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«Fundamentale Beweise» im Fall Maddie McCann gefunden

In drei Brunnenschächten suchte die Polizei vergangene Woche nach Maddies Leiche. Und: Der Mordverdächtige Christian B. fiel in Praia da Luz auf.

Die Suchaktionen der Polizei fanden im rund zwanzig Minuten von Praia da Luz entfernten Vila do Bispo statt. Im Visier standen drei Brunnenschächte, wie der portugiesische Staatssender RTP berichtet. Offenbar ohne Erfolg.

Zuvor habe man aber «fundamentale Beweise» entdeckt, die den Hauptverdächtigen Christian B. (43) belasten sollen. Der Deutsche wird verdächtigt, Maddie McCann 2007 aus dem Bett eines Hotelzimmers entführt und wohl auch umgebracht zu haben.

Als die Dreijährige in der Nacht vom 3. Mai 2007 verschwand, lebte der unter anderem wegen Kindesmissbrauchs und Kinderpornographie verurteilte Christian B. rund 25 Minuten Fusschmarsch von Praia da Luz entfernt in einem heruntergekommenen Haus.

«Es hat als Einbruch begonnen und als Entführung geendet»

Das Haus ist umgeben von stillgelegten Brunnen. 18 Monate, bevor Maddie verschwand, hatte B. in der Nähe des Strandes eine 72-jährige Frau vergewaltigt. In seinem Haus soll er ausserdem ein Mädchen missbraucht haben. In einem Gutachten des deutschen Bundeskriminalamts BKA wird der Tatverdächtige als «Psychopath mit pädophilen Neigungen» bezeichnet.

Seinen Lebensunterhalt in Portugal verdiente sich B. durch Drogenhandel und Einbrüche in Hotelanlagen. Es sei wahrscheinlich, so ein Profiler der deutschen Polizei zu «Spiegel TV», dass der 43-Jährige, wie er es oft zuvor getan hatte, in das Apartment der McCanns einbrechen wollte: «Es lag günstig an der Strasse, er ist von aussen leicht hinein – und auch wieder weg gekommen und bei dieser Gelegenheit hat er dieses dreijährige Mädchen dort schlafen sehen. Möglicherweise hat sich sein Motiv im Laufe der Tat gewandelt: Es hat als Einbruch begonnen und als Entführung geendet.»

2017 vor Kindern in Praia da Luz entblösst

Was B. ebenfalls belastet: Maddie war zwischen 21:10 und 22 Uhr verschwunden. In dieser Zeitspanne wird mit einem Handy telefoniert, dessen Nummer laut BKA «mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Christian B. nutzte». Mit Hochdruck sucht die Polizei aktuell nach dem Gesprächspartner dieses Telefonats. Er könnte den letzten Schlüsselbeweis darstellen, der den Ermittlern noch fehlt. Am Tag nach Maddies Entführung meldete der 43-Jährige ausserdem sein Auto ab, was ebenfalls als Indiz seiner Schuld gilt.

B. sitzt derzeit wegen einem Drogendelikt in Haft in Deutschland. Im Frühjahr 2021 käme er frei. Letzte Woche hatte die portugiesische Journalistin Sandra Felgueiras veröffentlicht, dass er 2017 in der Nähe von Praia da Luz verhaftet worden war, weil er sich vor Kindern entblösst haben soll. Eltern der Kinder sagten, sie hätten B. auf den veröffentlichten Fotos wiedererkannt.

Die portugiesische Polizei sah 2017 dennoch keinen Anlass, sich im Fall Maddie genauer mit dem Mann zu befassen. Statt dessen verdächtigte der erste mit dem Fall befasste Ermittler die Eltern, Maddie getötet zu haben. Er veröffentlichte sogar ein Buch zu seiner Theorie.

Während die britische Polizei noch immer von einem Vermisstenfall spricht, gehen ihre deutschen Kollegen vom Tod des Mädchens aus.

Möglicherweise fatale Fehler der Ermittler

Wie der Spiegel berichtet, ist der deutschen Polizei bei den Ermittlungen gegen Christian B. wohl ein fataler Fehler unterlaufen. Die Beamten sollen damit dem Tatverdächtigen Zeit verschafft haben, mögliche Beweise zu vernichten.

So soll die Polizei laut Spiegel Christian B. zu früh über ihre Ermittlungen gegen ihn im Fall Maddie McCann in Kenntnis gesetzt haben. Christian B. soll offenbar einen Brief von der Polizei erhalten haben, dass er im Vermisstenfall des kleinen Mädchens verdächtigt werde. Dies sollen interne Unterlagen deutscher Behörden nahelegen.

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