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Der Telebasel News Beitrag vom 18. Juli 2020.
Baselland

Der Weg des süssen Goldes

Ein neuer Erlebnispfad bringt Jung und Alt das Lebensmittel Honig näher: Zu finden ist dieser in Rünenberg.

Eigentlich hat das Coronavirus dem neuen Honigweg in Rünenberg einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Das für den Frühling geplante Eröffnungsfest musste abgesagt werden. Zudem hatten die Lieferanten Schwierigkeiten und es konnten nicht alle interaktiven Elemente für die verschiedenen Stationen geliefert werden. Wahrscheinlich wird der neue Erlebnispfad erst anfangs August ganz fertig sein.

Trotz Corona ein Erfolg

Trotzdem gibt es für den Verein Honigweg Rünenberg keinen Grund zum Jammern. Denn seit der fast fertige Weg im April still eröffnet wurde, wird die neue Attraktion geradezu von Besuchern überrannt. Erst in den letzten Tagen wurde es etwas ruhiger. Der überraschende Erfolg liegt wohl wiederum auch an Corona: Die starken Bewegungseinschränkungen führten dazu, dass es die Menschen danach umso mehr ins Freie zog.

Auch für Kinderwagen und Rollstühle geeignet

Der Honigweg in Rünenberg liegt ideal eingebettet in die eindrückliche Jura-Landschaft des Oberbaselbiets. Er führt auf der ganzen Strecke über geteerte Strassen oder sehr gut gepflegte Waldwege und ist somit auch für Familien mit Kinderwagen ideal. Sogar Leute im Rollstuhl dürften keine grösseren Probleme haben.

Sieben Imkerinnen und Imker aus dem Oberbaselbiet haben zwei Jahre lang Ideen gewälzt und schliesslich einen modernen und informativen Erlebnispfad geschaffen. Ihre Motivation war es, den Honig und seine Geschichte den Leuten wieder bewusster zu machen. An zwölf Stationen wird aufgezeigt, was es alles braucht, bis der Honig im Glas landet, angefangen vom Leben der Bienen, über die Honigernte bis hin zur Qualitätskontrolle.

Interaktivität wird gross geschrieben

Zum Konzept gehört, dass nicht nur einfach informative Texttafeln montiert wurden. Die Besucher sollen sich auch aktiv betätigen können. Besonders Kindern dürfte das Karussell gefallen, das ihnen spielerisch zeigt, was mit dem Honig in einer Zentrifuge passiert. Grosse Waben laden die Kleinen dazu ein, hineinzuklettern und sich wie eine junge Bienen zu fühlen, ideal für ein Selfie.

Geschichtslektion in luftiger Höhe

Besonders eindrücklich ist die Nachbildung eines sogenannten Zeidlerbaums. Während Jahrhunderten war der Honig von Menschen heiss begehrt. Weil heutige Süssigkeiten und der Zucker noch unbekannt waren, galt der Honig als die süsseste Versuchung. Die Imker wurden früher Zeidler genannt. Sie kannten das Geheimnis, dass sich Bienenvölker in Baumhöhlen am wohlsten fühlen. Geschickt legten sie solche Höhlen in fünf bis sieben Metern Höhe selbst an. Seile halfen ihnen beim Klettern.

Ihre süsse Ware lockte auch Diebe an. Deshalb mussten sie ihre Sammelplätze gut mit Ästen und Blättern tarnen. Und weil sie auch immer wieder überfallen wurden, durften sie im Mittelalter als eine von wenigen Berufsgattungen schwer bewaffnet sein.

Auf dem Honigweg wurde eine solche Baumhöhle originalgetreu nachgebildet. Damit die Besucher nicht kompliziert auf eine Baum klettern müssen, wurde von den Machern eine stabile Holzkonstruktion errichtet.

Die grosse Einweihungsfeier soll im nächsten Jahr nachgeholt werden.

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