Yves Rausch wurde nach mehrtägiger Grossfahndung am Freitag gefasst. (Bild: Keystone/EPA/POLICE OFFENBURG)
International

Yves Rausch (31) sitzt in Untersuchungshaft

Yves Rausch (31) entwaffnete im Schwarzwald vier Polizisten, flüchtete und versetzte bis zur Festnahme die Öffentlichkeit in Angst. Die Ereignisse im Ticker.
Ermittlungen dauern an

Die Ermittlungen sind aber noch lange nicht beendet. Offen ist etwa, was sich bei der Festnahme abgespielt hat: Neben dem 31-Jährigen wurde dabei ein Polizist leicht verletzt. Zunächst war laut Einsatzleiter Jürgen Rieger unklar, ob sich der Mann aktiven Widerstand leistete. Zudem wird weiter das private Umfeld des Mannes in den Blick genommen. Der Mann soll auch von einem Psychiater begutachtet werden – und es wird geprüft, ob er Substanzen, Medikamente oder Rauschmittel, genommen hatte.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könnte in acht bis zwölf Wochen Anklage gegen den 31-Jährigen erhoben werden. Mit dem Beginn eines Prozesses könne bis Ende des Jahres gerechnet werden. Im Fall einer Verurteilung droht dem Beschuldigten eine Haftstrafe zwischen 3 und 15 Jahren. (sda)

Details über den Flüchtigen wurden bekannt

Während der tagelangen Flucht wurden mehr und mehr Details über den 31-Jährigen bekannt. 2010 war der Mann ohne festen Wohnsitz zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden, weil er eine Frau mit einer Sportarmbrust angeschossen und schwer verletzt hatte.

Zudem war er nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Jugendlicher unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Er habe mit 15 Jahren das Schild eines Jugendwerks durch Entfernen und Hinzufügen von Buchstaben so verändert, dass die Aufschrift die Worte «Juden weg» enthielt. Die Jugendstrafe von acht Monaten mit Bewährung wurde nach einer Phase ohne Vorkommnisse erlassen. Danach habe es keine weiteren Ermittlungsverfahren wegen politisch motivierter Straftaten mehr gegeben. (sda)

Rausch sitzt in Untersuchungshaft

Der tagelang gesuchte 31-Jährige aus Oppenau sitzt in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde in Vollzug gesetzt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag mitteilten. Dem Mann wird besonders schwere räuberische Erpressung vorgeworfen, in Tateinheit mit vorsätzlichem unerlaubtem Besitz einer Schusswaffe. Bei einer Kontrolle in einer illegal von ihm genutzten Gartenhütte hatte er am Sonntag vier Polizisten bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen. Danach war er im Wald verschwunden.

Nach einem Hinweis von Zeugen war der Mann am Freitag festgenommen worden. Er sass laut Staatsanwaltschaft in einem Gebüsch. Vor ihm lagen demnach sichtbar vier Pistolen, auf seinem Schoss ein Beil. Zudem habe er einen Brief bei sich gehabt. Neben den Dienstwaffen der Polizei wurde auch noch eine weitere Pistole gefunden. Nach Angaben des Verdächtigen soll es sich um eine Schreckschusswaffe handeln. (sda)

Ende der Medienkonferenz

Die Medienkonferenz von Polizei, Staatsanwaltschaft und der Stadt Oppenau ist zu Ende. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit.

Eine Zusammenfassung der Medienkonferenz finden Sie hier.

Yves Rausch droht lange Haftstrafe

Die Staatsanwaltschaft geht bezüglich der Geschehnisse vom letzten Sonntag von besonders schwerer räuberischer Erpressung durch Yves Rausch aus. Das Strafmass liegt bei einem solchen Vergehen bei fünf bis 15 Jahren Gefängnis. Der 31-Jährige soll am Samstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser solle ihm den Haftbefehl eröffnen, so Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer.

Festnahme um 17:17 Uhr

Auf die Frage eines Journalisten erklärt Jürgen Rieger von der Polizei, dass bei Yves Rausch die vier Polizeiwaffen und eine zusätzliche Pistole gefunden wurde. Um 17:17 Uhr sei der Täter gefasst worden.

Polizeipräsident Renter: «Grosser Druck abgefallen»

Polizeipräsident Reinhard Renter zieht insgesamt eine positive Bilanz der Fahndung. Die Techniken der Ermittlungen und die Strategie seien in allen Bereichen die richtigen gewesen. Nun falle «ein grosser Druck ab», so Renter.

Bürgermeister von Oppenau: «Grosse Erleichterung»

Der Bürgermeister von Oppenau, Uwe Gaiser, spricht nun vor den Medien und drückt seine «grosse Erleichterung» aus. Nun könne ein Schlussstrich gezogen werden. Er dankt den Einsatzkräften für ihre Arbeit und ist froh, nun wieder Gäste in Oppenau begrüssen zu dürfen.

Haftbefehl, Blutprobe und psychiatrische Begutachtung

Herwig Schäfer von der Staatsanwaltschaft tritt an die Mikrofone. Er erklärt, dass es einen Haftbefehl gebe, der am Samstag eröffnet werde. Nun würde der Verlauf der Festnahme genau ermittelt. Es müssen Spuren gesichert und Zeugen befragt werden, wie der Staatsanwalt erklärt. Bei den Ermittlungen soll auch geklärt werden, wie es zur Verletzung des Polizisten durch das Beil gekommen war.

Mittels einer Blutprobe wird nun untersucht, ob Yves Rausch unter Rauschmitteln oder anderen Substanzen stand. Es wird auch eine psychiatrische Begutachtung durchgeführt.

Die Ermittlungen als Ganzes werden wohl noch zwischen acht und zwölf Wochen dauern, schätzt Staatsanwalt Schäfer.

Schwieriges Gelände war eine grosse Herausforderung

Jürgen Rieger erklärt an der Medienkonferenz, dass das schwierige Gelände im Schwarzwald eine grosse Herausforderung gewesen sei. Die Einsatzkräfte seien an die «Grenze der körperlichen Erschöpfung» geraten, so Rieger. Ein Gelände mit dieser Grösse und dieser Topographie sei schwierig abzusuchen. Zudem habe sich der Täter gut ausgekannt.

Polizei erhielt am Freitag wichtige Hinweise

Jürgen Rieger von der Polizei nennt nun Details zur Verhaftung. Am Freitagmittag seien erste Hinweise eingegangen. Es sei eine Person gesehen worden, die dem Profil des Täters entsprochen habe. Zwei Zeugen hätten ihn gesehen und der Polizei geschildert, in welche Richtung er sich bewegte.

Die Polizei hatte Personenspürhunde im Einsatz. Einer von ihnen konnte eine frische Fährte von Yves Rausch aufnehmen, so Rieger weiter. Dieser wurde dann in einem Gebüsch sitzend gefunden. Vor sich hatte er vier Pistolen sichtbar hingelegt, auf seinem Schoss hatte er ein Beil. Zudem hatte er vor sich ein Schriftstück hingegelt. «Wir vermuten, dass es sich dabei um einen Abschiedsbrief handelt», so Rieger. Das sei aber noch nicht abschliessend geklärt.

Die Einheit habe dann zugegriffen. Dabei sei der Tatverdächtige «leicht verletzt worden», so Rieger weiter. Yves Rausch befindet sich nun in Gewahrsam. Ein Beamter wurde beim Einsatz durch das Beil verletzt. Er habe eine leichte Schnittverletzung erlitten.

Medienkonferenz der Polizei: «Wir sind glücklich und erleichtert»

«Wir sind glücklich und erleichtert», sagt Polizeipräsident Reinhard Renter an einer Medienkonferenz am Freitagabend über die Festnahme von Yves Rausch. Auf diese Nachricht habe man nun tagelang gewartet. Die Ergreifung des Täters und der Schutz der Bürger sei immer das oberste Ziel gewesen.

Insgesamt seien 250 Hinweise zusammengekommen, so Renter weiter. Die Ermittlungen seien intensiv gewesen.

Polizei schnappt Yves Rausch

Der 31-Jährige, der vier Polizisten mit einer Schusswaffe bedroht und ihnen die Pistolen abgenommen hat, ist gefasst. Das teilte die Polizei am Freitag in Offenburg mit. Nach dem Mann war nach dem Vorfall in Oppenau im Schwarzwald (Baden-Württemberg) seit Sonntag gesucht worden. Der 31-Jährige sei festgenommen worden, hiess es weiter. Dabei seien vier Schusswaffen sichergestellt worden.

Gemäss einem Bericht der «Mittelbadischen Zeitung» wurde Rausch vor der Festnahme angeschossen.

Eine Zusammenfassung der Ereignisse finden Sie hier.

Polizeichef appelliert an flüchtigen Schwarzwald-Mann

Der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter hat am Freitag an den flüchtigen 31-jährigen Mann appelliert, der die deutschen Behörden seit Tagen in Atem hält. Er forderte ihn auf, Kontakt mit seinen Beamten aufzunehmen. Das könne auch über Freunde oder die Familie geschehen.

Mehr dazu hier.

Polizeipsychologen unterstützen die Suche

Bei ihrer bisher erfolglosen Suche nach dem Mann setzt die Polizei jetzt auch auf die Hilfe von Überlebensexperten, Polizeipsychologen und ortskundigen Förstern. Insbesondere die Psychologen sollen sich in den 31-Jährigen hineinversetzen, um Anhaltspunkte zu seinem Verbleib zu bekommen, wie Polizeisprecher Yannik Hilger sagte. Der Gesuchte kennt sich nach Einschätzung der Einsatzkräfte gut in dem unwegsamen Gelände aus. Nach wie vor sind zwischen 200 und 300 Polizisten an der Suche beteiligt.

Täter fiel als jugendlicher rechtsextrem auf

Bei der Fahndung nach dem mutmasslich hochgefährlichen Schwerbewaffneten im Schwarzwald sind die Ermittler bis Donnerstagmorgen mehr als 270 Hinweisen nachgegangen. Es seien bereits Höhlen, alte Bunkeranlagen und verlassene Gebäude durchsucht worden, teilte die Polizei in Offenburg am Donnerstag mit. Nach Ermittlerangaben war der heute 31-Jährige als Jugendlicher wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Bereits als 15-Jähriger baute er Bombenattrappen.

Am Sonntag hatte er vier Polizisten entwaffnet und war in ein Waldstück nahe Oppenau geflohen.

Örtlich hätten sich die Hinweise rund um Oppenau gebündelt, teilweise gab es auch Mitteilungen außerhalb der Region, wie die Polizei weiter mitteilte. Von dem Mann fehlt bislang noch immer jede Spur. Der 31-Jährige ohne festen Wohnsitz kennt sich nach Ermittlerangaben sehr gut im Wald aus. Er fiel in der Vergangenheit immer wieder durch Waffendelikte auf.

Polizeieinsatz wegen vermummtem Velofahrer

In Oppenau hat ein vermummter Velofahrer am Donnerstagmittag einen Polizeieinsatz ausgelöst. Der Mann war Polizisten mitten im Ort aufgefallen, kurz darauf kamen auch SEK-Beamte mit Maschinenpistolen hinzu, berichten Augenzeugen gegenüber FOCUS Online.

Obwohl schnell klar war, dass es sich nicht um den gesuchten Yves Rausch handelte, wurde der Mann vorübergehend festgenommen, um eine Identitätsprüfung durchzuführen. Anschließend kam der Velofahrer wieder auf freien Fuß. Der Polizei zufolge ergab sich kein Zusammenhang mit dem Gesuchten.

Suche nach bewaffnetem Schwarzwald-Mann geht weiter

Die deutsche Polizei hat am Donnerstagmorgen weiter mit einem Grossaufgebot nach dem bewaffneten 31-Jährigen von Oppenau im Schwarzwald (Baden-Württemberg) gesucht. Von dem Mann fehle nach viertägiger Suche jede Spur, teilte die Polizei am Morgen mit.

Der vorbestrafte Mann ohne festen Wohnsitz war am Sonntag nach einer Polizeikontrolle in den Wald geflohen. Zuvor hatte er vier Beamte, die ihn in einer Hütte am Waldrand aufgesucht hatten, unvermittelt mit einer Waffe bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen. Seither ist der 31-Jährige verschwunden. Die Polizei geht davon aus, dass er sich sehr gut in dem unwegsamen Gelände auskennt.

Polizei bestätigt das Schreiben

Nachdem bekannt wurde, dass ein mysteriöses Schreiben des Flüchtigen aufgetaucht ist, hat die Polizei nun bestätigt, dass sie ein solches Dokument derzeit prüft. Es sei nicht gesichert, dass der Text tatsächlich von dem 31-Jährigen stamme, sagte Polizeisprecher Yannik Hilger am Mittwoch. Aus dem Schreiben sei auch keine politische Richtung abzuleiten, es handele sich um einen Hinweis unter vielen.

Infostelle für Bürger eingerichtet

Die Polizei Offenburg betreibt eine Infostelle für Bürger. «Die Leute können uns ansprechen, Infos abholen, Tipps abholen – das ist unsere Aufgabe hier», so Hans-Peter Huber, einer der beiden Beauftragten.

Laut dem Beamten erkundigen sich die meisten Bürger nach dem Aufenthalt im Freien und insbesondere im Wald. Vom Joggen im Wald rät Huber derzeit ab und empfiehlt, den Aufenthalt im Freien auf das Nötigste zu beschränken.

Rausch hinterliess Schreiben in Dorfkneipe

Yves Rausch setzte offenbar kurz vor seinem Verschwinden ein Schreiben mit dem Titel «Der Ruf der Wildnis» auf. Wie baden online berichtet, hinterließ Rausch dieses Schreiben in der Oppenauer Kneipe «Pavillon». Ob das Schreiben als Manifest zu verstehen ist, ist unklar.

Strategiewechsel

Am Mittwoch werden weniger Beamte im Einsatz auf der Suche nach dem Flüchtigen sein, kündeten die Verantwortlichen gestern an. Grund dafür sei ein Strategiewechsel. Die systematische Druchkämmung des Waldes sei aufwendig und schlussendlich nicht effizient genug, da sich der Beschuldige auch bewege.

Stattdessen setze man nun darauf, noch mehr über Rausch zu erfahren, um ihn besser einschätzen zu können. Ausserdem bereite man alle Unternehmen in der Region, für den Fall, dass Rausch bei ihnen auftauche, vor.

Punktuell werden mögliche Verstecke durchsucht und weiter Hinweisen aus der Bevölkerung verfolgt. Ausserdem sei geplant, mit Hubschraubern den Wald zu überfliegen und den Mann mit Lautsprecherdurchsagen anzusprechen und zum Aufgeben zu überreden.

Suche geht weiter

Die Einsatzkräfte in Oppenau sind auch am Mittwochmorgen weiterhin auf der Suche nach dem 31-Jährigen bewaffneten Mann.

Mehr als 1.500 Polizisten haben sich seit Sonntag an der Suche nach dem Mann beteiligt, der in Oppenau vier Polizeibeamte entwaffnet hatte. Der Mann steht unter dringendem Verdacht der besonders schweren räuberischen Erpressung. Dafür erwartet Rausch im Falle einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von mindestens fünf Jahren.

Dieses Twitter-Video lässt die Grösse des Einsatzes der vergangenen Tage erahnen:

Ende der Medienkonferenz

Das know-how, die Technik und die personelle Unterstützung habe man, man bleibe mit einem langen Atem an der Suche dran, betonen die Verantwortlichen zum Abschluss.

Die Medienkonferenz ist beendet, danke fürs Interesse, wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.

Wandern weiter erlaubt

Es sei erlaubt, im Gebiet zu wandern, das müsse jeder für sich selbst entscheiden, sagen die Behörden. Sensationstourismus habe es bisher noch keinen gegeben.

Tourismusbereich am stärksten betroffen

Der Bürgermeister betont, dass es nach der Corona-Krise erneut der Tourismus und die Gastro sei, die von den Neuigkeiten zu Rausch negativ beeinflusst werde. Natürlich hoffe man, dass sich die Sache so rasch wie möglich erledige.

Die Ermittler kommen nur langsam vorwärts

Auch weil nicht klar ist, ob der Täter Sprengstofffallen aufgestellt hat, müssen die Beamten langsam und vorsichtig vorgehen. Gleichzeitig habe man entschieden, von nun an nicht mehr den Wald zu durchkämmen, sondern die Strategie zu wechseln. Jede Nacht würde den Fortschritt der Durchsuchung wieder zunichte machen, sind die Behörden überzeugt.

Wie geht es den überfallenen Polizisten?

Die überfallenen Beamten werden frühestens am Donnerstag wieder arbeiten, bis dahin werden sie betreut.

Gehört Rausch der Incel-Bewegung an?

Die Polizei habe sich nicht darauf fokussiert, wie das Frauenbild des Täters aussehe, also ob er beispielsweise der sogenannten Incel-Bewegung angehöre. Incel meint Männer, die Frauen hassen, sich alleingelassen und von Frauen permanent abgewiesen zu fühlen und gleichzeitig meinen, Anspruch auf Sex zu haben.

Kinderpornografie

Bei einer Durchsuchung wurden auf Rauschs Handy 2019 drei kinderpornografische Bilder gefunden, deswegen wurde aber kein Verfahren eingeleitet.

War nicht bei der Fremdenlegion

Die Behörden gehen davon aus, dass Medienberichte, nach denen Rausch bei der Fremdenlegion war, nicht stimmen. Zu durchgängig seien seine Straftaten dokumentiert.

Friedliches Ende?

Man werde natürlich versuchen, den Täter bei einer Begegnung zur Aufgabe zu bewegen, betont der Polizeivorgesetzte.

Wie gefährlich ist Rausch?

Zur Gefährlichkeit des Täters: Der Täter sei nicht als gefährliche oder schiesswütige Person aufgefallen. Trotzdem müsse man unter dem Aspekt der Bewaffnung von einer Gefährdung ausgehen. Man wisse nicht, in welchem Zustand sich der Täter befindet. Deswegen seien die Beamten auf alle möglichen Szenarien eingestellt. Es sei auch nicht auszuschliessen, dass der Täter in diesem Falle einfach aufgebe.

Das sagt der Bürgermeister

Der Bürgermeister sei am Sonntag gegen Mittag informiert worden, dass ein grösserer Polizeieinsatz bevorstehe, sagt er. Die Situation sei unberechenbar und beunruhigend. Im Ort selbst sei der Täter bisher nicht sonderlich negativ aufgefallen. n Oppenau gebe es Stimmen, die Rausch als harmlos wahrnehmen, aber auch solche, die sehr besorgt seien.

Man habe sich gut aufgehoben und geschützt gefühlt bisher.

Anpassung der Taktik

Man werde die Taktik nun anpassen, sagt der Polizeiverantwortliche. Ein Teil davon seien verdeckte Massnahmen in der Überwachung, weitere Ermittlungen zum Verdächtigen selbst und man werde alle Geschäfte in Oppenau, allenfalls auch Nachbargemeinden besuchen, um die Leute zu instruieren, wie man sich zu verhalten habe, wenn Rausch im Laden stehe.

Bisher habe es keine verletzten gegeben, betont er. Man gehe davon aus, dass sich Rausch weiterhin in der Nähe befinde. Wichtig sei die Sicherheit Oppenaus.

Die Suche werde vermutlich lange dauern, man werde aber nicht aufgeben.

Bisher kein Hinweis auf politischen Hintergrund

Als 16-Jähriger habe Rausch möglicherweise antisemitische/rassistische Schmierereien in Pforzheim hinterlassen, das sei aktuell aber noch nicht verifiziert, betonen die Behörden.

Grundsätzlich gehen sie nicht davon aus, dass der Täter einen politischen Hintergrund habe.

Das Motiv sei wohl in der Persönlichkeit des Täters zu suchen, das Motiv stelle die Ermittler vor ein Rätsel, auch wegen des Ablaufs der Flucht, bei der Rausch von den Beamten erst als sehr ruhig erlebt wurde und dann die Waffe auf einen von ihnen richtete.

Zum Täter

Der Täter ist 31 und stammt aus der Region. Seit letztem Jahr hatte er keinen festen Wohnsitz mehr. Zuletzt war er arbeitslos. In Ortenau war er bekannt. Er sei als Waffennarr einzuschätzen und sehe sich selbst als eine Art Waldläufer.

Er war nie in einem Schützenverein, 2010 wurde ihm verboten, Waffen und Munition zu besitzen. Schon in jungen Jahren wurde er straffällig. Dazu gehören Diebstähle oder Verstösse gegen das Waffengesetz. 2019 wurde er wegen unerlaubtem Umgang mit Sprengmitteln und Waffen auf Bewährung verurteilt.

2009 hatte er Streit mit einer Bekannten und schoss mit einer Armbrust auf sie, sie wurde lebensgefährlich verletzt, wofür er drei Jahre und sechs Monate in Jugendhaft kam.

1'500 Beamte im Einsatz

Im Einsatz sind ehrenamtliche Helfer, das SEK, die Bundespolizei, die Kreispolizei und diverse Rettungskräfte. 1’500 Beamte seien bisher im Einsatz gewesen, sagt der Polizeichef. Er bedanke sich auch bei der Bevölkerung für die Unterstützung.

8.6 Quadratkilometer unwegliches Gelände sei bisher durchsucht worden und 150 Hinweise aus der Bevölkerung überprüft worden.

Der Polizeichef spricht

Der Polizeichef nimmt seine Kollegen in Schutz. Sie hätten alles richtig gemacht, schliesslich habe ihr eigenes Leben Priorität. Sofort nach der Flucht habe man Kräfte aus anderen Gemeinden und Kreisen, aber auch die Sondereinsatzkräfte mobilisiert.

Man wollte auch verhindern, dass der Täter nach Oppenau zurückkehrt, um die Bevölkerung zu schützen. Danach konzentrierte man sich darauf, den Täter zu finden. Die Behörden gehen davon aus, dass sich Rausch noch im Wald aufhält.

Es seien viele Hinweise eingegangen, denen man auch nachgegangen sei, betont er. Durchsuchen könne man so ein Gebiet nicht, sagt er. Das sei bei der topografischen Lage nicht möglich.

Man habe ausserdem ein sogenanntes Personagramm erstellt, wozu das Umfeld des Täters sowie sein Vorleben durchleuchtet wurde.

Erste Priorität habe nach wie vor die Sicherheit Oppenaus.

Staatsanwaltschaft erklärt den Ablauf der Flucht

Der leitende Oberstaatsanwaltschaft Herwig Schäfer hat das Wort. Gegen Rausch läuft ein nationaler und internationaler Haftbefehl, sagt er.

Als die Polizei am Sonntag um 9 Uhr 30 bei der Hütte eintraf, in der sich Rausch illegal häuslich niedergelassen hatte, trafen sie ihn am Tisch in der Hütte sitzend.

Rausch wurde aufgefordert, die Hütte zu verlassen. Pfeil und Bogen sahen die Beamten, die seien aber aber nicht in Griffnähe gelegen. Rausch händigte diese und weitere Waffen an die Polizei aus.

Die Polizei legte die Gegenstände vor der Hütte ab. Sie forderten ihn auf, die Hütte zu verlassen, damit sie ihn durchsuchen könnten.

Das wollte Rausch nicht. Als ein Beamter daraufhin die Hütte betrat, richtete Rausch eine Pistole auf ihn. Die Beamten wussten im Vorfeld nichts von dieser Pistole. Der Beschuldigte habe daraufhin die Beamten aufgefordert, den Bereich der Hütte zu verlassen und die Dienstwaffen auf den Boden zu legen.

Die Beamten taten wie geheissen, der Beschuldigte nahm die Waffen und flüchtete.

Pressekonferenz in Oppenau

Polizei und Staatsanwaltschaft informieren zum Stand der Dinge. Vor Ort ist auch der Bürgermeister von Oppenau.

Schon vor einem Jahr Waffen bei Rausch gefunden

Laut ehemaligen Nachbarn wurde Rauschs letzte Wohnung vor rund einem Jahr zwangsgeräumt. Dabei sollen verschiedene Waffen, Munition und Benzinkanister entdeckt worden sein. Wie die Bild schreibt, entdeckten die Beamten auf dem Dachboden sogar einen eigenen Schiessstand.

Zugdurchsuchung in Freiburg

Im Zusammenhang mit der Fahndung nach dem Flüchtigen hat die Bundespolizei am Freiburger Hauptbahnhof am späten Montagabend einen aus Berlin kommenden ICE kontrolliert. Zuvor hatte es Hinweise gegeben, wonach sich der Verdächtige in dem Zug hätte befinden können. Dies sei aber laut einer Sprecherin der Bundespolizei nicht der Fall gewesen.

So suchen die Polizisten nach Yves Rausch

Stück für Stück werde der Wald in und um Oppenheim abgesucht, beschreibt die Bild. Dazu werde jeweils ein Waldareal umstellt und danach genaustens durchsucht. In Verdachtsmomenten werde die Spezialeinheit SEK zugezogen.

 Auch das SEK ist vor Ort. (Symbolbild: Keystone)
Etwas weniger Polizeikräfte im Einsatz

Im Vergleich zu gestern stünden heute etwas weniger Polizeikräfte im Einsatz zur Suche des schwer bewaffneten Yves Rausch, heisst es von offizieller Seite. Die Suche gehe aber ununterbrochen weiter, bis anhin ohne Hinweise darauf, wo sich der Mann befinde und ob er noch lebe.

Touristen bleiben weg

Seit Sonntag würden in Oppenau vermehrt Buchungen in Hotels storniert, berichten verschiedene Medien. Die Strassen vor Ort seien mehrheitlich leer, doch es gäbe auch Menschen, die entspannt in Cafés sitzen, heisst es.

Sicherheitsmassnahmen an den Schulen

Obwohl die Schulen in Oppenau heute geöffnet sind, kann nicht von Normalbetrieb gesprochen werden. Die Schulen seien abgesperrt und die Schüler verbringen ihre Pause drinnen, sagte der Bürgermeister gegenüber dem SWR.

Flugverbot rund um Oppenheim

Rund um Oppenheim hat die Polizei ein Flugverbot verhängt. Dieses gilt auch für Drohnen. Die Polizei selbst hat mehrere Helikopter bei der Suche im Einsatz. Dabei werden auch Wärmebildkameras verwendet.

Die Polizei fliegt das Gebiet mit Helikoptern ab. (Archivbild: Keystone)
So überwältigte er die Polizisten

«Es war für die Kollegen völlig unvorhersehbar, dass er plötzlich eine Waffe zieht und alle vier in einen Lauf schauen», erklärt ein Polizeisprecher den Vorfall vom Sonntag gegenüber der Bild. Demnach hätten die Beamten ihre eigenen Waffen auf den Boden legen müssen, der nun gesuchte Mann flüchtete anschließend mit diesen.

Der 31-Jährige entwaffnete vier Polizisten. Bild: Polizei Baden-Württemberg)
Medienkonferenz um 14 Uhr

Am Dienstag um 14 Uhr wollen Polizei und Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit an einer Medienkonferenz auf den neusten Stand bringen. Das Interesse an dem Fall ist gross, auch internationale Medien berichten darüber.

Bei der lokalen Einsatzzentrale, die auf dem Sportplatz in Oppenau eingerichtet wurde, finden sich viele Journalisten ein, berichten diverse Medien.

Touristen sollen Gebiet meiden

Oppenau ist bei Touristen beliebt, besonders für Wanderungen. Das solle man unbedingt unterlassen, warnt die Polizei. Auch solle man im Gebiet keine Anhalter mitnehmen. Die Gefahr sei real, so die Polizei. Weil das Gebiet so weitläufig sei, gestalte sich die Suche sehr schwierig.

Der Bürgermeister ist skeptisch, dass es bald gelingt, den Mann zu finden. Es gebe steile Hänge, Felsen, Schluchten, dichte Waldstücke, in die man kaum hineinkomme, sagte er dem Südkurier.

Bei Touris beliebt: Oppenau. (Bild: Schwarzwald Tourismus) 
Gebäude bei Offenburg durchsucht

Auf der Suche nach Yves Rausch hat die Polizei in der Nacht auf Dienstag ein Gebäude im Raum Offenburg durchsucht. Dies nach einem Hinweis zum möglichen Aufenthaltsort des Flüchtigen. Um welche Art von Gebäude es sich handelte, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Gefunden haben die Beamten den 31-Jährigen dort jedoch nicht.

Im Raum Offenburg wurde ein Gebäude nach dem 31-Jährigen durchsucht – umsonst. (Bild: Google Maps)

Seit Sonntag auf der Flucht

Filmreife Szenen spielen sich seit Sonntagmorgen im nördlich von Freiburg (DE) gelegenen Oppenau ab. Yves Rausch (31) hielt sich bewaffnet in einer Gartensiedlung auf. Die alarmierte Polizei konfrontierte den Mann, der Tarnklamotten trug und mit Pfeil und Bogen, einem Messer und einer Pistole bewaffnet war.

Es gelingt Rausch, alle vier Beamten zu entwaffnen und mit deren Waffen in den Wald zu flüchten. Seither fehlt von dem 31-Jährigen jede Spur. Das, obwohl hunderte Beamte, Spezialeinheiten, Hunde und Helikopter mit Wärmebildkameras nach ihm suchen.

Rauschs Vorteil: Er kennt sich in den Wäldern sehr gut aus. Er lebt seit einigen Monaten im Wald. Laut Anwohnern hatte er sich bis vor einem Jahr mit Gelegenheitsjobs durchgeschlagen, berichtet der «Blick». Dann wurde seine Wohnung zwangsgeräumt, weil er seine Miete nicht bezahlte. Seither hat Rausch keinen festen Wohnsitz mehr.

Er schoss mit Armbrust auf Ex-Freundin

Die Polizei sagt, der 31-Jährige befinde sich in einem «psychischen Ausnahmezustand» und sei brandgefährlich. Sein Strafregister umfasse zahlreiche Einträge, schreibt die «Bild». Im Jahr 2010 war Rausch zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Er schoss damals mit einer gefährlichen Sportarmbrust auf seine Ex-Freundin und verletzte sie schwer.

Weiter soll der jetzt Flüchtige auch Kinder-Pornos besessen haben. Auch gegen das Sprengstoffgesetz hat Rausch schon verstossen, laut der deutschen Zeitung plante er eine Explosion. Im Strafregister auch aufgeführt: Diebstahl, Sachbeschädigung und ein Totschlagsdelikt.

Ausnahmezustand in Oppenau

Entsprechend gross ist die Aufregung im 5’000-Seelenort Oppenau. Der Bürgermeister liess am Montag alle Schulen schliessen. Am Dienstag wird der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Der Ort solle wieder zur Normalität zurückfinden, sagte Bürgermeister Uwe Gaiser am Montagabend. Mit der Polizei sei ein Sicherheitskonzept abgestimmt worden. Eltern dürften aber selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken wollen oder nicht.

Gegen den 31-Jährigen wurde inzwischen ein Untersuchungshaftbefehl erlassen. Dies unter anderem wegen des dringenden Verdachts der besonders schweren räuberischen Erpressung, berichtet «SWR». Für den Dienstagnachmittag haben Polizei und Staatsanwaltschaft eine Medienkonferenz angekündigt, um über die neusten Entwicklungen zu informieren.

1 Kommentar

  1. So wurde in unserer zivilisierten Gesellschaft eine Festnahme stattgefunden, ohne sinnlose Gewalt, wie in den Staaten, sondern mit Köpfchen und geduldiger Strategie !!! Kompliment an die Deutschen Behörden !!!Report

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