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Der Telebasel News Beitrag vom 10. Juli 2020.
Baselland

Verzweiflung nach Brand in Laufen: «Unsere ganze Existenz ist verbrannt»

In der Nacht auf Freitag ist in Laufen ein Grossbrand ausgebrochen. Nur wenige Stunden später stehen mehrere Geschäftsinhaber plötzlich vor dem Nichts.

In Laufen brannten heute mehrere Lagerhallen. Die Gebäude an der Wahlenstrasse 81 standen am frühen Freitagmorgen in Vollbrand. Viele Geschäftsinhaber, die in den Hallen ihre Güter lagerten, sind schockiert über den Vorfall.

Einer der Betroffenen ist Andy Matter von der Garage Cardream-Laufen. Telebasel traf ihn am Mittag vor Ort. Der Betrieb war 20 Jahre an diesem Standort – nun ist alles zerstört: «Unsere ganze Existenz ist verbrannt – es ist ein Scheiss», lässt Andy Matter seinen Emotionen freien Lauf. Erfahren hatte er vom Unglück am frühen Morgen, als ihn sein Partner unter Tränen anrief, wie er im Interview sagt.

Auch Andy Matter von der Garage Cardream steht vor dem Nichts. (Video: Telebasel)

Aber auch andere sind Gewerbler stehen vor dem Nichts: «Zuerst Corona und jetzt auch das noch», meint Christian Steg gegenüber «20 Minuten». Jahrelange Arbeit sei innert Stunden zunichte gegangen. «Das ist zwar versichert, aber bis alles wieder beschafft ist, dauert es lange», sagt Steg weiter.

Auch Michel Schmidlin musste zusehen wie seine Autogarage in Flammen aufging. «Ich stehe vor den Flammen. Alles ist weg. Alles dahin. Das Dach ist eingefallen, die Autos kaputt. Wir sind alle resigniert», sagt er gegenüber dem «Blick». «Das Wichtigste ist aber, dass kein Mensch verletzt wurde.»

Nicht nur emotional ist der Brand der Lagerhallen für die Gewerbetreibenden schlimm, denn er hinterlässt vor allem in der Kasse ein grosses Loch. «Ich habe ungefähr 60’000 Franken verloren. Ich habe mein Herzblut hineingesteckt, jetzt ist alles Schrott. Ich weiss auch nicht, wie es jetzt weitergeht», sagt der Besitzer eines der betroffenen Betriebe zum «Blick». «Mein Herz tut weh, ich muss mich anstrengen, dass ich jetzt nicht weine.» Die Verzweiflung nach dem Flammen-Inferno ist gross.

Brandursache noch unklar

Was den Brand ausgelöst hat, sei noch unklar. Im Einsatz standen laut Polizeiangaben rund 180 Personen. Neben der Feuerwehr, der Polizei und der Sanität waren dies die Messgruppe sowie weitere Spezialeinheiten, unter anderem aus dem Bereich Wasserversorgung.

Einsatzleiter Martin Bleuler. (Video: Telebasel)

Das Löschen des Feuers war laut der Feuerwehr schwierig, da die Dimension des Brandes so gross gewesen sei. Mehrer Dächer sind eingestürzt und  die Gebäude werden nun im Laufe des Tages von Baggern abgerissen. Ausserdem gab es bei den Löscharbeiten eine gewisse Unsicherheit, da unklar war, was in den Lagerhallen alles gelagert war.

Fischsterben im Wahlenbach

Kontaminiertes Löschwasser, das in den nahen Wahlenbach floss, habe ein Fischsterben zur Folge gehabt, sagte Katja Jutzi, Generalsekretärin der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion gegenüber Keystone-SDA.

Weitere schädliche Folgen für Mensch und Umwelt seien aber bislang nicht festgestellt worden. Schadstoffmessungen der Luft hätten keine gefährlichen Werte hervorgebracht.

Die Löscharbeiten an den Lagerhallen dauerten bis in den Nachmittag hinein. (Video: Telebasel)

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