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Der Telebasel News Beitrag vom 19. Juli 2020.
Basel

Tramdepots sollen Wohnraum weichen

Bauland ist im Stadtkanton ein äusserst begrenztes Gut. Eine Lösung dafür sollen Areale bieten, die von der BVB freigegeben werden müssten.

Grössere Bauvorhaben in der Stadt Basel sind heute fast nur noch auf ehemaligen Industrieflächen möglich. Um zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen, fordert die FDP in einer Motion, dass die Verkehrsbetriebe Parzellen freigeben. Welche neuen Nutzungen danach konkret umgesetzt werden sollen, steht nicht in der Motion. Da die Bevölkerung wohl wachsen wird, stehen neue Wohnprojekte im Vordergrund. Der Grosse Rat wird sich zu einem späteren Zeitpunkt mit der Motion beschäftigen.

Flächenverbrauch ist eindrücklich

Konkret geht es um das BVB-Depot beim Morgartenring, sowie um das Depot und die Instandhaltungsanlagen im Bereich Wiesenplatz / Klybeck. Ein Blick auf das Eisenbahn-Informationsportal «OpenRailwayMap» zeigt, wie viele Flächen tatsächlich durch die Anlagen der Basler Verkehrsbetriebe beansprucht werden.

Eine Karte mit dem Tramdepot Wiesenplatz im Norden und darunter die BVB Hauptwerkstätte Klybeck. Die Gleisanlagen der BVB sind pink eingefärbt. (Screenshot: «OpenRailwayMap»)

FDP-Grossrat Christian Moesch macht darauf aufmerksam, dass die Depotanlagen vor über 100 Jahren gebaut wurden. Damals sah die Stadt Basel noch ganz anders aus. Das Siedlungsgebiet war noch nicht so weit ausgedehnt wie heute. Wo früher noch Wiesen, Pärke oder Industrie zu finden waren, wird heute gewohnt. Daher passten die BVB-Areale heute nicht mehr in die Umgebung und sollten an einen anderen Ort verlegt werden.

Eine Karte des Tramdepots an der Allschwilerstrasse beim Morgartenring. Die Gleisanlagen der BVB sind pink eingefärbt, daneben die Geleise der Elsässerbahn in orange. (Screenshot: «OpenRailwayMap»)

BastA-Grossrat Beat Leuthardt sieht die Motion hingegen skeptisch. Der Mieter-Lobbyist befürchtet, dass auf den freiwerdenden Flächen nur hochpreisige Wohnungen gebaut würden. Er kritisiert auch, dass die Motion sehr offen formuliert ist. Die Regierung hätte bei der Umsetzung viel Spielraum. Eine Sache bringt Leuthardt jedoch besonders ins Grübeln: Der Politiker, der auch als Tram-Chauffeur tätig ist, fragt sich, wo denn die Trams in Zukunft abgestellt werden sollen.

Christian Moesch schlägt eine Erweiterung der BVB-Bauten auf dem Wolf vor oder eine engere Zusammenarbeit mit der BLT. Letztlich wäre für ihn auch ein Neubau in Frankreich oder Deutschland denkbar.

Zürich als mögliches Vorbild

Beat Leuthardt bleibt zwar skeptisch, er sei jedoch offen für andere Ansätze. Er nennt das Beispiel Zürich. Dort bauen die Basler Architekten Morger und Partner ein fünfstöckiges Depotgebäude mit zwei Hochhäusern. So entstehen 193 neue Wohnungen. Diese Lösung ermöglicht die Entwicklung neuer Bauten unter Beibehaltung der Traminfrastruktur im Erdgeschoss. Zürich könnte in diesem Fall durchaus als Vorbild für Basel dienen.

Darstellung des geplanten neuen VBZ-Depots Hard beim Escher-Wyss-Platz in Zürich. Neben den neuen Anlagen für den Tramunterhalt werden zwei Wohntürme errichtet. Das Gelände befindet sich an bester Lage an der Limmat.  (Bild: Morger Partner Architekten, Stadt Zürich)

1 Kommentar

  1. Ich weiss ja nicht, wie weit sich die Herren, in unserer Regierung, Informiert haben. Aber, wen mann den Beitrag sieht, kommt das Gefühl auf, das diese, Null Ahnung, von nichts haben. Die Tramdepots stehen, Ausnahme der Neubau im Klybeck, unter Deckmalschutz.Report

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