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Schweiz

Diese Tricks helfen Tieren gegen die Angst vor dem lauten Knallen

Wenn der Mensch mit Feuerwerk feiert, haben Tiere oft Angst. Für den Schutz von Haus- und Wildtieren am 1. August ist daher Umsicht geboten.

Bald ist es wieder soweit: Die Schweiz feiert ihren Geburtstag. Obwohl wegen der Corona-Krise in diesem Jahr schweizweit meist keine grossen, offiziellen Feiern und entsprechende Feuerwerke stattfinden, dürften auch dieses Jahr Privatpersonen wieder zahlreiche Böller zünden und Raketen in den Himmel fliegen lassen.

Die dazugehörige Lärmkulisse ist eine Qual für Tiere. Jährlich leiden wilde Tiere und Haustiere zum Bundesfeiertag sowie an Silvester unter den lauten Feuerwerksgeräuschen. Aus diesem Grund halten Schweizer Tierschutzorganisationen in Hinblick auf den kommenden Feiertag, Tierhalter an, sich am 1. August besonders gut um ihre Tiere zu kümmern.

Ruhe signalisieren

So empfiehlt der Schweizer Tierschutz STS dringend, Tiere am Nationalfeiertag nicht alleine zu lassen, sowie für eine ruhige Umgebung und Rückzugsorte zu sorgen. Da sich Tiere – und insbesondere Hunde – an der Stimmungslage und Reaktionen der Menschen, orientieren, gilt es, möglichst ruhig zu bleiben. Das signalisiert dem Tier, dass kein Grund zur Panik besteht und keine Gefahr droht.

Zudem empfiehlt die Organisation, während der Feierlichkeiten Fenster und Läden und schliessen und im Haus für eine gewohnte Geräuschkulisse mit Radio, Fernsehen und Musik zu sorgen.

Haustiere nicht ins Freie lassen

Die Tiere sollen auf keinen Fall ins Freie gelassen werden, da sie auf die lauten Geräusche der Feuerwerkskörper mit Panik und Flucht reagieren. Wie die Stiftung Susy Utziger für Tierschutz mitteilt, drohen dabei Hunde zu verunfallen, während sich Katzen oft in engen Verstecken verkriechen, aus denen sie sich nicht mehr befreien können.

Folgende Tipps helfen im Umgang mit Haustieren am 1. August

  • Schreckhafte Hunde während des ganzen Tages vorsorglich an die Leine nehmen: Die ersten Knaller beginnen bereits am Morgen oder sogar am Vortag in die Luft zu fliegen. So kann verhindert werden, dass der Hund erschrickt und davonläuft. Ebenso empfehle es sich, Freigänger-Katzen frühzeitig ins Haus zu holen und bis am 2. August im Hausarrest zu lassen.
  • Hunde und Katzen kennzeichnen für den Fall, dass sie davonlaufen: Ein Mikrochip ist bei Hunden Pflicht. Dieser empfiehlt sich auch für Katzen, zudem eignet sich ein Halsband mit Namensschild und Telefonnummer als äusseres Kennzeichen.
  • Für extreme Fälle beim Tierarzt ein entsprechendes Medikament besorgen oder pflanzliche Mittel anwenden. Dabei gilt: Niemals Medikamente ohne vorgängige Absprache mit dem Tierarzt verabreichen!
  • Ohrstöpsel sind für Haustiere tabu: Diese führen zu Verletzungen, denn Tiere haben andere Gehörgänge als Menschen.
  • Geräuschkulisse schaffen: Fenster und Läden schliessen und eine gewohnte Geräuschkulisse im Haus herstellen – Radio und TV dürfen jetzt ruhig mal etwas lauter sein, die 1. August-Raketen sind es auch.
  • Vor dem Öffnen einer Wohnungstür erst den Hund sichern.
  • Ruhe ausstrahlen – die Stimmung kann sich auf das Tier übertragen.
  • Beschäftigung mit Dingen, die entspannt und schläfrig machen (Kauartikel, Suchspiele, Denkaufgaben).
  • Lieblingsplätze (Flucht- und Rückzugsorte) müssen leicht zugänglich und jederzeit erreichbar sein.
  • Thundershirt/ Karmavest anziehen (eine Art Stretchmantel, der um den Hundekörper angelegt und womit leichter Druck auf die Körperoberfläche ausgeübt wird, was entspannend wirken kann).
  • Souveräne Tiere als Begleitung wählen.
  • Mit dem Hund im Auto auf die Autobahn fahren.
  • Sich am Flughafen aufhalten.

Gefahren für Nutz- und Wildtiere

Auch Nutz- und Wildtiere hören wesentlich besser als der Mensch und sind empfindlich auf plötzlichen Lärm: besonders Pferde. Wenn die Tiere zu flüchten versuchen, kann es zu erheblichen Verletzungen können. Deshalb sollte darauf geachtet werden, Feuerwerk nicht in unmittelbarer Nähe von Ställen, weidenden Tieren oder Wäldern anzuzünden.

Besonders dramatisch gestalten sich Feuerwerks-Gefahren für kleine Wildtiere. Sie ergreifen panisch die Flucht und laufen so Gefahr, bei lebendigem Leib in 1. August-Feuern zu verbrennen. Igel, Spitzmäuse, Blindschleichen oder Salamander lieben Holzstapel, wie der STS weiter mitteilt.

Vielfach sterben sie in für den Nationalfeiertag vorbereiteten Holzhaufen. Um das zu verhindern, ist es sinnvoll, das gesammelte Holz erst am Tag des Abbrennens auf- oder zumindest umzuschichten. Für grosse Holzhaufen eignet sich das Aufstellen eines Schutzzauns um den Stapel herum. Dieser verhindert, dass sich Tiere im Haufen verstecken. Ein solcher Schutzzaun ist schnell aufgestellt und wird erst kurz vor dem Abbrennen des Holzes entfernt, wie die Organisation mitteilt.

In Hinblick auf 1.August-Feuer ist zudem zu beachten, dass im Moment in beiden Basel die Gefahr von Waldbränden besteht.

3 Kommentare

  1. Nützt nicht bei allen Tieren !!! Wie wäre es mit dieser sinnlosen Knallerei ein für allemal aufzuhören ??? Wieso kann man nicht einfach gemütlich zusammensitzen und den Abend ohne Knallerei feiern ??? Ich bin zu 100 o/o sicher, dass es 1291 leiser zu und her gegangen ist ( keine Knallkörper gab) !!!Report

  2. Also ich habe noch nie ein Problem mit meinen Hunden gehabt. Einfach entspannt, gemeinsam mit dem Hund dem Spektakel zuschauen. Wenn der Chef ruhig bleibt hat der Hund keinen Grund Angst zu haben.Report

  3. Nun ich habe von klein auf immer, ca eine Woche vorher angefangen das Feuerwerk vom Internet ab gespielt und es wurde immer lauter. Heute 2,5Jahre sitzt sie auf dem Balkon und schaut zu. Wenn ich sie rein rufen möchte streikt sie😊Report

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