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Der Telebasel News-Beitrag vom 28. Juli 2020.
Basel

Wie sicher sind E-Trottis und E-Cargo-Bikes?

E-Trottis und E-Cargo-Bikes sind aus den Städten kaum mehr wegzudenken. Doch sie sollten nicht unterschätzt werden. Eine Unachtsamkeit kann übel enden.

25 Kilometer pro Stunde schnell fahren E-Cargo-Bikes locker. Es wäre gar erlaubt, schneller zu fahren. Doch kommt es zum Unfall, dann wird es übel. Das zeigt ein Crash-Test, der heute nahe Biel stattfand. Zu Testzwecken schnallte man zwei Kinder-Dummies sowie ein Erwachsenen-Dummy auf ein E-Cargo-Bike. Die Kinder-Dummies waren angeschnallt.

Doch der Aufprall reichte aus, so dass die Gurte des E-Cargo-Bikes rissen. Die Kinder-Puppen knallen voll ins Hindernis, ein Auto. «Die Kinder wären lebensbedrohlich verletzt», sagt Markus Muser von der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU Zürich). Die mangelhaften Gurte hätten die Lage möglicherweise gar verschlimmbessert.

Doch E-Cargo-Bikes sind im Trend. Deshalb hätte die Baloise Versicherung dieses Jahr den Crash-Test mit den Bikes sowie den E-Trottis durchgeführt, sagt Daniel Junker. Er ist Fahrzeugexperte bei der Versicherung. Die Idee sei, mit dem Crash-Test zu sensibleren. «Das Volumen der Trendfahrzeuge wie E-Cargo-Bikes nimmt stark zu», sagt Daniel Junker. Deshalb mache die Präventionsveranstaltung Sinn.

Lenker nach Unfall verbogen

Der Test mit den E-Trottis zeigt ebenfalls, dass diese nicht ohne sind. Bei dieser Unfallsimulation fährt das E-Trotti mit 20 Kilometern pro Stunde in einen Passanten. Die Lenkstange des E-Trottis ist verbogen, beide Dummies gehen zu Boden.

Seit letztem Jahr werden die Unfälle mit E-Trottis erfasst. Die Zahl der Unfälle liegt zwar knapp unter 100 in der Schweiz, man geht aber von einer deutlich grösseren Dunkelziffer aus. Und in Zukunft könnte es noch mehr Unfälle geben.

Für Daniel Junker ist klar, dass nun die Politik gefragt ist. Man müsse mehr regulieren, und etwa eine Helmpflicht einführen. Dem pflichtet Markus Muser bei. Jedoch dürfe man laut Unfallexperten nicht vergessen, dass diese Form der Mobilität neu sei. Man müsse auch etwa Geduld mit sich bringen.

Basler Kantonspolizei reagiert

In gewissen Regionen, in Basel etwa bei der Freien Strasse, wird kurzerhand die maximale Geschwindigkeit gedrosselt. So sollen Unfälle verhindert werden. Bald soll ein kompakter Helm folgen. Derweil setzt die Kantonspolizei auf Prävention durch Informationen.

Für Kinder gibt es ausserdem die Fahrkurse, die für mehr Verkehrssicherheit sorgen sollen. Bei der Basler Polizei ist man sich sicher: Die Unfälle werden zunehmen, weil mehr und mehr Personen auf die neuere Form der Mobilität setzten. Dabei sind die Gefährte schon heute ein grosses Thema. Etwa, weil sie auf den Strassen wegen der Höchstgeschwindigkeit gar nicht zugelassen sind.

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