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International

Österreich weitet Maskenpflicht wieder aus

Das Coronavirus stellt die Schweiz und die Welt auf den Kopf. Hier im Ticker bleiben Sie über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden.
Maurer rechnet mit 15 Jahren für Abbau der Virus-bedingten Schulden

Der Bundesrat hat noch nicht entschieden, wie genau das Loch von geschätzten 35 Milliarden Franken gestopft werden soll, das die Corona-Krise in die Bundeskasse reisst. Finanzminister Ueli Maurer rechnet aber mit etwa 15 Jahren, die dazu nötig sein werden.

«Es gibt noch viele Unsicherheitsfaktoren, wir wollen die Fakten präziser kennen», sagte Maurer in einem Online-Interview von «Finanz und Wirtschaft» vom Dienstag. «Der Zeithorizont dürfte sich mittelfristig in der Grössenordnung von etwa fünfzehn Jahren bewegen. Bei einer Neuverschuldung von ca. 30 Milliarden Franken wären das pro Jahr 2 Milliarden», sagte der SVP-Bundesrat.

(Bild: Keystone)

Im laufenden Jahr dürfte wegen der Corona-Krise im ordentlichen Budget statt eines geringen Überschusses von 400 Millionen Franken ein Defizit im Umfang von etwa 3 Milliarden Franken anfallen, wie «Finanz und Wirtschaft» schreibt. Gemäss einer ersten Schätzung von Maurers Finanzdepartement dürften die Einnahmen rund 5 Milliarden Franken niedriger ausfallen als budgetiert.

EU-Parlament plant Sondersitzung zu Corona-Hilfen am Donnerstag

Das Europaparlament unterbricht seine Sommerpause an diesem Donnerstag für eine Sondersitzung zur Begutachtung des milliardenschweren Corona-Hilfspakets. Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten hatten sich nach viertägigen Verhandlungen in der Nacht zu Dienstag auf ein 1,8 Billionen Euro schweres Paket geeinigt. Es soll helfen, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise aufzufangen und den EU-Binnenmarkt zusammenzuhalten.

In dem Paket sind 1074 Milliarden Euro für den siebenjährigen Haushaltsrahmen bis 2027 vorgesehen und 750 Milliarden Euro als Konjunktur- und Investitionsprogramm. Die Abstimmung des Parlaments über den mehrjährigen Finanzrahmen soll voraussichtlich bei der nächsten regulären Plenarsitzung im September stattfinden.

Volk soll sich an der Urne zur Swiss-Covid-App äussern

Über die Gesetzesgrundlagen für die Corona-Warn-App soll das Stimmvolk befinden. Eine Gruppierung, vorwiegend aus der Westschweiz, hat ein Referendum lanciert. Das Gesetz ist bereits in Kraft und gilt vorderhand bis Ende Juni 2022. Am Dienstag stellten sich

Das Referendumskomitee hat bis 8. Oktober Zeit, um die 50’000 nötigen Unterschriften zu sammeln. Die Räte hiessen in der Sommersession die gesetzlichen Grundlagen für die App gut und erklärten die Änderungen im Epidemiengesetz für dringlich.

(Bild: Keystone)

Eine echte Debatte über die Risiken dieser Tracing-Technologie sei während den Ratsdebatten nicht geführt worden, kritisiert das Komitee.

Corona-Angst wegen Partys auf Capri

Party-Alarm in Süditalien: Nach ausgelassenen Feiern von zumeist jungen Leuten auf der Urlaubsinsel Capri hat der Bürgermeister am Dienstag eine Maskenpflicht für Wochenenden erlassen. Damit will Marino Lembo auf seinem Eiland im Golf von Neapel mögliche Corona-Risiken abwenden.

Freitags, samstags und sonntags gilt nun ab 18 Uhr bis um 4 Uhr am nächsten Morgen die Vorschrift, auch im Freien einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – und zwar gerade auf den mehr als 20 bei Party-Fans sehr beliebten Strassen und Plätzen.

(Bild: Keystone)

Capri hatte bisher kaum Corona-Fälle zu vermelden. Mit dem Beginn der Urlaubssaison möchte Lembo, wie er in Medieninterviews sagte, dass die Lage so ruhig bleibt. Nach Bildern von ausgelassenen Menschen, die ohne Corona-Schutz und ohne Abstände im Freien stehen und trinken, war er alarmiert. Der Erlass gilt, als Warnung, zunächst bis Ende Juli – Verlängerung möglich.

Auch in mehreren Grossstädten Italiens hatten Menschen an den vergangenen Wochenenden auf Plätzen mit Wein und Bier in der Hand ausgelassen zusammengestanden. In Rom liessen die Behörden solche Hotspots räumen.

Südafrika: Zwei Minister wegen Coronavirus im Krankenhaus

In Südafrika haben sich zwei Minister der Regierung von Präsident Cyril Ramaphosa mit dem Coronavirus infiziert und werden deshalb im Krankenhaus behandelt.

Es handele sich um Arbeitsminister Thulas Nxesi (61) und seinen für Rohstoffe zuständigen Kollegen Gwede Mantashe (65), gab die Regierung am Dienstag bekannt. Sie waren bereits vor einer Woche positiv getestet worden und hatten sich in eine freiwillige Quarantäne begeben.

Südafrika hat mit knapp 373.000 Covid-19-Fällen und über 5100 Todesfällen die höchsten Infektionszahlen des Kontinents. Angesichts der steigenden Zahlen hatte Präsident Ramaphosa vor einer Woche eine erneute Verschärfung der Corona-Restriktionen verfügt, die neben einer nächtlichen Ausgangssperre die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit sowie die erneute Einführung eines Alkoholverbots vorsieht.

Österreich weitet die Maskenpflicht wieder aus

Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In Supermärkten, Bank- und Postfilialen müsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Dienstag in Wien.

Zuletzt galt die Maskenpflicht nur in Bussen und Bahnen, im medizinischen Bereich sowie in einigen Regionen. Seit Anfang Juli hatten sich in Österreich teils wieder mehr als 100 Menschen täglich angesteckt. Insgesamt sind in der Alpenrepublik aktuell 1400 Menschen mit dem Virus infiziert. «Es beginnt wieder ein bisschen zu brodeln», sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

(Bild: Keystone)

Das Tragen der Maske habe auch einen symbolischen Effekt, meinte Kurz. «Je mehr sie aus unserem Alltag verschwindet, desto stärker wird die Sorglosigkeit.»

Wieso der Fussball derzeit die Nummer-1-Sportart der USA ist

Fussball die Nummer eins in den USA? Das war noch vor wenigen Wochen undenkbar. Nun aber hat die MLS mit ihrem Corona-Comeback-Turnier in Florida als erste der grossen Profiligen im US-Sport die Rückkehr auf den Platz und damit auch ins Fernsehen geschafft – allerdings mit allen Tücken, die das Coronavirus mit sich bringt.



«Das hätten wahrscheinlich die wenigsten gedacht, dass Fussball als erstes wieder gespielt wird», sagte der deutsche Profi Kai Wagner von Philadelphia Union der Deutschen Presse-Agentur. Noch ist der Fussball den anderen voraus, doch die Schwierigkeiten der letzten Tage dürften anderen Sportarten auch als Warnung dienen.

US-Kultur liegt brach

Ob das Art Institute in Chicago, das Getty-Museum in Los Angeles oder das Metropolitan Museum in New York, ob Orchester, Ballett-Ensembles, Musik- und Literaturfestivals, Kinos oder der berühmte New Yorker Broadway: Die Kultur in den USA liegt derzeit in der Corona-Krise in weiten Teilen brach.

Als zum Frühjahrsbeginn die Coronavirus-Pandemie heftig in die USA hinüberschwappte, mussten zahlreiche Einrichtungen landesweit nach und nach schliessen. Ein grosser Teil davon ist im Sommer nun immer noch geschlossen. Einige Institutionen haben schon wieder auf oder wollen in den kommenden Wochen zurückkehren, andere haben bereits angekündigt, nicht vor 2021 zu starten – und wieder andere zweifeln daran, ob sie es überhaupt jemals wieder zurückschaffen. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Corona-Krise verhagelt Coca-Cola das zweite Quartal

Der US-Getränkehersteller Coca-Cola hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie im zweiten Quartal deutlich zu spüren bekommen. In den drei Monaten bis Ende Juni brach der Nettogewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel auf 1,8 Milliarden Dollar (1,6 Mrd Euro) ein, wie der Pepsi-Erzrivale am Dienstag in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia mitteilte. Der Umsatz ging um 28 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar zurück.

Besonders bei gewerblichen Kunden wie Restaurantketten, die pandemiebedingt Filialen schliessen mussten, liess die Nachfrage stark nach. Vorstandschef James Quincey geht indes trotz der erneuten Corona-Eskalation in den USA davon aus, dass das Unternehmen das Schlimmste hinter sich hat. «Wir glauben, das zweite Quartal wird sich als das herausforderndste in diesem Jahr erweisen.»

Verzeichnet einen Umsatzeinbruch von 28 Prozent im zweiten Quartal 2020. (Bild: Keystone)

Deutsche Bank: Quartal etwas besser als vom Markt erwartet

Die Deutsche Bank hat im Frühjahr nach eigenen Angaben etwas besser abgeschnitten als von Experten erwartet. Die Bank erwarte derzeit, «dass die Ergebnisse des zweiten Quartals 2020 die Analystenschätzungen (…) leicht übersteigen werden», teilte Deutschlands grösstes Geldhaus am Dienstag in Frankfurt mit.

Die Corona-Krise hat das Kapitalpolster der Deutschen Bank demnach nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen. Die harte Kernkapitalquote (CET1) des Instituts lag nach Angaben der Bank anhand vorläufiger Zahlen Ende Juni mit 13,3 Prozent sogar einen halben Prozentpunkt höher als Ende März.

Pariser Picasso-Museum öffnet wieder: Der Maler und der Comic

Pablo Picasso las für sein Leben gern Comics, und das Genre hat auch sein Werk beeinflusst. Mit der Ausstellung «Picasso et la bande dessinée» (Picasso und der Comic) hat das Pariser Picasso-Museum am Dienstag nach mehr als viermonatiger Corona-Zwangspause wieder seine Türen geöffnet.

Illustriert wird, wie sich in der Kunst des Spaniers Comic-typische Merkmale wie aufeinanderfolgende Einzelbilder und Textsegmente niedergeschlagen haben. Man habe eine unbekannte Seite des Malers (1881-1973) zeigen wollen, sagte Direktor Laurent Le Bon.

Eishockey-Nationalmannschaft: Prospect Camp unter besonderen Bedingungen

Die Schweizer Nationalmannschaft startet am Sonntag mit dem Prospect Camp in die neue Saison. Der fünf Tage dauernde Zusammenzug in Cham erfolgt unter besonderen Bedingungen.

22 Spieler rücken am Sonntag im Kanton Zug ins Prospect Camp ein, unter ihnen mit Nico Hischier von den New Jersey Devils ein aktueller und mit Pius Suter, der sich den Chicago Blackhawks angeschlossen hat, ein zukünftiger NHL-Spieler.

Nach dem abrupten Ende der letzten Saison steht das Camp unter besonderen Bedingungen, die die Einhaltung eines Schutzkonzepts beinhalten. Alle Spieler und Mitglieder des Staffs werden vor der Anreise auf Covid-19 getestet. Selbstverständlich darf nur einrücken, wer über ein negatives Testergebnis verfügt und komplett symptomfrei ist.

Nach Exportstopp: Afghanistan hat ein Wassermelonen-Problem

Wohin mit all den Melonen? Lange Zeit waren Afghanistans Grenzen wegen der Corona-Pandemie geschlossen – zum Ärger vieler Bauern. Diese bleiben in diesen Sommer wegen fehlender Exportmöglichkeiten wohl auf Tausenden Tonnen Melonen sitzen.

«Leider ist der Preis für Wassermelonen sehr niedrig», berichtet Mohammad Daud, ein 36-jähriger Bauer aus der westlichen Provinz Farah. «Ich konnte noch nicht einmal die Hälfte von dem verdienen, was ich ausgegeben habe.»

 

Afghanistan kann all seine Wassermelonen wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht Exportieren. (Bild: Keystone)

Da Afghanistan keinen Zugang zum Meer hat, ist das Land beim Aussenhandel auf Nachbarländer oder den Luftweg angewiesen. Besonders abhängig ist Afghanistan von Exporten ins Nachbarland Pakistan, doch bis vor kurzem waren die Grenzen geschlossen. Daher landete ein Grossteil der Ernte zunächst auf Märkten in Kabul.

Aber auch hier gibt es ein Überangebot. Das Problem ist inzwischen so akut, dass eine nationale Behörde Wassermelonen auf die Speisekarte der Sicherheitskräfte gesetzt hat. Bauer Mohammad Daud: «Wir haben genug Wassermelonen, dass nur ich allein alle Truppen mit Melonen versorgen kann.»

Sánchez erleichtert

Erleichtert über den Corona-Deal der EU zeigten sich vor allem die Regierungen, deren Staaten am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen sind und daher am dringendsten Hilfe brauchen. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez sagte, er sei «zu 95 Prozent zufrieden» mit dem Ergebnis. Für sein Land stünden «in etwa» 140 Milliarden zur Verfügung, davon 72,7 Milliarden nicht rückzahlbare Subventionen. Alles zum Thema lesen Sie hier.

SP Schweiz will der Wirtschaft klimafreundliche Impulse geben

Mehr Solarenergie, energetische Sanierungen von Gebäuden, mehr Energie aus erneuerbaren Quellen: Die SP Schweiz will der Schweizer Wirtschaft für den Wiederaufbau nach der Coronavirus-Krise klimafreundliche Impulse geben.

Die kommenden Jahre seien entscheidend dafür, ob es der Schweiz gelinge, zukunftsfähige Jobs zu schaffen und dazu beizutragen, dass die Klimakatastrophe abgewendet werde, schreibt die SP in ihrem am Dienstag in Bern vorgestellten Positionspapier. Die Schweiz habe genügend Geld sowie das nötige Know-how, um sich rasch klimaneutral zu machen. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Tessin: Bonus für Firmen, die Lehrlinge ausbilden

2000 Franken pro Lehrvertrag: Der Kanton Tessin belohnt alle Firmen, die Lehrlinge ausbilden. Mit der Massnahme will die Regierung die unter der Corona-Krise leidende Berufsausbildung stützen.

Die Boni sind Teil des Massnahmenpakets «Più duale Plus». Ausbezahlt werden je 2000 Franken für alle bis zum 31. Oktober abgeschlossenen Lehrverträge, wie die Tessiner Regierung in einer am Dienstagvormittag verschickten Mitteilung schreibt.

 

Tessiner Firmen erhalten pro abgeschlossenem Lehrvertrag einen Bonus von 2000 Franken. (Bild: Keystone)

Der Zustupf werde auch jenen Firmen ausbezahlt, die Lehrlinge aufnehmen, welche bereits im zweiten, dritten oder vierten Lehrjahr stehen und den Ausbildungsplatz wechseln mussten. Ziel des Massnahmenpakets ist es, auf das kommende Schuljahr 2500 neue Lehrstellen zu schaffen.

Jennifer Aniston setzt sich für Tragen von Masken ein

Schauspiel-Star Jennifer Aniston (51) warnt mit dem Krankenhaus-Foto eines Freundes vor Corona. Bei Instagram teilte sie ein Bild, auf dem ein Mann zu sehen ist, der – an ein Beatmungsgerät angeschlossen – in einem Krankenhausbett liegt. «Das ist unser Freund Kevin. Völlig gesund, kein einziges grundlegendes Gesundheitsproblem. Das ist Covid. Das ist echt», schrieb sie dazu.

Nach Angaben der Schauspielerin wurde das Foto Anfang April aufgenommen, ihr Freund habe sich glücklicherweise «jetzt fast erholt». Aniston hat in den sozialen Netzwerken bereits mehrfach dazu aufgerufen, Masken zu tragen. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Corona-Ausschuss hebt Schliessungen von Restaurants in Israel auf

Nach heftigen Protesten dürfen Restaurants in Israel weiter Gäste bewirten. Der Coronavirus-Ausschuss des israelischen Parlaments hat einen Schliessungsbeschluss der Regierung aufgehoben.

Die Mitglieder des Gremiums stimmten am Dienstag mehrheitlich dafür, den Lokalen ihren Betrieb unter Wahrung der Corona-Vorschriften wieder zu ermöglichen.

Die Schliessungen waren erst am frühen Morgen in Kraft getreten, die Regierung hatte sie Ende vergangener Woche beschlossen. Restaurants hätten nur noch Essen zum Mitnehmen oder zur Lieferung nach Hause anbieten dürfen. Gastronomen hatten erklärt, sich nicht an die Massgaben der Regierung zu halten.

Ärzte werfen Serbiens Regierung Versagen in Corona-Pandemie vor

350 serbische Ärzte haben der Regierung des Landes ein völliges Versagen beim Umgang mit der Corona-Pandemie vorgeworfen.

«Wir wenden uns an die Öffentlichkeit, weil wir keinen anderen Ausweg aus der Gesundheitskatastrophe sehen, in der sich unser Land befindet», schrieben die Mediziner in einem offenen Brief, den serbische Medien am Dienstag veröffentlichten.

In den letzten Wochen war die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus dramatisch gestiegen. Allein von Sonntag auf Montag registrierten die Behörden in dem Sieben-Millionen-Einwohner-Land 359 neue Fälle. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Iran meldet neue Rekordzahl an Corona-Toten an einem Tag

Der Iran hat am Dienstag eine neue Rekordzahl an Corona-Toten gemeldet. In den letzten 24 Stunden starben 229 Patienten an dem Virus, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums im Staatsfernsehen.

Der Iran – hier abgebildet Präsident Hassan Rouhani – wurde besonders hart vom Coronavirus getroffen. (Bild: Keystone)

Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 14’634. Im gleichen Zeitraum wurden mehr als 2600 Neuinfektionen erfasst. Somit stieg die Zahl der bisher nachgewiesenen Infektionen auf 278 827, wie die Sprecherin Sima Lari sagte.

Der Anstieg sei nach Einschätzung von Experten auf die Lockerungen in den letzten Wochen zurückzuführen. Die wurden nun seit Anfang der Woche wieder grösstenteils aufgehoben. Die hatte besonders dazu geführt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr ernstgenommen habe.

Schweizer Exporte stabilisieren sich im Juni auf tiefem Niveau

Die Schweizer Exportwirtschaft hat sich im Juni zwar deutlich vom Corona-Schock erholt, verdaut ist dieser aber noch längst nicht. Nach dem Rekordeinbruch vom April und dem leichten Rückgang im Mai stiegen die Ausfuhren im Juni zum Vormonat saisonbereinigt wieder um 6,9 Prozent auf 17,5 Milliarden Franken an. Real – also preisbereinigt – resultierte sogar ein Anstieg um 7,9 Prozent.

Die Einfuhren haben sich ebenfalls weiter erholt. Sie stiegen um 7,3 Prozent auf 14,7 Milliarden Franken (real: + 5,5 Prozent). Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 2,8 Milliarden Franken, wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Dienstag zu entnehmen ist. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Katar investiert in Corona-Impfstoffentwickler CureVac

Der Tübinger Impfstoffentwickler CureVac hat nach dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) und dem deutschen Staat einen weiteren Grossinvestor an Land gezogen. Der katarische Staatsfonds QIA und eine Gruppe bestehender und neuer Investoren hätten sich mit 126 Millionen Dollar beteiligt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Katar investiert in den deutschen Corona-Impfstoffentwickler CureVac. (Bild: Keystone)

Damit habe CureVac bei der nun abgeschlossenen Finanzierungsrunde insgesamt 640 Millionen Dollar eingesammelt. Wie viel der 126 Millionen von QIA stammen und welchen Anteil sich die Katarer damit an dem Biotechunternehmen sichern, bliebt zunächst unklar.

Umfrage: Konsumenten begrüssen Digitalisierung im Kleingewerbe

Der Corona-Lockdown hat dem Schweizer Kleingewerbe einen Digitalisierungsschub aufgezwungen. Eine Befragung von Localsearch bei 705 Personen in der Deutsch- und Westschweiz zeigt, dass viele Konsumenten hier auf Onlinekäufe, kontaktloses Bezahlen und Hauslieferdienste nicht mehr verzichten möchten. Alle Details zum Thema lesen Sie hier.

Frederiksen: Solidarische Einigung mit besserer Balance

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hält die Einigung des EU-Sondergipfels sowohl für Europa als auch für ihr Land für äusserst zufriedenstellend.

Das Wichtigste sei natürlich, dass man sich nun daran machen könne, die europäische Wirtschaft nach der Corona-Krise wiederherzustellen, sagte sie am Dienstagmorgen Reportern in Brüssel. Es handele sich um eine solidarische Abmachung mit einem weiterhin grossen Volumen, das jedoch nun eine bessere Balance habe.

Uhrenexporte schrumpfen im Juni etwas weniger dramatisch

Die Schweizer Uhrenexporte sind im Juni erneut stark zurückgegangen. Das Abwärtstempo hat sich gegenüber den Monaten April und Mai aber deutlich verlangsamt.

So reduzierten sich die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat noch um etwas mehr als einen Drittel, während im Mai der Einbruch beinahe 70 Prozent erreichte und im April noch über 80 Prozent. Es wäre aber übertrieben zu sagen, dass sich die Welt bereits wieder auf die Schweizer Uhren stürzt.

 

Bei den Uhrenexporten stabilisiert sich die Situation langsam. (Bild: Keystone)

Drei weitere Todesfälle und 108 Neuansteckungen

Die Ansteckungszahlen verdoppeln sich von Montag auf Dienstag: 108 neue Fälle in der Schweiz und in Lichtenstein meldet das BAG. Zudem gibt es drei weitere Todesfälle, wie die Behörden mitteilen. Acht Erkrankte mussten ins Spital gebracht werden. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Silber steigt über 20 US-Dollar und Gold auf Neunjahreshoch

Der Silberpreis ist am Dienstag erstmals seit knapp vier Jahren über die runde Marke von 20 US-Dollar gestiegen. In der Spitze kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls am frühen Morgen 20,43 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit September 2016.

Auch der Goldpreis legte weiter zu und stieg mit rund 1’821 Dollar auf einen Höchststand seit dem Jahr 2011. Damals hatte Gold sein Rekordhoch bei gut 1’921 Dollar erreicht.

Gold und Silber profitieren schon seit einiger Zeit unter anderem von der grossen Ungewissheit über den Fortgang der Corona-Krise. Die Edelmetalle gelten als sichere Anlagehäfen, die in unsicheren Zeiten als wertstabile Anlage geschätzt werden.

Orban nach EU-Gipfel: Wir haben unseren nationalen Stolz verteidigt

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat die Vereinbarungen des EU-Gipfels als Sieg für die Regierungen in Budapest und Warschau dargestellt.

«Ungarn und Polen ist es nicht nur gelungen, sich ernsthafte Geldsummen zu sichern, sondern auch ihren nationalen Stolz zu verteidigen», sagte der rechtsnationale Politiker am Dienstagmorgen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem polnischen Amtskollegen Mateusz Morawiecki in Brüssel.

Kontaktdaten von Flugpassagieren werden vorerst von Hand erfasst

Seit Anfang Juni müssen alle in die Schweiz einreisenden Flugpassagiere handschriftlich eine sogenannte Kontaktkarte ausfüllen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) prüft, ob in Zukunft eine elektronische Erfassung möglich sein wird.

Mit der Öffnung der Grenzen reisen die Schweizerinnen und Schweizer wieder vermehrt ins Ausland. (Bild: Keystone)

Tamedia-Zeitungen berichteten am Dienstag darüber, dass das BAG seit Anfang Juni verlange, dass Airlines Tausende von Zetteln mit Angaben zur Person, Reiseroute, Sitznummer und Wohnsitz von in die Schweiz einreisenden Personen sammeln. Diese handschriftlich ausgefüllten Kontaktkarten würden in Kisten 14 Tage lang aufbewahrt und danach vernichtet. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Niederländischer Premier Rutte zufrieden: Gutes Paket

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat sich zufriden über das Ergebnis des EU-Sondergipfels zum Corona-Hilfspaket geäussert. Rutte sprach am Dienstagmorgen in Brüssel von einem «umfangreichen und guten Paket, durch das die niederländischen Interessen gewahrt bleiben.» Nach Ruttes Worten ist wichtig, dass Länder «auf Reformen festgenagelt werden können». «Das sorgt für starke Mitgliedsstaaten und einen starken internen Markt.»

Macron sieht in EU unterschiedliche Auffassungen von Europa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat eingeräumt, dass sich beim EU-Gipfel in Brüssel eine gewisse Spaltung der EU gezeigt hat. «Diese lange Verhandlung war geprägt von Schwierigkeiten, manchmal von Gegensätzen, von unterschiedlichen Auffassungen von Europa», sagte Macron am Dienstagmorgen in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei aber erfreut darüber, dass er mit Merkel stets auf der «Seite der Ambition und Kooperation» gestanden habe.

Macron spielte mit seinen Äusserungen offensichtlich auf den erbitterten Widerstand an, den Politiker wie Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte gegen die Pläne für das riesiges Corona-Hilfspaket geleistet hatten. Ihnen war es dabei vor allem darum gegangen, so wenig wie möglich Zuschüsse zu vergeben. Die Summe dafür wurde letztlich von 500 auf 390 Milliarden Euro reduziert.

Minister: EU-Deal bringt 40 Milliarden für Frankreich

Frankreich rechnet nach dem EU-Deal für ein europäisches Konjunktur- und Investitionsprogramm mit rund 40 Milliarden Euro Subventionen für das eigene Land.

«Wir können von jetzt an über 40 Milliarden Euro zusätzlich verfügen», sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag dem Nachrichtensender Franceinfo.

Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire rechnet damit, dass der EU-Deal Frankreich 40 Millionen Euro bring. (Bild: Keystone)

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich zuvor in Brüssel auf den gemeinsamen Plan zur Überwindung der Corona-Wirtschaftskrise von 750 Milliarden Euro geeinigt. Frankreich ist schwer von der Corona-Pandemie betroffen, mehr als 30’000 Menschen starben. Falls es eine zweite Welle der Pandemie geben sollte, rechnet die Industriestaatenorganisation OECD für Frankreich mit einem Wirtschaftseinbruch im laufenden Jahr von mehr als 14 Prozent.

Umsatz bei Lindt&Sprüngli bricht ein

Lindt & Sprüngli ist von der Corona-Krise mitten im Ostergeschäft getroffen worden. In der Folge ist der Umsatz in der ersten Jahreshälfte auf vergleichbarer Basis um 8,1 Prozent eingebrochen. Auch die Profitabilität hat gelitten. Dieses Jahr rechnet Lindt noch mit einem deutlichen Einbruch, dafür soll ab 2021 ein Aufholeffekt eintreten.

Lindt&Sprüngli hatte auch im Ostergeschäft einen Einbruch verzeichnet. Insgesamt ging der Umsatz im ersten Halbjahr 2020 zurück. (Bild: Keystone)

Insgesamt setzte Lindt von Januar bis Juni 1,53 Milliarden Franken um, 12,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Organisch entspricht das einem Rückgang von 8,1 Prozent, wie der Premiumschokoladenhersteller am Dienstag mitteilte. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Kein NBA-Spieler in der letzten Woche positiv auf Corona getestet

In der vergangenen Woche ist kein Spieler in der NBA-Blase in Florida positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die NBA will ab dem 30. Juli ihre Saison fortsetzen und hat dazu alle Teams auf das Gelände von Disney World in Orlando geholt. Die ersten Mannschaften sind inzwischen gut eine Woche vor Ort.

Georg Fischer schrumpft im Halbjahr wegen Corona deutlich

Der Industriekonzern Georg Fischer (GF) ist im ersten Semester 2020 hart von der Corona-Pandemie getroffen worden. Sowohl Umsatz als auch Auftragseingang brachen zweistellig ein, was entsprechend auch den Gewinn stark beeinträchtigte. Eine von drei Divisionen schrieb gar Verlust.

Der starke Umsatzrückgang ist einerseits auf den noch immer hohen Umsatzanteil der Auto- und mittlerweile auch der Luftfahrtindustrie zurückzuführen. Zur schwachen Verfassung der Märkte und den Schliessungen von Werken bei vielen Kunden kamen die Auswirkungen des starken Frankens noch hinzu.

Champion Washington ehrt Corona-Experten Fauci

MLB-Titelverteidiger Washington Nationals überlässt den symbolischen ersten Wurf der neuen Saison dem führenden Corona-Experten der USA, Anthony Fauci.

«Dr. Fauci war ein echter Champion für unser Land während der Covid-19-Pandemie und seiner ganzen ausgezeichneten Karriere, also passt es gut, wenn wir ihn ehren, während wir in die Saison 2020 starten, um unseren Titel in der World Series zu verteidigen», teilte das Baseball-Team auf Twitter mit. Die Nationals veröffentlichten zudem Fotos von Spielern, die auf dem Platz einen Mundschutz trugen und schrieben dazu: «Champions gehen mit gutem Beispiel voran.»

SGS mit markanter Umsatzeinbusse im ersten Semester

Der weltweit tätige Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS hat im ersten Halbjahr die Corona-Krise mit grosser Wucht zu spüren bekommen und deutlich weniger umgesetzt und verdient. Bei den Aussagen zum weiteren Verlauf des Jahres bleibt das Unternehmen äusserst vage.

Der Umsatz von SGS sank um 20,7 Prozent auf 2,650 Milliarden Franken. Klammert man den Währungseinfluss sowie die Zu- und Verkäufe von Geschäftsteilen und kleineren Firmen aus, dann resultierte ein organischer Umsatzrückgang von 10,4 Prozent, wie SGS am Dienstag mitteilt.

Kühne+Nagel spürt im ersten Halbjahr die Corona-Krise

Kühne+Nagel blickt wegen der Corona-Krise auf ein schwieriges erstes Semester zurück. Rohertrag und Gewinn sind deutlich zurück gegangen. Doch schlug sich das Unternehmen klar besser als von vielen befürchtet.

Konkret ging der Nettoumsatz im Zeitraum von Januar bis Juni um 7,5 Prozent auf 9,8 Milliarden Franken zurück. Der um die volatilen Frachttarife bereinigte und deshalb aussagekräftigere Rohertrag verminderte sich um 9,1 Prozent auf 3,7 Milliarden, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

EZB-Präsidentin Lagarde lobt Ergebnis des EU-Krisengipfels

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat die Resultate des Brüsseler Sondergipfels für ein Corona-Finanzpaket gelobt. Die Vereinbarung zeige, dass die EU dann, wenn es am nötigsten sei, Verantwortung übernehme und den Menschen in Europa gemeinsam helfe, erklärte sie am Dienstagmorgen auf Twitter.

Offenbar an die Gipfelteilnehmer gewandt erklärte Lagarde: «Danke für Ihre Ausdauer und Ihr entschlossenes Handeln in den vergangenen Tagen. Wir können die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 nur durch Zusammenarbeit bekämpfen.»

EU-Sondergipfel in Brüssel verpasst Längenrekord

Nur 25 Minuten haben nach Zeitrechnung der EU gefehlt, um den Brüsseler Sondergipfel zum Haushalt für die kommenden sieben Jahre zum längsten in der Geschichte der Union zu machen. Damit bleibt der Rekord beim Gipfel von Nizza aus dem Jahre 2000 bestehen. Dieser war nach EU-Rechnung erst nach 91 Stunden und 45 Minuten zu Ende gegangen.

Langer Gipfel, aber kein Rekord: Die EU-Staatsoberhäupter tagten noch immer im Jahr 2002 am längsten. Der Corona-Gifpel war 24 Minuten kürzer. (Bild: Keystone)

In Nizza hatten die Staats- und Regierungschef einen neuen EU-Vertrag ausgehandelt, der ein weiteres Zusammenwachsen Europas ermöglichte. So wurden die Weichen für die Aufnahme von den damals noch nicht zur EU gehörenden Ländern Mittel- und Osteuropas sowie von Malta und Zypern gestellt.

Givaudan wächst trotz Krise und steigert die Gewinne

Givaudan ist im ersten Halbjahr trotz Coronakrise weitergewachsen und hat die Gewinne gesteigert. Ganz unbeschadet kam der Aromen- und Duftstoffhersteller aber nicht davon und verlor im zweiten Quartal an Dynamik. Deutliche Einbussen gab es in der stark vom Reisedetailhandel abhängigen Luxusparfümerie.

Konkret steigerte das Genfer Unternehmen den Umsatz um 4,1 Prozent auf 3,22 Milliarden Franken. Organisch bzw. auf vergleichbarer Basis lag das Wachstum im ersten Halbjahr bei 4,0 Prozent, wie Givaudan am Dienstag mitteilte. Zum Vergleich: im ersten Quartal lag das Wachstum bei hohen 5,4 Prozent.

Logitech erhöht Jahresziele nach starkem ersten Quartal

Logitech ist im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 (per Ende Juni) stark gewachsen. Zudem fiel der Gewinn höher aus als erwartet. Aus diesem Grund hat das Unternehmen seine Ziele für das laufende Jahr angepasst.

Gemäss einer am Dienstag veröffentlichten Meldung wies die Gruppe für April bis Juni einen Umsatz von 791,9 Millionen Dollar aus, was einem Anstieg um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Ohne Wechselkurseinflüsse lag das Wachstum gar bei 25 Prozent. Umsatz-Treiber waren insbesondere PC-Webcams (+116%) und Videokonferenzsysteme (+77%). Die grössten Bereiche Gaming (+35%) und Tastaturen (+13%) wuchsen etwas weniger stark.

Gegner der Covid-App planen Referendum

Weil sie eine «digitale Diktatur» befürchten, ergreifen Schweizer Gegner der Corona-Warn-App das Referendum. Ein Komitee lanciert deshalb am Dienstag ein Referendum gegen die gesetzliche Grundlage für die freiwillige Applikation im Epidemiengesetz. Bis 8. Oktober haben sie Zeit, um 50’000 Unterschriften zu sammeln.

Österreichs Haushaltsenergiepreise sinken im Mai um 9,5 Prozent

Die Coronavirus-Krise hat in Österreich die Ölpreise gedrückt und damit die Energiekosten der Haushalte gesenkt. Treibstoffe waren im Mai um rund ein Fünftel billiger als vor einem Jahr, Heizöl sogar um fast 30 Prozent.

Dies geht aus dem jüngsten, von der Österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) vom Dienstag hervor. Insgesamt war Haushaltsenergie um 9,5 Prozent günstiger als im Jahr davor.

New Yorker Frick Collection will erst Anfang 2021 wieder öffnen

Die New Yorker Frick Collection, die Werke von der Renaissance bis zum 19. Jahrhundert zeigt, will in der Coronavirus-Pandemie erst Anfang 2021 wieder öffnen – und dann gleich vorübergehend in einem neuen Gebäude. Teile der Sammlung sollen dann wie geplant im «Frick Madison» gezeigt werden, teilte das Museum in der Nacht zum Dienstag mit.

Gläubiger lehnen Argentiniens neues Umschuldungsangebot wieder ab

Im seit Monaten andauernden Streit über einen Schuldenschnitt haben mehrere wichtige Gläubiger das Angebot der argentinischen Regierung abgelehnt. Stattdessen unterbreiteten sie eine Gegenofferte.

«Unser gemeinsames Angebot enthält grosse wirtschaftliche und rechtliche Zugeständnisse», hiess es am Montag (Ortszeit) in einer gemeinsamen Erklärung von drei grossen Gläubigergruppen. «Die verbesserte Offerte entlastet Argentinien kurzfristig und sichert Argentinien langfristig den Zugang zum internationale Kapitalmarkt.»

Medienberichten zufolge fordern die Kreditgeber höhere Zinsen auf die Staatsanleihen und Änderungen an einigen Vertragsklauseln. Die drei Gläubigergruppen halten rund ein Drittel der für die Umschuldung vorgesehenen Titel. Zu den Gläubigern gehören unter anderem die Investmentkonzerne Blackrock, Fidelity, Greylock Capital und Ashmore.

Trump nimmt Briefings wieder auf

Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen will US-Präsident Donald Trump nach knapp drei Monaten seine Pressekonferenzen in der Corona-Krise wieder aufnehmen. Nach Angaben der Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, soll es bereits an diesem Dienstag (17.00 Uhr Ortszeit/23.00 Uhr MESZ) so weit sein. «Wir hatten sehr erfolgreiche Briefings», sagte Trump am Montag.

Startet seine Corona-Briefings wieder: US-Präsident Donald Trump. (Bild: Keystone)

Rekordzahlen an Zuschauern hätten seine Auftritte im Fernsehen verfolgt. Mit den Pressekonferenzen, die er bis Ende April fast täglich abhielt, handelte sich Trump aber auch Kritik ein. Wegen schlechter Umfragewerte für sein Krisenmanagement bei weiterhin dramatischen Zuwächsen der Infektionszahlen dürfte Trump nun Tatendrang beweisen wollen – was auch an einem Tweet deutlich wurde. Alle Neuigkeiten zum Coronavirus in den USA lesen Sie hier.

Deutsche geben seit Coronavirus-Krisenbeginn mehr für Mode aus

Die Deutschen geben seit Beginn der Coronavirus-Krise mehr Geld für Kleidung aus. Im Vergleich zum Januar stiegen die Ausgaben für Mode im März um 86 Prozent.

Dies geht aus einer Auswertung des Zahlungsdienstleisters TransferWise hervor, die den deutschen Zeitungen der «Funke Mediengruppe» vom Dienstag vorliegen. TransferWise hat knapp sieben Millionen Kartentransaktionen für 18 europäische Länder sowie die USA, Australien und Singapur untersucht.

Britische öffentlich Beschäftigte bekommen Gehaltserhöhung

Angestellte im öffentlichen Dienst können in Grossbritannien infolge der Coronavirus-Krise mit einer Lohnerhöhung rechnen. Dies sagte der britische Finanzminister Rishi Sunak am Montag.

In Grossbritannien erhalten Pflegekräfte eine Gehaltserhöhung von 4,4 Prozent. (Bild: Keystone)

«Die vergangenen Monate haben gezeigt, was wir immer gewusst haben – dass unsere Beschäftigten im öffentlichen Sektor einen wichtigen Beitrag für unser Land leisten und dass wir uns auf sie verlassen können, wenn wir sie brauchen», erklärte er.

Die Gehälter von mehr als eine Millionen Pflegekräften und Spitalmitarbeitern steigen um 4,4 Prozent, Ärzte und Zahnärzte erhalten 2,8 Prozent mehr, Lehrer 3,1 Prozent und Polizeibeamte 2,5 Prozent, hiess es weiter.

Italiens Premier Conte zu EU-Einigung: «Wir sind zufrieden»

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat die Einigung beim EU-Gipfel in Brüssel und den beschlossenen Wiederaufbauplan nach der Corona-Krise als ehrgeizig und «sehr konsistent» gelobt. «Wir sind zufrieden», sagte er bei einer Videokonferenz am Dienstagmorgen. Der Wiederaufbauplan entspreche den enormen Herausforderungen der Krise. «Es ist ein historischer Moment für Europa, es ist ein historischer Moment für Italien», sagte er in Brüssel. Der Kompromiss war nach mehr als viertägigen Verhandlungen von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen worden.

 

Zeigt sich zufrieden mit dem Corona-Paket der EU: Italiens Regierungschef Giuseppe Conte. (Bild: Keystone)

IBM kommt dank Cloud-Boom besser als erwartet durch Corona-Krise

Der IT-Konzern IBM muss in der Coronavirus-Krise zwar deutliche Abstriche machen. Er schlägt sich aber dank eines florierenden Cloud-Geschäfts bisher deutlich besser, als weithin erwartet worden war.

Im zweiten Quartal ging der Umsatz im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar zurück, wie der Konzern am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Nettogewinn brach aber um 46 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar ein. Trotz der kräftigen Einbussen übertraf das Computer-Urgestein die Prognosen der Wall-Street-Analysten aber klar.

Pandemie lässt Steuereinnahmen von Deutschland im Juni einbrechen

Die Coronavirus-Pandemie hat die Steuereinnahmen von Deutschland und den Bundesländern im Juni einbrechen lassen. Sie sanken – ohne Gemeindesteuern – um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie am Dienstag aus dem Monatsbericht des deutschen Finanzministeriums hervorging.

Im ersten Halbjahr 2020 sei das Steueraufkommen insgesamt um 9,1 Prozent gefallen. Hier hatte die Steuerschätzung 9,8 Prozent vorhergesagt. «Die Einnahmen aus den Gemeinschaftssteuern verringerten sich um 10,6 Prozent und das Aufkommen der Bundessteuern sank um 5,0 Prozent», hiess es weiter.

Pilgerfahrt nach Mekka beginnt am 29. Juli

Die wegen der Coronavirus-Pandemie auf rund tausend Gläubige begrenzte Pilgerfahrt nach Mekka soll am 29. Juli beginnen. Der Mittwoch der kommenden Woche werde der erste Tag der jährlichen Veranstaltung sein, teilten die Behörden in Saudi-Arabien am Montag mit.

Wegen des Coronavirus dürfen erstmals in der modernen Geschichte keine Menschen von ausserhalb Saudi-Arabiens nach Mekka pilgern. (Bild: Keystone)

Der Zeitpunkt des Hadsch wird gemäss dem islamischen Mondkalender durch die Position des Mondes bestimmt. Erstmals in der modernen Geschichte des Landes dürfen ausserhalb des Königreichs lebende Gläubige nicht bei der Pilgerfahrt dabei sein, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Die saudi-arabischen Teilnehmer müssen ausserdem unter 65 Jahre alt sein und dürfen keine chronischen Erkrankungen haben.

Noch vor ihrer Ankunft in der heiligen Stadt sollen die Pilger auf das Coronavirus getestet werden. Nach dem Hadsch sollen sie sich in Quarantäne begeben

UBS verdient wegen Wertberichtigungen weniger als im Vorjahr

Die UBS hat im zweiten Quartal 2020 in einem von der Corona-Pandemie geprägten Umfeld weniger verdient als im Vorjahr. Die Erwartungen des Marktes wurden allerdings klar übertroffen. Für die weitere Zukunft gibt sich die Grossbank wie üblich eher zurückhaltend.

Unter dem Strich blieben der UBS in der Periode von April bis Juni 1,23 Milliarden US-Dollar, was einem Minus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht. Vor Steuern erreichte die UBS einen Gewinn von 1,58 Milliarden Dollar nach 1,76 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie die Bank am Dienstag mitteilte.

 

Bei der UBS bricht der Gewinn in der Corona-Krise um 11 Prozent ein. (Bild: Keystone)

Mehr als 80’000 Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien sind bereits mehr als 80’000 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Montagabend (Ortszeit) hervor. Demnach stieg die Zahl der Corona-Toten auf 80’120. Zuletzt waren täglich rund 1000 Todesfälle gemeldet worden, vergangene Woche durchbrach Brasilien die Marke von zwei Millionen bestätigten Infizierten. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Todesfälle in der Corona-Pandemie verzeichnet.

 

80’120 Brasilianerinnen und Brasilianer sind bisher am Coronavirus gestorben. (Bild: Keystone)

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften aber noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bisher bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so gross wie Deutschland.

Michel und von der Leyen feiern EU-Haushalts-Paket als historisch

EU-Ratschef Charles Michel hat die Einigung auf das Milliardenpaket gegen die Corona-Krise als einen entscheidenden Moment für Europa bezeichnet. «Das ist ein guter Deal, das ist ein starker Deal, und vor allem ist dies der richtige Deal für Europa jetzt», sagte Michel am frühen Dienstagmorgen in Brüssel. Es gehe hier nicht nur um Geld. Die Vereinbarung sei auch ein Zeichen des Vertrauens für Europa und die Welt.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagte, Europa habe immer noch den Mut und die Fantasie, gross zu denken. «Wir sind uns bewusst, dass dies ein historischer Moment in Europa ist.» Es gelinge Europa, nach intensivem Ringen kraftvoll zu antworten.

Merkel zum EU-Gipfel: Haben uns am Schluss zusammengerauft
 

«Das war nicht einfach», sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Corona-Deal am EU-Gipfel. (Bild: Keystone)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erleichtert über die Einigung beim Corona-Krisengipfel der EU gezeigt. Es sei darum gegangen, Entschlossenheit zu zeigen. «Das war nicht einfach», sagte die CDU-Politikerin am Dienstagmorgen zum Abschluss des am Freitag begonnenen Gipfels in Brüssel. Für sie zähle aber, «dass wir uns am Schluss zusammengerauft haben».

Neue Verhältnisse erforderten auch aussergewöhnliche neue Methoden, sagte Merkel. Damit habe der Gipfel auch aussergewöhnlich lange gedauert. «Der Haushalt ist ausgerichtet auf die Zukunft Europas“, sagte die Kanzlerin. Es gehe aber auch darum, dass der Binnenmarkt in einer der schwersten Krisen der Gemeinschaft weiter funktionieren könne. Sie sagte «sehr schwierige Diskussionen» mit dem Europaparlament voraus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erleichtert über die Einigung beim Corona-Krisengipfel der EU gezeigt. Es sei darum gegangen, Entschlossenheit zu zeigen. «Das war nicht einfach», sagte die CDU-Politikerin am Dienstagmorgen zum Abschluss des am Freitag begonnenen Gipfels in Brüssel. Für sie zähle aber, «dass wir uns am Schluss zusammengerauft haben».

Neue Verhältnisse erforderten auch aussergewöhnliche neue Methoden, sagte Merkel. Damit habe der Gipfel auch aussergewöhnlich lange gedauert. «Der Haushalt ist ausgerichtet auf die Zukunft Europas“, sagte die Kanzlerin. Es gehe aber auch darum, dass der Binnenmarkt in einer der schwersten Krisen der Gemeinschaft weiter funktionieren könne. Sie sagte «sehr schwierige Diskussionen» mit dem Europaparlament voraus.

Macron: «Historischer Tag für Europa»

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Einigung beim EU-Gipfel auf das Haushalts- und Finanzpaket als grosse Leistung gewürdigt. Macron schrieb am frühen Dienstagmorgen auf Twitter: «Historischer Tag für Europa!» Der Franzose hatte sich gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel für das milliardenschwere Programm gegen die Corona-Krise eingesetzt. Im Laufe der über vier Tage des EU-Gipfels hatte es heftige Auseinandersetzungen mit den sogenannten sparsamen Staaten gegeben, die gegen Zuschüsse für bedürftige EU-Länder waren. Am Ende hatte es einen Kompromiss gegeben.

EU-Gipfel: Einigung auf historisches Corona-Paket steht

Im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise haben sich die EU-Staaten auf das grösste Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Dienstagmorgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen, wie Ratschef Charles Michel auf Twitter mitteilte.

Zusammen umfasst das Paket 1,8 Billionen Euro – davon 1074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro für ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemie-Krise. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Trump bringt Tragen von Maske mit «Patriotismus» in Zusammenhang

US-Präsident Donald Trump hat in der Corona-Pandemie für das Tragen von Masken in bestimmten Situationen geworben. «Wir sind vereint in unseren Bemühungen, das unsichtbare China-Virus zu besiegen», schrieb Trump am Montag auf Twitter. «Und viele Menschen sagen, dass es patriotisch ist, eine Gesichtsmaske zu tragen, wenn man keine soziale Distanz wahren kann. Niemand ist patriotischer als ich, Euer Lieblings-Präsident!» Dazu twitterte Trump ein Foto, wie er eine Maske mit dem Präsidenten-Siegel trägt.



Bei den allermeisten öffentlichen Auftritten lehnt Trump das Tragen einer Maske für sich selber ab. Ihm wird vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der anhaltenden Pandemie abzugeben. Bei einem Krankenhausbesuch am vorvergangenen Samstag hatte Trump dann eine Mund-Nasen-Schutz getragen.

Kuba: erster Tag ohne neue Corona-Fälle seit März

Kuba hat zum ersten Mal seit Ausbruch des Coronavirus dort an einem Tag keine neue Infektion festgestellt. Zum neunten Tag in Folge habe es am Sonntag zudem keinen neuen Todesfall gegeben, teilte der Chef-Epidemiologe des kubanischen Gesundheitsministeriums, Francisco Durán, am Montag mit. Es könne jedoch noch Infizierte ohne Symptome im Land geben.

Seit dem ersten Fall am 11. März wurden nach offiziellen Angaben 2446 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in dem Inselstaat mit rund elf Millionen Einwohnern festgestellt. Demnach gelten 2319 der Infizierten als genesen, 87 Covid-19-Erkrankte starben.

(Bild: Keystone)

Im sozialistisch regierten Karibikland wurden bereits einige Anti-Corona-Massnahmen gelockert. Seit Anfang Juli dürfen auch wieder ausländische Touristen einreisen – allerdings nur per Charter-Flug. Sie dürfen sich zudem nur in All-inclusive-Resorts auf bestimmten kubanischen Inseln, ohne Kontakt zur Lokalbevölkerung, aufhalten.

Wiederbeginn in der Copa Libertadores im September

Die Copa Libertadores, das südamerikanische Pendant zur europäischen Champions League, wird nach gut sechsmonatiger Coronavirus-Zwangspause am 15. September den Spielbetrieb wieder aufnehmen.

Das gab der südamerikanische Verband Conmebol bekannt. Ursprünglich sollte bereits im Mai wieder gespielt werden, doch nach der grossflächigen Ausbreitung des Virus in Südamerika musste länger pausiert werden. Die Spiele sollen ohne Zuschauer ausgetragen werden.

Protest gegen Corona-Politik im Osten Tschechiens

Rund 2000 Menschen haben in der tschechischen Industriestadt Ostrava (Mährisch-Ostrau) gegen die Corona-Politik der Regierung demonstriert. Sie forderten den Rücktritt von Gesundheitsminister Adam Vojtech und warfen dem 33-Jährigen mangelnde Kommunikation vor.

Die Behörden hatten die Maskenpflicht zum 1. Juli landesweit abgeschafft, aber am vorigen Freitag in der östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien wiedereingeführt. Zudem wurden dort Veranstaltungen ab 100 Teilnehmern untersagt. Begründet wurden die Massnahmen mit steigenden Infektionszahlen in dem Gebiet.

Damit würden die Bedingungen für Unternehmer auf unvorhersehbare Weise geändert, kritisierten die Veranstalter der Demonstration. Das Krisenmanagement der Regierung sei wirr und chaotisch. Die ohnehin strukturschwache Region fühle sich vergessen. Ostrava liegt knapp 300 Kilometer östlich von Prag. Landesweit gab es in Tschechien bis Montagabend 13975 bestätigte Coronavirus-Infektionen, darunter 4803 aktive Fälle. 359 Menschen starben.

WHO besorgt über rasanten Anstieg der Corona-Infektionen in Afrika

Der rapide Anstieg der Corona-Infektionen in Afrika besorgt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Zahlen seien zwar in den meisten Ländern noch niedrig, der Anstieg aber stark, innerhalb einer Woche in Namibia etwa um 69 Prozent, in Botsuana um 66 Prozent und in Sambia um 57 Prozent, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Montag in Genf. «Ich bin sehr besorgt, dass wir eine Beschleunigung der Krankheit in Afrika sehen. Wir müssen das sehr ernst nehmen», sagte Ryan.

(Bild: Keystone)

In Südafrika lag der Anstieg innerhalb einer Woche bei 30 Prozent. Dort waren die Fallzahlen deutlich höher als in anderen afrikanischen Ländern. Dort gab es nach WHO-Angaben mehr als 360.000 nachgewiesene Infektionen und 5000 Todesfälle. «Südafrika könnte leider ein Vorbote sein», sagte Ryan. «Es könnte eine Vorwarnung sein, was im Rest von Afrika passieren könnte.»

Trump will Coronavirus-Briefings wieder aufnehmen

Nach wachsender Kritik an seinem Krisenmanagement will US-Präsident Trump seine Pressekonferenzen zur Coronavirus-Pandemie in den USA wieder aufnehmen. «Wir hatten sehr erfolgreiche Briefings», sagte Trump am Montag im Weissen Haus. Rekordzahlen an Zuschauern hätten seine Auftritte im Fernsehen verfolgt.

Bei den neuen Briefings solle es um Fortschritte bei der Suche nach einem Impfstoff, um Medikamente zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen und um «das China-Virus» gehen. Ausserdem sollten sich führende Vertreter der Pharma-Industrie dort äussern. Das erste Briefing werde voraussichtlich an diesem Dienstag stattfinden.

(Bild: Keystone)

Bis Ende April war Trump über Wochen hinweg fast täglich bei den Pressekonferenzen der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses aufgetreten. Seine Auftritte dauerten teils länger als zwei Stunden. Manche Aussagen dort brachten dem Präsidenten Kritik ein – etwa eine Überlegung im April, ob es im Kampf gegen das Virus helfen könnte, Menschen Desinfektionsmittel zu spritzen.

«Es ist dumm!» – New Yorks Gouverneur droht wegen Partys

Angesichts der Nachlässigkeit einiger New Yorker in der Corona-Krise und illegaler Parties hat der Gouverneur des Bundesstaates mit harschen Konsequenzen gedroht. Falls diese Tendenzen anhielten, «dann müssen wir unseren Öffnungsplan rückgängig machen und die Bars und Restaurants schliessen», sagte Andrew Cuomo am Montag.

Überall in der Millionenmetropole würden Menschen gegen die Abstandsmassnahmen und das Maskengebot verstossen, teilweise würden Hunderte an einem Ort feiern.



«Es ist dumm, was Ihr tut!», sagte Cuomo weiter. Er forderte die Polizei und die lokalen Behörden auf, die Gesetze durchzusetzen. Am Wochenenden hatten Videos von grösseren Menschenmengen die Runde gemacht. Dort hatten Personen zum Beispiel im Stadtteil Queens dicht gedrängt zusammen auf der Strasse gefeiert. «Diese Mengen müssen auseinandergetrieben werden», verlangte Cuomo von den Einsatzkräften.

New York, noch im April ein weltweites Epizentrum der Pandemie, hat die Zahl der Corona-Fälle drastisch gesenkt und gilt in den USA als beispielhaft im Kampf gegen Covid-19. Da aber 40 der insgesamt 50 Bundesstaaten einen teilweise starken Anstieg der Infektionszahlen sehen, fürchtet die Ostküsten-Grossstadt eine zweite Welle. Deshalb hat der Bundesstaat bereits eine Quarantäne für Einreisende aus einer Reihe von anderen Regionen angeordnet. Auch die Öffnung von Museen und den Schankräumen von Restaurants und Bars wurde vorsichtshalber verschoben.

Mehrheit der Bevölkerung hält sich an Maskenpflicht

Eine erste Bilanz zwei Wochen nach Einführung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr zeigt, dass sich ein Grossteil der Reisenden in der Schweiz an die Regel hält. Die Transportunternehmen von Tram, über Bergbahnen bis Schiff sind alle zufrieden mit den Gästen. Einzig das Maskentragen auf dem Aussendeck von Schiffen sorgt für Debatten.

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(Video: Keystone-SDA/Laura Zimmermann)

Keine Weltfussballer-Wahl in diesem Jahr

Der FIFA Ballon d’Or, die prestigeträchtigste Wahl im Weltfussball, wird für das Jahr 2020 nicht ausgetragen. Die durchführende französische Fachzeitung «France Football» nannte als Grund den Spielbetrieb, der durch das Coronavirus weltweit durcheinandergebracht wird.

«Erstmals seit 1956 macht der Ballon d’Or eine Pause», sagte Pascal Ferré, der Chefredaktor der renommierten Fachzeitung. Die Bedingungen für eine Wahl seien nicht mehr gegeben. Man könne ein so beispielloses Jahr nicht wie ein normales Jahr behandeln. Für den für 2019 zum Weltfussballer gewählten Lionel Messi wird es also keinen unmittelbaren Nachfolger geben.

Swiss beschleunigt Rückzahlungen

Die Fluggesellschaft Swiss will ihren Kunden bis in sechs Wochen die Ticketpreise für Flüge bis Ende Juni zurückzahlen. Die Geschwindigkeit für Rückzahlungen soll zudem weiter erhöht werden.

Ziel sei es, «in den nächsten sechs Wochen die Ansprüche der Kunden, die am längsten auf die Rückzahlung warten, für alle Erstattungsanfragen bis Ende Juni weitgehend abzuarbeiten», sagte Unternehmenssprecherin Elena Stern gegenüber AWP. Dafür habe man die Ressourcen erhöht. Neuere Anträge würden innerhalb von zwei bis drei Monaten bearbeitet, wobei die Wartezeiten gemäss Swiss-Sprecherin Elena Stern «sukzessive verkürzt» würden. Bisher habe die Swiss Tickets im Wert eines dreistelligen Millionenbetrages zurückgezahlt.

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Thailand rechnet mit 80 Prozent weniger Touristen

Die Tourismus-Hochburg Thailand wird der heimischen Zentralbank zufolge noch lange unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden. In diesem Jahr dürften nur etwa acht Millionen ausländische Besucher kommen und damit 80 Prozent weniger als 2019, sagte die Notenbank am Montag voraus.

Deren Chef Veerathai Santiprabhob geht davon aus, dass das im Vorjahr erreichte Rekordniveau von rund 40 Millionen Gästen erst in einigen Jahren wieder erreicht werden könne. Der Tourismus trägt mehr als elf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der zweitgrössten Volkswirtschaft Südostasiens bei.

Die thailändische Wirtschaft zeichnet eine Horror-Prognose für den Inland-Tourismus: Wegen der Corona-Krise dürften 80 Prozent weniger Touristen ins Land reisen als letztes Jahr. (Symbolbild: Keystone)
Absatz bei Renault bricht wegen Corona-Krise ein

Wegen der Corona-Krise ist der Absatz des französischen Autokonzerns Renault im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34,9 Prozent eingebrochen. Von Januar bis Ende Juni wurden rund 1,26 Millionen Fahrzeuge verkauft, teilte der Hersteller am Montag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit.

In Europa fiel der Rückgang um 41,8 Prozent auf rund 624’000 Fahrzeuge überdurchschnittlich aus. Im Juni zogen die Verkäufe wieder an. Die wichtigsten Märkte weltweit sind für Renault und seine Tochtergesellschaften Frankreich, Russland und Deutschland.

Der französische Autobauer Renault leidet stark unter der Corona-Krise: Der Absatz ist um über ein Drittel eingebrochen. (Symbolbild: Keystone)
43 neue Ansteckungen in der Schweiz

Das Bundesamt für Gesundheit meldet am Montag 43 neue Infektionen mit dem Coronavirus in den letzten 24 Stunden. Damit sind die Fallzahlen gegenüber den letzten Tagen wieder etwas abgeflacht. Zwei Personen sind neu hospitalisiert worden. Todesfälle hat es gegenüber dem Vortag keine gegeben.

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Komitee sammelt Unterschriften gegen Swiss-Covid-App

Über die gesetzlichen Grundlagen für die Corona-Warn-App soll das Stimmvolk befinden. Eine Gruppierung, vorwiegend aus der Westschweiz, hat gegen die Änderungen im Epidemiengesetz das Referendum lanciert. Das Gesetz ist allerdings bereits in Kraft und gilt vorderhand bis Ende Juni 2022.

Das Referendumskomitee hat bis zum 8. Oktober Zeit, um die 50’000 nötigen Unterschriften zu sammeln. National- und Ständerat hiessen am 19. Juni die Gesetzesgrundlagen für die App gut, mit dringlichen Änderungen im Epidemiengesetz.

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Verschärfte Maskenpflicht in Frankreich tritt in Kraft

In Frankreich gilt im Kampf gegen das Coronavirus seit Montag eine verschärfte Maskenpflicht. In öffentlichen geschlossenen Räumen muss dort nun verbindlich eine Schutzmaske getragen werden.

Die neuen Regeln gelten unter anderem für Geschäfte, Banken, Markthallen, aber auch in Kinos, Museen und Sehenswürdigkeiten, wie Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran im Nachrichtensender Franceinfo erklärte. Auch in Fitnessstudios und Orten der Religionsausübung muss eine Maske getragen werden. Damit solle der Schutz der Menschen vor dem Coronavirus gestärkt werden, erklärte Véran.

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EU-Gipfeldebatte von «Kleinkrämergeist» bestimmt

Die Debatte über das milliardenschwere Corona-Hilfsprogramm beim EU-Sondergipfel in Brüssel wird nach Ansicht des luxemburgischen Aussenministers Jean Asselborn von «Kleinkrämergeist» bestimmt. Wenn diese Haltung 1989 dominiert hätte, wäre die deutsche Wiedervereinigung nicht möglich gewesen, sagte Asselborn am Montag im Deutschlandfunk. Empört äusserte sich der luxemburgische Aussenminister über die «Frugalisten», wie Asselborn die Länder Österreich, Niederlande, Dänemark, Schweden und Finnland nannte, die die Zuschüsse im Paket möglichst gering halten wollen. Diese seien überhaupt nicht sparsam, wenn es um eigene Belange gehe.

Pakistan impft erstmals seit Corona-Krise wieder gegen Polio

Nach Monaten der Unterbrechung durch die Corona-Pandemie hat in Pakistan erstmals wieder eine Impfkampagne gegen Kinderlähmung begonnen. Innerhalb von drei Tagen sollen rund 800’000 Kinder unter fünf Jahren in Teilen Pakistans gegen Polio geimpft werden.

Etwa 32’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen dafür in fünf ausgewählten Bezirken, wie ein Vertreter der Initiative am Montag mitteilte. Impfkampagnen gegen Polio wurden in dem südasiatischen Land im April wegen der Pandemie ausgesetzt.

Proteste gegen Pflegenotstand in Israel

Mitten in der Corona-Krise sind die Krankenschwestern und -pfleger in Israel am Montag in den Streik getreten. Sie wollen damit gegen den Pflegenotstand protestieren, der durch die Pandemie noch verschärft wurde.

Ein nächtlicher Verhandlungsmarathon mit dem Finanzministerium über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen war zuvor gescheitert. Die «Times of Israel» schrieb, die Notfallversorgung sowie die Versorgung von Corona-Patienten sollten trotz des Streiks gewährleistet bleiben.

In israelischen Krankenhäusern herrscht nach Medienberichten ein starker Personalmangel. Ausserdem seien gegenwärtig rund Tausend Krankenschwestern und -pfleger in Corona-Quarantäne, berichtete das israelische Fernsehen am Montag. Tage in Quarantäne würden als Krankentage angerechnet. Auch dagegen protestierte das Pflegepersonal. In Israel streiken bereits seit mehreren Wochen auch die Sozialarbeiter.

Maas begrüsst Verlängerung des EU-Gipfels

Bundesaussenminister Heiko Maas hat die erneute Verlängerung des EU-Gipfels in Brüssel begrüsst und Einigungsbereitschaft auf allen Seiten angemahnt. «Dass in Brüssel heute weiterverhandelt wird, ist wichtig. Es zeigt, dass alle eine Lösung wollen, statt das Problem auf die lange Bank zu schieben», sagte der SPD-Politiker vor seiner Abreise nach Estland, wo er die Aussenminister der drei baltischen Staaten treffen will.

Die erneute Verlängerung der Verhandlungen über das milliardenschwere Paket zur Bewältigung der Corona-Krise zeige aber auch, dass eine gewaltige Kraftanstrengungen nötig sei, um Europa gemeinsam wieder stark zu machen. «Die Corona-Pandemie hat uns alle erschüttert. Umso wichtiger ist jetzt eine Antwort, die schnell wirkt und niemanden in der Europäischen Union zurücklässt. Die Solidarität aller Staaten untereinander wird sich für alle auszahlen», betonte Maas. Europas Wort habe weltweit am meisten Gewicht, wenn alle geeint aufträten.

Ortega beim Jahrestag der Revolution mit Corona-Maske

Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega hat sich zum Jahrestag der Revolution von 1979 in Nicaragua wie erwartet erstmals seit mehreren Wochen wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Ortega wurde bei einem feierlichen Akt auf dem sogenannten Platz der Revolution in der Hauptstadt Managua ebenso wie Präsidentengattin und Vizepräsidentin Rosario Murillo erstmals mit Schutzmaske gegen das Coronavirus gesehen, wie die regierungskritische Zeitung «La Prensa» am Sonntagabend (Ortszeit) berichtete.

Mehr als 20 Impfstoffkandidaten in Arbeit

Eine breit angelegte Corona-Impfung könnte nach Meinung der Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation WHO Mitte 2021 erfolgen. «Im Moment sind mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien», sagte Soumya Swaminathan in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. «Deshalb sind wir zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden.» Anfang 2021 könnten erste Ergebnisse vorliegen. Nach der Massenproduktion der Impfstoffe könnte es daraufhin Mitte 2021 einen Impfstoff geben, der auf breiter Basis eingesetzt wird.

EU-Sondergipfel wird erneut verlängert

Der EU-Sondergipfel zum Corona-Hilfspaket geht abermals in die Verlängerung. Die Gespräche wurden am frühen Montagmorgen unterbrochen und sollen am Nachmittag um 14.00 Uhr aufgenommen werden. Dies teilte der Sprecher von EU-Ratspräsident Charles Michel auf Twitter mit. Damit läuft das Treffen der 27 Staats- und Regierungschefs bereits zwei Tage länger als geplant.

EU-Ratschef Michel blitzt bei den «Sparsamen» mit Vorschlag ab

EU-Ratspräsident Charles Michel hat nach Angaben von Diplomaten am Sonntag einen weiteren Kompromissvorschlag ausgelotet, ist aber auf Widerstand der sogenannten sparsamen EU-Staaten gestossen.

Demnach sollte die Summe der Zuschüsse aus dem Corona-Krisenprogramm von ursprünglich 500 Milliarden auf 400 Milliarden Euro reduziert werden, wie es am Sonntagabend hiess. Die Ländergruppe Österreich, Schweden, Dänemark, die Niederlande und Finnland hätten den Vorschlag jedoch abgelehnt.

Sie wollen nach Angaben von Diplomaten nicht mehr als 350 Milliarden Euro an Zuschüssen und bezeichnen dies als letztes Angebot. Darüber hinaus verlangten sie Rabatte auf ihre Beitragszahlungen an den EU-Haushalt, wie es weiter hiess. Charles Michels Vorschlag umfasste den Angaben zufolge auch Lösungsansätze zum Streit über die Kontrolle der Auszahlung von Geldern, ein Angebot für Rabatte und Kompensation für Bauern in Österreich, einen Schlüssel für die Verteilung der Krisenhilfen und für die Koppelung von EU-Geldern an die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit.

Wie ein Ausweg aus der Sackgasse aussehen könnte, blieb zunächst offen. Die Staats- und Regierungschefs berieten am Sonntagabend in grosser Runde beim Abendessen darüber. (sda)

Corona ist bei jungen Menschen oft nur wie ein «Schnupfen»

US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung der rasch zunehmenden Coronavirus-Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten erneut heruntergespielt.

Bei der Zunahme in Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes handle es sich nur um «Flammen» oder gar nur «Glutherde», die rasch gelöscht würden, sagte Trump in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox News. Bei vielen der Neuinfektionen handle es sich um «junge Leute, die einen Schnupfen haben», sagte Trump. Er behauptete weiter, dass «99,7 Prozent» aller Corona-Patienten «sehr schnell» wieder gesund würden.

(Bild: Keystone)

Gesundheitsexperten warnen jedoch, dass es auch bei jüngeren Menschen nach einer Corona-Ansteckung ernsthafte Krankheitsverläufe und sogar Todesfälle geben könne. In den USA melden die Behörden seit knapp zwei Wochen 60’000 bis 77’000 Neuinfektionen pro Tag – mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Florida, Georgia, Texas, Arizona und Kalifornien. Seit Februar gab es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge in den USA bereits 3,7 Millionen bestätigte Infektionen und 140’000 Todesfälle. (sda)

Johnson schliesst zweiten Lockdown so gut wie aus

Der britische Premierminister Boris Johnson hat einen zweiten landesweiten Lockdown in Grossbritannien so gut wie ausgeschlossen. Es handle sich dabei um ein Mittel wie die atomare Abschreckung. «Ich will sicherlich nicht davon Gebrauch machen», sagte der konservative Regierungschef dem «Sunday Telegraph». Er glaube auch nicht, dass Grossbritannien wieder darauf angewiesen sein werde, so Johnson.

Mit mehr als 45’000 Toten gilt das Vereinigte Königreich als das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Wissenschaftler hatten kürzlich gewarnt, eine zweite Infektionswelle im Winter könne sogar bis zu 120’000 Menschenleben fordern.

Mehr als 600'000 Corona-Tote weltweit

Es ist kein Ende in Sicht: In vielen Ländern breitet sich die Corona-Pandemie weiter rasant aus. Die Zahl der weltweit bestätigten Todesopfer hat am Sonntag US-Forschern zufolge erstmals 600’000 überstiegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet seit Tagen jeweils mehr als 200’000 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Besonders betroffen von der Pandemie waren zuletzt unter anderem die USA, Brasilien, Mexiko, Indien und Südafrika. In Grossbritannien schieben sich Regierung, Wissenschaftler und Gesundheitsbehörden inzwischen den schwarzen Peter für die erschreckend hohe Zahl an Todesfällen zu.

Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore zufolge gibt es nun bereits mehr als 14,3 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Erst vor drei Wochen war die Schwelle von einer halben Million Toten und 10 Millionen bestätigten Infektionen überschritten worden. Etwa ein Viertel der weltweit bestätigten Infektionen und Todesfälle entfallen auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. An zweiter Stelle steht Brasilien mit 2,1 Millionen bekannten Infektionen und rund 79’k000 Todesfällen.

Netanjahu in Corona-Krise unter Druck – Attacke gegen Amtsvorgänger

Der wegen seiner Corona-Politik in die Kritik geratene israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat seinen Amtsvorgänger Ehud Barak bei Twitter scharf attackiert.

Netanjahu machte Barak für eine Demonstration verantwortlich, auf der eine Palästinenserflagge zu sehen gewesen sei. «Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Eine Flagge der Palästinenserbehörde auf einer Demonstration der Linken, die Ehud Barak organisiert, der Partner des verurteilten Pädophilen Jeffrey Epstein, gestern vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten in Jerusalem. Scham und Schande», schrieb Netanjahu am Sonntag zu einem Foto von den Protesten.

Wird in der Corona-Krise scharf kritisiert und kritisiert seinerseits seinen Vorgänger: Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. (Bild: Keystone)

Kurz warnt vor «faulem» Gipfelkompromiss beim Rechtsstaatsmechanismus

Im Milliarden-Streit beim verlängerten EU-Gipfel hat Österreichs Kanzler Sebastian Kurz vor einem «faulen Kompromiss» beim geplanten Rechtsstaatsmechanismus gewarnt. «Ich erlebe da bei vielen eine gewisse Beweglichkeit», sagte der konservative Politiker am Sonntag in Brüssel. Die sogenannten «sparsamen» Länder hätten sich darauf verständigt, «dass wir hier an einer sehr klaren Position festhalten werden und eine gewisse Grenze auch nicht bereit sind zu unterschreiten».

EU-Finanzstreit: Orbán mauert beim Thema Rechtsstaatlichkeit
Sperrt sich gegen das Thema Rechtsstaatlichkeit am EU-Gipfel: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán. (Bild: Keystone)

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán sieht im Streit über das milliardenschwere Corona-Finanzpaket beim EU-Sondergipfel Chancen für eine Einigung. Orbán verteidigte am Sonntag in Brüssel aber zugleich seine Ablehnung des geplanten Rechtsstaatsmechanismus, der die Vergabe von EU-Geldern an rechtsstaatliche Standards knüpfen soll. Zusammen mit seinem polnischen Kollegen Mateusz Morawiecki ist Viktor Orbán in diesem Punkt in Total-Opposition.

Orbán argumentierte, der neue Mechanismus wäre eine Veränderung der EU-Verträge. Das müsste erst neu verhandelt werden. Im Übrigen sei er ein Verfechter der Rechtsstaatlichkeit, versicherte Orbán. Staaten, die dieses Prinzip nicht akzeptierten, sollten die EU sofort verlassen.

Silberpreis steigt

Edelmetalle sind aufgrund der Unsicherheiten rund um die Corona-Krise derzeit gefragt. Nicht nur der traditionelle sichere Hafen Gold, auch der «kleine Bruder» Silber hat beim Preis in den letzten Monaten zugelegt. Und der Höhenflug dürfte noch nicht zu Ende sein.

Zu Beginn des Jahres notierte Silber an der Börse in Chicago noch bei rund 18 US-Dollar pro Feinunze. «Dann kam es im Zuge der Corona-Krise und der aufkommenden Unsicherheit zu panikartigen Verkäufen an allen Börsen, was die grossen Investmenthäuser zwang, ihre Positionen in Edelmetallen zu liquidieren», erklärte Christian Brenner vom Edelmetallhaus Philoro Schweiz im Gespräch mit AWP. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Leiter der Armeeapotheke per E-Mail abgesetzt

Der Leiter der Armeeapotheke, Heinz Moll, ist von Armeechef Thomas Süssli abgesetzt worden. Er ist nun Chefapotheker bei der Armee. Die Absetzung hat laut Armee gesundheitliche Gründe und ist Folge einer internen Umstrukturierung. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Peking senkt Corona-Alarm – neue Fälle in Xinjiang

Der Corona-Alarm in der chinesischen Hauptstadt wird herabgestuft. Vorangegangen seien 14 Tage ohne Neuansteckungen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Behörden hätten verkündet, dass der neue Ausbruch in Peking von Mitte Juni erfolgreich eingedämmt worden sei. Die Änderung der Warnstufe sollte am Montag in Kraft treten. Der Corona-Ausbruch im Juni war von einem Grossmarkt der Hauptstadt ausgegangen.

Der Corona-Alarm in Peking wird wieder herabgestuft. (Bild: Keystone)

Dagegen erklärten die Behörden in der fernwestlichen Region Xinjiang eine «Kriegslage», um einen dortigen Corona-Ausbruch einzudämmen. Es habe dort 17 bestätigte Fälle gegeben, 23 Infektionen ohne Symptome, und 269 Menschen hätten am Sonntagmorgen noch unter Beobachtung gestanden. In Xinjiangs Hauptstadt Urumtschi wurde am Donnerstag ein Lockdown verhängt. Flüge, U-Bahn- und Eisenbahnverkehr wurden eingestellt.

 Weitere Verzögerungen bei EU-Sondergipfel in Brüssel
Die Verhandlungen über das EU-Konjunkturprogramm zur Bewältigung der Corona-Krise gestalten sich weiter schwierig. Beim EU-Sondergipfel im Brüssel wurde am Sonntag eine eigentlich für 12 Uhr angesetzte Sitzung aller 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Vorgespräche dauerten an, hiess es von Diplomaten. Es würden zunächst in kleiner Runde mögliche Kompromisslinien getestet.

Streitpunkt bei dem Gipfel ist unter anderem die Höhe der nicht zurückzahlbaren Zuschüsse. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollen nach Angaben von Diplomaten nicht akzeptieren, dass die Summe der dafür zur Verfügung stehenden Mittel bei unter 400 Milliarden Euro liegt.

Euler Hermes erwartet Pleitewelle

Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet infolge der Corona-Krise spätestens vom Herbst an mit einer Welle von Firmenpleiten rund um den Globus. Für Deutschland sagen die Experten beispielsweise einen Anstieg der Insolvenzen in den Jahren 2020 und 2021 um insgesamt 12 Prozent im Vergleich zu 2019 voraus.

Dies wären dann rund 21’000 Fälle, wie aus Daten von Euler Hermes hervorgeht, die der Nachrichtenagentur DPA vorliegen. Der Löwenanteil dürfte mit 8 Prozent auf 2021 entfallen. Für dieses Jahr wird ein Zuwachs um 4 Prozent erwartet.

99 Neuinfektionen in der Schweiz

Das BAG meldet am Sonntag 99 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz. Damit gibt es insgesamt 33’591 Fälle in der Schweiz. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Borissow unterstützt Ruf nach Rechtsstaatsmechanismus auf EU-Gipfel

Auf dem EU-Sondergipfel zum milliardenschweren Corona-Hilfspaket hat sich der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow für die Einführung eines Rechtsstaatsmechanismus ausgesprochen. Er habe in den Beratungen diejenigen unterstützt, die EU-Geldzuweisungen an die Einhaltung von Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit knüpfen wollten, sagte Borissow am Sonntag in Brüssel vor der Fortsetzung der Gipfelberatungen in grosser Runde. Allerdings müsse auch die Besorgnis von Ländern berücksichtigt werden, die gegen eine solche Verknüpfung seien. Er hoffe, dass in der Streitfrage ein Kompromiss gefunden werde.

Quarantäne nach Ferien: Oberster Kantonsarzt fordert mehr Massnahmen

Der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri hat Stichproben bei Passagieren in allen Flugzeugen und Bussen gefordert, die aus einem Corona-Risikoland in die Schweiz kommen. Zudem verlangte er in einem Interview vom Bund eine Aufklärungskampagne für betroffene Reisende.

Wer aus einem Risikoland in die Schweiz einreist, muss sich bei den kantonalen Behörden melden und in Quarantäne begeben. Gemäss Recherchen der «NZZ am Sonntag» hält sich jedoch weniger als die Hälfte der Betroffenen daran.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte am Freitag angekündigt, die Einhaltung der Quarantänepflicht stichprobeartig zu kontrollieren. Pro Woche werden die Passagierlisten von 20 bis 30 in der Schweiz ankommenden Flugzeugen überprüft. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Macron hält Lösung bei Streit um Corona-Hilfspaket für möglich

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron glaubt an eine Lösung im Streit um das milliardenschwere Corona-Hilfspaket auf dem EU-Sondergipfel. In den kommenden Stunden müssten bei Streitthemen wie Rechtsstaatlichkeit die richtigen Kompromisse gefunden werden, sagte Macron am Sonntagvormittag. «Ich denke, das ist noch möglich, aber es ist gefährdet», erklärte er weiter.

«Ich sage es ganz klar, das wird nicht auf Kosten der europäischen Ambition gehen», mahnte Macron vor dem dritten Verhandlungstag. An den beiden Gipfeltagen hatte Frankreich ihm zufolge Kompromissbereitschaft gezeigt und sehr eng mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Kontakt gestanden.

Hält eine Lösung am EU-Gipfel für möglich: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. (Bild: Keystone)
Was bisher geschah

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