Mittlerweile wurde das Schild wieder entfernt. (Bild: Twitter, Thomas Häfliger)
Schweiz

Shitstorm für Volg wegen Dubler-Plakat

Eine Ostschweizer Volg-Filiale nannte die wegen ihres Namens umstrittenen Süssigkeiten von Dubler «Eiwiissmassä mit Migrationshintergrund». Es hagelt Kritik.

Mitte Juni ist erneut die Frage «Mohrenkopf» oder «Schokokuss» entbrannt. Dies, nachdem eine Twitter-Userin auf Twitter öffentlich die Migros dazu aufforderte, die Dubler-«Mohrenköpfe» wegen dem rassistisch anklingenden Namen aus dem Regal zu nehmen.

Vor dem Hintergrund der Black Lives Matter-Bewegung ist die Bezeichnung für die beliebte Süssigkeit umstrittener den je. Viele fordern wegen Rassismus die Umbenennung der Süssigkeit, während andere sich aus traditionellen Gründen vehement gegen eine Namensänderung aussprechen. So auch in der Telebasel-Community (Telebasel berichtete).

In Anlehnung an die Diskussion wollte sich eine Volg-Filiale in der Ostschweiz einen Scherz erlauben, wie «20 Minuten» berichtet: «Mit Schoggi überzogni Eiwiissmassä mit Migrationshintergrund :-)», heisst es auf einem Schild im Laden. Die Aktion sorgt für Kritik. «Ist das eurer Ernst, Volg? Oder wollt ihr einfach die Nähe zur SVP wieder mal herausstreichen?», schreibt Thomas Häfliger, der ein Foto des Schildes bei Twitter postete.

Das Foto des Angebots soll seit Donnerstag auf Facebook und WhatsApp zirkulieren. Gegenüber der Zeitung vermutet Thomas Häfliger, dass eine «verbale Entgleisung eines lustig sein wollenden Filialleiters» dahinter stecke.

Ärger bei Usern

Auch andere User ärgern sich über das Schild: Entweder verkaufe man das Produkt oder nicht, so ein Kritiker: «Aber diese Produktbeschriftung ist jenseits!» Andere User rechnen mit einem Imageschaden für Volg. Kolumnist Peter Schneider kommentiert ironisch: «Schenkelklopf! Lauthalsschmunzel! Lustighab!»

Auch hier gibt es wieder User, welche die Aufregung nicht verstehen. SVP-Politiker Michael Frauchiger bezeichnet das Schild als Fake. Ein User bekräftigt: «Ja, linker Gesinnungskontrolleur. Das ist ein Fake. Auch wenn es bei dem ganzen hysterischen Gesinnungsterror von Linken durch Black Lives Matter eine erheiternde Idee wäre». Ein anderer schreibt: «Skandal, OMG, Skandal. Hört mich denn niemand, hallo!? Die sitzen im Volg und machen Witze über unsere Bünzligkeit. Muss ich gleich auf Twitter meinen Frust rauslassen!!».

Schild entfernt

«Das besagte Schild stammt aus einem Volg-Laden in der Region Ostschweiz», sagt Luana Covre, Fachfrau Kommunikation bei der Volg Konsumwaren AG gegenüber der Zeitung. Es sei nach aktuellem Kenntnisstand aus Eigeninitiative von einer Mitarbeiterin erstellt und nur in der einen Filiale eingesetzt worden. «Mittlerweile wurde das Schild entfernt», heisst es seitens Volg.

Vor dem Hintergrund der kontrovers geführten öffentlichen Diskussion über die korrekte Bezeichnung von Süssigkeiten, Ortsnamen und weiteren Namensgebungen sei der Ton hier eindeutig verfehlt worden, wird Luana Covre weiter zitiert. «Wir bedauern den Vorfall und werden unser Ladenpersonal entsprechend sensibilisieren.»

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