In vielen Clubs in Basel ist die Party seit Corona-Ausbruch vorbei. (Symbolbild: Key)
Basel

Maskenpflicht in Clubs und Bars – Betriebe befürchten schwere Folgen

Die Nachtkultur stellt Forderungen: Nur durch bessere Zusammenarbeit zwischen Regierung und Gastronomiebetrieben seien weitere Schliessungen zu verhindern.

In einem offenen Brief an die Regierung kritisierte die Basler Nachtkultur am Mittwoch die neusten Verordnungen bezüglich der Corona-Schutzmassnahmen in Clubs und Bars. Angezweifelt werden Umsetzbarkeit und Effektivität der aktuellen Verfügung vom 9. Juli, die in Clubs ab 100 Personen die Maskenpflicht einführte.

«Dass wir nach der Einführung auf das mittlerweile gut funktionierende Konzept des Contact Tracings zugunsten einer eher schwer durchsetzbaren Maskenpflicht ganz verzichten sollen, halten wir für fragwürdig», stellen die Nachtkulturbetreiber in ihrem Schreiben fest.

Lieber draussen als mit Maske im Club?

Weiter befürchtet die Basler Club- und Gastroszene, dass Partygäste womöglich eher auf unkontrollierte Orte, wie das Rheinbord, das Hafenareal oder Parks ausweichen könnten, während die «Safe Spaces» professionell geführter Betriebe mit wirtschaftlichen Folgen kämpfen oder im schlimmsten Fall sogar schliessen müssen.

Der Telebasel News Beitrag vom 16. Juli 2020.

«Die Nachtkultur kämpft ums Überleben» – dies sei keine Übertreibung, sagt Sebastian Kölliker. Viele Basler Gastro- und Kulturbetriebe fürchten um ihr Einkommen. Bestimmte Betriebe seien sogar kurz davor, aufgrund der momentanen Lage nicht mehr weiterarbeiten zu können. In Einzelfällen habe die Schliessung der Betriebe sogar schon stattgefunden. Um zu verhindern, dass die Nachtkultur in wenigen Monaten aussterbe, müsse die Regierung nun entsprechend reagieren und auf die Forderungen der Veranstalter von Nachtkultur eingehen.

Deshalb fordern die Kulturbetreiber die Regierung dazu auf, auch Hilfsmassnahmen gemeinsam zu entwickeln. Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten der Betreiber im Kulturbereich, fordert man sowohl finanzielle Unterstützung auch Liberalisierungen von Gesetzen und Forderungen.

Forderungen an die Regierung

Sebastian Kölliker, Grossrat von «Kulturstadt Jetzt», betont die Forderung einer engeren Zusammenarbeit zwischen dem Regierungsrat und den Betreibern der Basler Bar- und Clubszene. Statt einseitigen Forderungen sollen von nun an gemeinsame Lösungen entwickelt werden. Auf diesem Weg könne ein Austausch stattfinden – und neue Regelungen mit beidseitigem Einverständnis aufgestellt werden.

Sebastian Kölliker im Interview. (Video: Telebasel)

«Es ist beeindruckend, wie schnell die Clubs und Bars bisher auf die Forderungen reagierten», meint Sebastian Kölliker. Trotzdem sei Planungssicherheit für die Kulturbetriebe wichtig, damit nicht jede Woche neue Regelungen in Kraft treten, auf welche die Betreiber dann zeitnah reagieren müssen. Im Brief wird die Regierung darauf hingewiesen, dass Veranstaltungsorte «keine Maschinen» seien, die man nach Belieben ein- und ausschalten könne. Betriebe benötigen deshalb eine bestimmte Vorlaufszeit, um die vom Bund geforderten Massnahmen auch korrekt umsetzen zu können.

1 Kommentar

  1. Was ist wichtiger… Das Wohlergehen und die Desundheit tausender Menschen… oder das Egoismus einer Minderheit, welcher alles egal scheint?Report

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