Die Intensivstationen waren während der Pandemie besonders gefordert. (Archivbild: Keystone)
Schweiz

Intensivstationen schrammten haarscharf an Überbelegung vorbei

Die Schweiz hatte zu jedem Zeitpunkt der bisherigen Pandemie genug Betten auf Intensivstationen frei. Teilweise wurde es aber kritisch.

Während der Covid-19-Pandemie sind die Intensivbetten in den Spitälern der Schweiz maximal zu 98 Prozent belegt gewesen. Das war am 10. April der Fall. Anteilsmässig am meisten Coronavirus-Infizierte belegten mit 56 Prozent am 5. April ein Bett auf einer Intensivstation.

Das ermittelte die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) in den 82 von ihr anerkannten und zertifizierten Intensivstationen, wie sie mitteilte. Die ausgewerteten Daten stammen von Erwachsenen aus der Zeit vom 30. März bis Donnerstag.

Die 56-prozentige Belegung der Betten allein durch Covid-19-Kranke war der bisherige Höchststand. Das spiegelt sich auch in den Fallzahlen des Bundesamts für Gesundheit, die Ende März Höhepunkte erreichten mit dem Rekord von 1464 neu gemeldeten Infektionen am 23. März. Insgesamt waren damit am 5. April aber lediglich 88 Prozent der Intensivbetten belegt.

Volle Betten, aber die Kapazitäten reichten

Obwohl die Belegung durch kritisch kranke Covid-19-Patientinnen und -Patienten seither kontinuierlich abnahm, erlebte die Belegung der Schweizerischen Intensivstationen am 10. April 2020 mit 98 Prozent ihren Höhepunkt. 98 Prozent der Bette waren zu diesem Zeitpunkt belegt, knapp die Hälfte davon von Covid-19-Patientinnen und Patienten. Am heutigen Donnerstag waren noch 3 Prozent der Kapazitäten von Covid-19-Fällen belegt.

Im Jahresdurchschnitt sind die Intensivstationen zu etwa 75 Prozent belegt. Trotz der zeitweise stark erhöhten Belegung der Betten steht für die SGI fest, dass die Kapazitäten landesweit zu jedem Zeitpunkt für die Behandlung aller kritisch Kranken ausreichten.

Erhöhung der Kapazitäten rettete Leben

Allerdings gab es erhebliche regionale Unterschiede. Die Intensivstationen im Tessin und in der Genferseeregion waren am stärksten ausgelastet.

Die SGI schliesst daraus, dass die teilweise beträchtliche Erhöhung der Kapazitäten eine Überlastung der Intensivstationen verhinderte. Auch der Bundesratsentscheid, ab dem 17. März nicht dringliche Eingriffe und Therapien zu verbieten, trug massgeblich zu dieser Lage bei.

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