Am Jakobsberg leiden die exponierten Gleise unter der Sommerhitze. (Bild: Google Earth)
Basel

16er-Tram muss in der Hitze langsamer fahren

Die aktuelle Hitze schlägt bei den BVB auf die Tramschienen. Das 16er-Tram muss deshalb am Jakobsberg langsamer fahren.

Fast im Schritt-Tempo fährt das 16er-Tram am Jakobsberg in Basel. Der Grund: Die Tramschienen verformen sich in der aktuellen Hitze. So sorgen die heissen Temperaturen und die Sonneneinstrahlung für «Gleisverwerfungen», wie «Online-Reports» berichtet.

BVB-Sprecher Benjamin Schmid erläutert gegenüber der Online-Plattform, dass sich in der Hitze das Metall ausdehne und es zu Spannungen zwischen Gleisen und der verschweissten Konstruktion komme. Aus Sicherheitsgründen müsse deshalb langsam gefahren werden. «Gleise-Inspektoren überwachen die Strecke regelmässig», so Benjamin Schmid.

SBB streichen Schienen weiss an

Auch bei den SBB kam es schon zu ähnlichen Problemen. «Bei anhaltend starker Hitze kann es auf den Schienen zwischen 60 und 80 Grad heiss werden. Die verschweissten Schienen wollen sich in der Hitze aber ausdehnen», schreibt das Unternehmen. «Das ist so lange kein Problem, wie der Oberbau mit Schwellen und Schotter die dadurch entstehenden Kräfte aufnehmen kann. Kann der Schotter diese Kräfte nicht mehr aufnehmen, kommt es zu einem seitlichen Ausknicken des Gleises – einer Gleisverwerfung.»

Im Extremfall müssen deformierte Gleise wieder ausgewechselt werden. Laut Benjamin Schmid werde dies am Jakobsberg aber nicht der Fall sein, da sich die Gleise in der kälteren Jahreszeit wieder erholen.

Die SBB versuchen mit weisser Schutzfarbe, die Temperatur der Gleise zu reduzieren. Mehr als eine Reduktion um fünf Grad konnte bisher aber nicht erreicht werden. Zu einem ähnlichen Resultat seien die BVB bei einem Test vor zwei Jahren gekommen. Deshalb gibt es hier vorerst keine weissen Geleise.

Die Strecke am Jakobsberg sei heikel, weil hier die Sonne bis Mitte Nachmittag intensiv brenne und das Gleis auf einer Schotterfahrbahn aufliege. Auf anderen Stadtstrecken, wo die Gleiskonstruktion in die Strasse einbetoniert ist, gibt es solche Gleisverwerfungen laut Benjamin Schmid nicht.

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