Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und-direktoren (GDK), sagt, die Einführung der Maskenpflicht in den einzelnen Kantonen könne sich hinziehen. (Bild: Keystone)
Basel

Einführung der Maskenpflicht könnte bis zu zwei Wochen dauern

Das BAG fordert eine Maskenpflicht in Läden; nun sind die Kantone am Zug. Ein Entscheid dauert aber zehn bis 14 Tage, so GDK-Präsident Lukas Engelberger.

Wo überall soll die Maskenpflicht gelten? Diese Frage beschäftigt auch die Region Basel. Losgelöst wurde die Diskussion am Donnerstag durch Pascal Strupler, Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Angesichts der steigenden Fallzahlen mit dem Coronavirus, fordert das BAG die Maskenpflicht für alle Läden und allenfalls öffentlichen, geschlossenen, Räumen.

Eine Regelung, die in einigen Kantonen bereits gilt. So etwa im Kanton Genf. Über die Maskenfrage müssen die Kantone selbst entscheiden. In der Nordwestschweiz gibt es noch keine Einführung der Pflicht.

Lukas Engelberger, Vorsteher des Basler Gesundheitsdepartements sowie Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), glaubt nicht, dass nun alle Kantone sofort die Maskenpflicht einführen: «Da werden wohl zuerst jene Kantone aktiv, die viele Fälle haben. Aber die Massnahmen werden nicht überall gleich sein, weil die Lage in den Regionen unterschiedlich ist», so Engelberger gegenüber der «Basler Zeitung».

Zehn Tage bis zwei Wochen dürfte es dauern, bis in den betroffenen Kantonen allenfalls Entscheide gefällt werden, so Lukas Engelberger.

Viele offene Fragen betreffend Maskenpflicht

Ob eine Maskenpflicht für den Kanton Basel-Stadt empfohlen wird, ist noch nicht bekannt. Der Regierungsrat des Gesundheitsdepartements sagt: «Die Anregung der Maskenpflicht wurde in sehr allgemeiner Form an uns herangetragen. Für eine Empfehlung würden wir die Frage zuerst gründlich prüfen wollen – für welche Situationen, Räumlichkeiten und Betriebe gälte die Pflicht»? Das Schutzsystem müsse als Ganzes stimmig sein, hinzu kämen juristische Fragen.

Dabei liege der Ball nicht nur bei den Kantonen. Auch der Bund müsse noch einiges klären: «Das Maskentragen hat zum Beispiel Folgen für das Contact Tracing: Müssten auch noch Kontaktdaten von Besuchern einer Veranstaltung gesammelt werden, wenn alle Masken tragen?

Das sind Detailfragen, aber die greifen tief in unser Schutzsystem ein», so Lukas Engelberger. Ein Stufenplan, den man einfach zücken könne, sei illusorisch. «Das haben wir ganz ausgeprägt gesehen mit den Ansteckungen auf Reisen, die wir nicht auf unseren Listen hatten. Wir konnten zum Beispiel nicht vorhersehen, dass der Balkan ein Hotspot wird. Die Verbreitung des Virus ist komplex und das Resultat vieler paralleler Entwicklungen.»

Die Empfehlung des BAG verstehe er als relativ spontane Reaktion auf die steigenden Fallzahlen am Mittwoch und Donnerstag. Eine konkrete Massnahmenplanung, welche die Kantone einfach umsetzen können, liege noch nicht vor.

Viel Arbeit stehe aber an: «Wir müssen ein langfristig durchhaltbares Regime bauen und uns darauf einstellen, monatelang permanent an unseren Schutz denken zu müssen», sagt Engelberger. «Masken werden bald eine wichtigere Rolle im Alltag spielen, das ist sehr plausibel. Das sieht man schon am Obligatorium im öffentlichen Verkehr und daran, dass zunehmend Leute in der Öffentlichkeit eine Maske tragen.»

Ein Blick in die Telebasel-Community zeigt: Viele User stimmen mit der Einführung einer grossflächigen Maskenpflicht überein, andere sprechen sich dagegen aus.

Die Corona-Krise sei ein hartnäckiges, langwieriges Phänomen. «Derzeit haben wir es so weit im Griff, dass wir es klein halten können, aber in der Tendenz wächst es», so Lukas Engelberger. Das Wachstum könne so weit gehen, dass wieder Verschärfungen notwendig würden. Das positive Szenario hingegen wäre, dass mit dem Ende der Sommerferien das Phänomen der Ansteckungen auf Reisen zurückgehe, so Engelberger.

Der Vorsteher des Gesundheitsdepartement warnt davor, die Gefahr des Coronavirus zu unterschätzen: «Wir müssen wieder Leute in den Spitälern betreuen, und wir beklagen auch Todesfälle. Die Ansteckungen betreffen derzeit auch nicht nur Junge. Das Virus geht weiter durch die Generationen, wir haben es auch wieder in Pflegeheimen. Ich warne sehr davor, Covid-19 auf die leichte Schulter zu nehmen».

Verhältnissmässigkeit bei Veranstaltungsverbot

Zur Möglichkeit, dass der Bundesrat das verbot von Grossveranstaltungen verlängert, sagt Lukas Engelberger: «Es ist eine Frage der Verhältnismässigkeit. Mit einem längeren Verbot nehmen wir uns die Flexibilität, auf mögliche günstige Verläufe der Pandemie zu reagieren. Sie hat sich schon ein paarmal anders entwickelt, als wir erwartet haben». Bald werde der Spielbetrieb in den grossen Konzerthäusern und Theatern beginnen, auch die Fussball- und Hockeyligen würden wieder starten.

«Dort können wir Erfahrungen mit Anlässen sammeln. Und es ist für uns denkbar, dass wir danach zu einem Regime übergehen, in dem Grossveranstaltungen mit Bewilligung möglich werden. Derzeit wäre es nicht konsequent vom Bund, sein Verbot von Grossveranstaltungen aufzuheben, wenn er gleichzeitig von den Kantonen strengere Massnahmen verlangt.»

9 Kommentare

  1. Hört endlich auf mit dieser für uns Laien, Asthmatiker etc.gefährlichen Maskenpflicht, grad bei dieser Hitze fummelt man an der Maske rum und verteilt erst recht Viren, zudem ist es auch für die Psyche nicht gesund, viele macht es aggressiv. Ich bin Risikopatient und laufe eigentlich entspannt durch die Gegend, einach mit Abstand und bewaffnet mit Hygienefläschli . Seit Maskenpflicht im Öv herrscht, habe ich mich nach 12 Jahren
    autofrei auch noch mit einem Auto „bewaffnet“.Report

  2. Dieses Virus ist nicht nur für ältere Menschen gefährlich. Es zeigt sich immer mehr, dass auch die Spätfolgen sehr ernst zu nehmen sind.
    Zudem wissen wir, dass die Infektionen exponentiell steigen. Daher sind zwei Wochen für einen Entscheid betreffend Maskenpflicht eindeutig zu lang.
    Bitte schützt die Menschen und ihre Gesundheit, jetzt!
    Danke!Report

  3. Lukas Engelberger, Vorsteher des Basler Gesundheitsdepartement sowie Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und-direktoren (GDK), befindet sich jetzt schon im Winterschlaf, dann gute Nacht Base. Lassen wir ihn schlafen ind wählen dafür ein vitales grünes Pflänzchen!Report

  4. Ist es denn die möglichkeit eine masken plicht durch zu setzen ich glaubs ja nicht der Bund muss dringend wieder ran die Kantönli bünzli bekommen nichts auf die reihe ist doch zum Haare ausreissen errligReport

  5. Die Sommerferien sind jetzt dann vorbei das macht mir am meisten sorgen die Maskepflicht in denn Läden sollte jetzt schon eingeführt werden und nicht dann wenn es vielleicht zu spät ist dafür braucht es sicher keine zwei WochenReport

  6. WISO soll eine Einführung der Masken in den Einkaufsgeschäften 14 Tage dauern . Endlich Entschluss fassen und ab Dienstag 4.08.20 sofort einführen . Die Regierung sollte mal auf den Füssen stehen, macht mal Nägel mit Köpfen.Report

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