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Schweiz

Hotelplan-Mitarbeiter erhielten Kündigung per Mail

Corona-Krise, Hotelplan-Kündigungen via Mail und zwei Gutachten zu Blochers Renten-Anspruch in Auftrag. Das sind die Schlagzeilen am Sonntag.

Wichtige Schlagzeilen der Sonntagspresse in nicht verifizierten Meldungen:

Lebensbedrohlicher Corona-Verlauf und Gratis-Masken

Zahlreiche Beiträge in der Sonntagspresse drehen sich um die Coronavirus-Pandemie. So berichtet die «NZZ am Sonntag», dass das Unispital Zürich die Daten von Intensivstationen aus zehn europäischen Ländern ausgewertet habe. Demnach verläuft bei jedem zehnten Covid-19- Patienten die Krankheit lebensbedrohlich und erfordert intensivmedizinische Betreuung. Jede zweite dieser Personen sei zudem künstlich beatmet worden und fast jede vierte Person sei verstorben, hiess es in der Analyse.

Gegenüber der «SonntagsZeitung» äusserte sich zudem die Konferenz der Kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) zur Abgabe von Gratismasken. «Die GDK begrüsst es, wenn der Zugang zu Masken erleichtert werden kann», sagte die stellvertretende Generalsekretärin Kathrin Huber gegenüber der Zeitung.

Die 77-jährige Virologin Karin Moelling hält derweil in der «SonntagsZeitung» die derzeitigen Coronavirus-Fälle nur für ein Aufflackern. Das sei keine zweite Welle, hiess es von der Wissenschaftlerin. Im «SonntagsBlick» hiess es obendrein, dass die Parteien gewissen Widerstand gegen das Covid-Gesetz des Bundesrates ankündigten. Die Zeitung beruft sich auf die Vernehmlassungsantworten der Parteien, denn der Bundesrat ist dabei, sein Krisenregime in geordnete Bahnen zu lenken. So lehne es etwa die SVP ab, «den notrechtlichen Massnahmen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie eine solch umfassende gesetzliche Grundlage zu geben».

Hotelplan-Mitarbeitern wurde mit E-Mail gekündigt

Die angekündigte Massenentlassung beim Reiseunternehmen Hotelplan läuft laut der «SonntagsZeitung» offenbar ruppig ab. In der Schweiz fallen 170 Stellen dem Sparzwang zum Opfer. Den betroffenen Angestellten sei per Email gekündigt worden. «Die Kündigung kam aus heiterem Himmel», sagten verschiedene Betroffene der Zeitung. Für eine Migros-Tochter sei auch die Abwicklung der Kündigung ungewöhnlich gewesen. Die Betroffenen seien per sofort freigestellt und der Email-Account schon am Tag nach der Ankündigung abgestellt worden. Die Gangart sei mit Kurzarbeit und Homeoffice-Arbeit begründet worden. Auch wolle man den Angestellten raschmöglichst eine Stellensuche ermöglichen, hiess es zu dem Vorgehen von der Firma.

Zwei Gutachten zur Blocher-Rente

Die Auszahlung der Pension für Alt-Bundesrat Christoph Blocher hat in den vergangenen Tagen für Wirbel gesorgt und der «SonntagsBlick» berichtet nunmehr, dass der Bund in dieser Angelegenheit zwei Gutachten in Auftrag gegeben habe. Es ging um die Frage, ob dem SVP-Strategen Blocher die rund 2,7 Millionen Franken an Ruhegehalt noch zustehen oder nicht. Ein Rechtsgutachten habe der Arbeitsrechtler Thomas Geiser, emeritierter Professor der Hochschule St. Gallen HSG, geliefert. Ein zweites Rechtsgutachten habe der Zürcher Sozialversicherungsexperte Ueli Kieser, Anwalt und Titularprofessor in Bern und St. Gallen, angefertigt. Die beiden Gutachter sollen sich laut inoffiziellen Informationen widersprechen, hiess es. Die beiden Gutachter seien für die Zeitung aber nicht erreichbar gewesen. Und die Bundeskanzlei habe mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht einmal sagen wollen, was die beiden Gutachten den Staat kosten würden.

Vaterschaftsurlaub würde nicht 230 Franken kosten

Die Ausgaben von 230 Millionen Franken für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub sind laut der «SonntagsZeitung» zu hoch angesetzt. Das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV rechne mit rund 91’000 Vätern pro Jahr, die während zwei Wochen einen durchschnittlichen EO-Tagessatz von 180 Franken beanspruchen können. Im vergangenen Jahr seien aber nur rund 86’000 Kinder zur Welt und der durchschnittliche EO-Tagessatz lag im Jahr 2018 bei 124 Franken. Analysen aus dem Ausland zeigten zudem, dass nie sämtliche Väter den Urlaub beziehen würden. «Der Bund rechnet mit Maximalkosten. Realistisch ist das nicht», sagte Adrian Wüthrich, Präsident des Befürworter-Komitees, diesbezüglich gegenüber der «SonntagsZeitung». Es gebe genügend Anhaltspunkte, dass die Ausgaben deutlich unter dem vom Bund angesetzten 230 Millionen Franken liegen würden, hiess es weiter. Das BSV räumte gegenüber der Zeitung ein, dass die Schätzungen in der Tat eher vorsichtig seien.

Behörden pfuschten bei Beschattungsaffäre

In der Beschattungsaffäre bei der Grossbank Credit Suisse haben die Behörden laut dem «SonntagsBlick» gepfuscht. Die Zeitung beruft sich dabei auf unveröffentlichte Gerichtsurteile. Diese zeigten, dass die Zürcher Kantonspolizei und Justiz in der Aufarbeitung der Beschattungsaffäre unsauber gearbeitet hätten. Mitte Februar habe das Bezirksgericht Meilen verfügt, dass das Handy von Privatdetektiv D. nicht ausgewertet werden dürfe, weil es von der Polizei «rechtswidrig erlangt» worden sei. Dieses Urteil sei rechtskräftig. Weiter habe das Bundesgericht am 27. Mai einen Entscheid des Zürcher Zwangsmassnahmengerichts aufgehoben, das der zuständigen Staatsanwältin den Zugriff auf beschlagnahmte Computer, Laptops und Handys habe ermöglichen wollen. Das Zwangsmassnahmengericht habe die beschuldigten Privatdetektive nicht angemessen angehört und deren «Recht auf Replik» verletzt, hiess es zur Begründung. Der Fall müsse neu aufgerollt werden. Und sechs Zürcher Kantonspolizisten drohe eine Untersuchung wegen Sachentziehung und Amtsmissbrauch, schrieb der «SonntagsBlick» weiter.

Pestizid in Evian

Forscher haben laut der «SonntagsZeitung» Rückstände des verbotenen Pestizids Chlorothalonil im Mineralwasser von Evian gefunden. Die Konzentration liege zwar deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten und sei gesundheitlich unbedenklich. Der Befund sei dennoch bedeutsam, weil Evian direkt aus dem Herzen der Alpen komme und als so rein gelte, dass Wissenschaftler ihre Messgeräte damit eichten. Ein Wasserexperte zeigte sich gegenüber der Zeitung besorgt: «Dass sogar die vom Menschen kaum beeinflussten Evian-Quellen in den französischen Alpen Pestizidrückstände aufweisen, ist bedenklich und zeigt den viel zu sorglosen Umgang mit diesen Stoffen», warnte Roman Wiget, der Präsident des Internationalen Trinkwasserverbandes AWBR.

Juncker: Schweiz am Zug bei EU-Rahmenabkommen

In der Frage nach dem weiteren Vorgehen mit dem EU-Rahmenabkommen hat sich der ehemalige Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, zu Wort gemeldet. Der «NZZ am Sonntag» sagte er, er sehe die Schweiz nunmehr am Zug. Die Schweiz müsse sich bewegen, was nicht ausschliesse, dass sich auch die Europäische Union bewegen müsse, betonte er. «Aber jetzt ist es an der Schweiz zu sagen, was endgültig Sache ist», hiess es. Mit Blick auf die Diskussionen in der Schweiz stört sich Juncker zudem am Ausdruck «Zuwanderer aus der EU». Die EU sei ja kein Feindesland, und die Schweiz lebe auch nicht auf Kriegsfuss mit der EU, hob er zur Begründung hervor. Mit gutem Willen auf beiden Seiten müsse ein Einvernehmen möglich sein, fand der 65-Jährige. Und genau dazu warte die EU auf weitere Schritte der Schweiz, erklärte Juncker.

Probleme bei Armeedrohnen

Die neuen Armeedrohnen werden laut der «NZZ am Sonntag» bis auf Weiteres nicht zur Verfügung stehen, weil es Probleme gebe. Die Entwicklung des sogenannten Sense-and-Avoid-Systems sei noch nicht abgeschlossen. Die Technik werde wohl erst nach der Einführung der neuen Drohnen bereit sein. Mit dem Sense-and-Avoid-System seien unbegleitete Flüge möglich, weil Flugzeuge und Helikopter mit der Technik erkannt und Kollisionen vermieden werden könnten. Ein Sprecher des Bundesamtes für Rüstung (Armasuisse) sagte der Zeitung, dass die Coronavirus-Pandemie gewisse Anpassungen am Zeitplan des Projekts erfordere.

Büchel wegen Gesundheit nicht im Rennen um SVP-Präsidium

In der Suche um einen Nachfolger für Albert Rösti auf die Stelle als SVP-Präsident hat sich der Rheintaler Roland Rino Büchel aus dem Rennen genommen. Er sei zwar als heisser Kandidat gehandelt worden, schrieb der «SonntagsBlick», doch seine Gesundheit lasse ihm keine Wahl. «So sehr mich das Präsidium der SVP reizt, es ist einfach nicht möglich», sagte er gegenüber der Zeitung. «Ich hatte Netzhautablösungen an beiden Augen, musste mehrmals operiert werden», erklärte Büchel als Begründung für seine Absage. Dies sei kein Drama, und er sei auch beruflich und politisch voll belastbar. Aber der Knochenjob eines Parteichefs liege nicht drin, hiess es. Er sei nach mehreren Gesprächen mit Spezialisten zu diesem Schluss gekommen.

On will an die Börse

Die Zürcher Sportschuh-Firma On rüstet sich laut der «NZZ am Sonntag» für den Gang an die Börse. Die Zeitung beruft sich dabei auf mehrere Quellen aus dem Umfeld von On. Es würden Vorbereitungen getroffen. So sollen unter anderem die Geschäftsberichte künftig nach internationalen Standards geführt werden. Als möglicher Termin gelte Sommer oder Herbst 2021. Die Firma wollte sich gegenüber der Zeitung nicht zu den Recherchen äussern. On sei fast 2 Milliarden Franken wert, schrieb die «NZZ am Sonntag» zudem. Die Firma gehört zurzeit den drei Gründern sowie privaten Investoren. Einer von ihnen ist Roger Federer. Der Tennisstar hat im letzten Herbst seinen Einstieg bei On bekanntgegeben. Seither ist er als Werbebotschafter für On-Turnschuhe engagiert.

Mehr Wolfs-Attacken auf Schafherden

Wölfe greifen laut einer Meldung des «SonntagsBlick» vermehrt Schafherden an. So habe sich der Wolfsbestand in der Schweiz von einem Dutzend im Jahr 2009 auf aktuell rund 80 Wölfe vergrössert, schreibt das Blatt. Und einige dieser Wölfe hätten Schafherden – trotz Schutzmassnahmen – als bequeme Nahrungsquelle für sich entdeckt. Besonders akut sei das Problem im Kanton Graubünden. Laut Zahlen des Amts für Jagd und Fischerei gab es im vergangenen Jahr insgesamt 127 Schafrisse durch Wölfe, davon lediglich 25 in geschützten Herden. Dieses Jahr seien bisher bereits 94 Schafe gerissen worden, davon 59 in geschützten Herden, hiess es.

Auslandschweizer können nicht zusammen 1. August feiern

Auslandschweizer sind es gewohnt, sich zu treffen, um den 1. August zu feiern. Dieses Jahr wird es aufgrund der Coronavirus-Pandemie allerdings schwierig, den Nationalfeiertag gebührend gemeinsam zu begehen. Daher habe laut der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» die Präsenz Schweiz, die im Auftrag des Aussendepartements EDA das Image der Schweiz im Ausland fördert, ein Internetportal entwickelt, mit dem die rund 800’000 Auslandschweizer den Nationalfeiertag trotzdem erleben können. Auf dem Programm stünden etwa Anleitungen zur Herstellung einer Laterne oder zum Jodeln sowie eine Live-Übertragung der Rede der Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Das Portal werde am 15. Juli eröffnet, hiess es weiter.

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