befinde, nahm Keller-Sutter die Gelegenheit für einen bundesrätlichen Werbespot wahr. Die Kündigung der Personenfreizügigkeit, wie sie die Begrenzungsinitiative von SVP und Auns verlange, gefährde die bilateralen Verträge mit den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz.

Bei der Konzernverantwortungsinitiative sprach sich die Magistratin gegen «Sonderregeln für Schweizer Unternehmen» aus. Diese würden sie im internationalen Wettbewerb benachteiligen.

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