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Der Telebasel News-Beitrag vom 29. Juli 2020.
Basel

Alle Rheinnutzer auf und in einem Boot

Das Projekt «Alle(s) im Fluss» will die vielseitige Nutzung des Rheins in Basel zeigen und versuchen, die damit verbunden Konflikte zu lösen.

In kaum einer anderen Stadt wird der Rhein einerseits derart stark als Naherholungsgebiet genutzt und andererseits als Wasserstrasse für Güter verwendet.

Genau da liegt auch ein Knackpunkt. Die Rheinschiffahrt und die Rheinschwimmer haben eine sehr unterschiedliche Sicht auf den Rhein und damit verbunden auch andere Bedürfnisse an diesen Ort.

Alle Player an Bord holen

Das Projekt «Alle(s) im Fluss» will diese verschiedenen Ansprüche nun entflechten. «Wir sind eine Gruppe von vier Personen, die schon länger die Nutzung im Rhein beobachten und realisieren, dass sehr viel Konfliktpotenzial vorhanden ist», sagt Ruth Widmer.

Das Projekt «Alle(s) im Fluss» hat zum Ziel, mit einer interaktiven, modularen Ausstellung den Blick für andere Bedürfnisse als die eigenen auf den Rhein zu schärfen. Durch das bessere Verständnis sollen die Konflikte abgebaut werden.

In einem ersten Schritt geht es jetzt darum, alle relevanten Player an Bord zu holen und zu verstehen, welche Ansprüche überhaupt an den Rhein gestellt werden. «Damit wollen wir ein ‹Wir› schaffen. Nämlich nicht einfach aus der Perspektive, ‹ich bin im Fluss oder am Fluss›, oder ‹mir gehört der Fluss›. Sondern ‹wir nutzen zusammen den Fluss›», so Ruth Widmer.

Riesige Tote Winkel

Steven Leisenberg ist einer der vier Mit-Initiatoren des Projekts «Alle(s) im Fluss». Er kennt den Rhein aus verschiedenen Perspektiven, denn: «Ich bin von Beruf Schiffslotse, das mache ich seit acht Jahren hier in Basel. Ich fahre die ganzen Grossschiffe durch die Stadt».

Die bis zu 180 Meter langen Frachtschiffe auf dem Rhein haben Bremswege von mehreren hundert Metern und ebenso grosse tote Winkel, erklärt Kapitän und Lotse Leisenberg. Auf der Brücke eines solchen Schiffes hat man keine Chance, zu reagieren, wenn beispielsweise ein Schwimmer sich in die Fahrrinne verirrt hat.

Doch Steven Leisenberg kennt den Rhein auch als Ort der Freizeitgestaltung: «Hobbymässig hab ich ein eigenes Schiff, die MS Evolutie». Auf dieser MS Evolutie soll die Ausstellung «Alle(s) im Fluss» dann nächstes Jahr stattfinden.

Frachtschiff-Simulator

Das über 70 Jahre alte Frachtschiff ist noch fahrtauglich. Die Ausstellung kann also zu den Rheinschwimmern gebracht werden. Grosse Attraktion wird sicherlich der Schiffssimulator sein, der den Besuchern ermöglichen wird, sich mit einem Frachtschiff am Rheinknie zu versuchen.

Auch da sei der Gedanke, dass das gegenseitige Verständnis gefördert wird, wenn die Schwierigkeit des Manövrierens von grossen Schiffen erfahrbar wird.

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